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Ölpreis fällt, Börsen steigen: Hoffnung auf Waffenruheabkommen mit Iran

Archiv: Händler Robert Arciero arbeitet am Freitag, dem 22. Mai 2026, auf dem Parkett der New York Stock Exchange.
Archivbild: Trader Robert Arciero arbeitet am Parkett der New York Stock Exchange, Freitag, 22. Mai 2026. Copyright  AP Photo/Richard Drew
Copyright AP Photo/Richard Drew
Von Doloresz Katanich mit AP
Zuerst veröffentlicht am
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Berichte über eine grundsätzliche Einigung der USA und Irans auf eine Verlängerung der Waffenruhe lassen die Börsen steigen, der Ölpreis fällt und die Hoffnung auf eine dauerhafte Entspannung wächst.

Europäische Aktien haben sich am Freitag überwiegend fester gezeigt, während die Ölpreise nachgaben. Anleger setzen auf eine Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran, die Waffenruhe im Krieg um 60 Tage zu verlängern.

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Am Donnerstag erzielten Unterhändler aus den USA und dem Iran nach Angaben eines US-Regierungsvertreters eine vorläufige Einigung: Die Waffenruhe soll verlängert und eine neue Gesprächsrunde über das iranische Atomprogramm angesetzt werden.

Teheran hat die Vereinbarung bislang nicht öffentlich bestätigt. Auch die Unterschrift von US-Präsident Donald Trump steht noch aus.

Die Ölpreise fielen auf den niedrigsten Stand seit einem Monat, getragen von der Hoffnung auf eine Entspannung des Konflikts. Sie liegen jedoch weiter über dem Vorkriegsniveau, da die Straße von Hormus weitgehend geschlossen bleibt. Brent-Öl kostete Ende Februar, kurz vor Kriegsbeginn, noch rund 70 Dollar je Barrel.

Anleger hoffen zudem auf eine Öffnung der Straße von Hormus. Laut dem US-Vertreter stellt die vorläufige Vereinbarung klar, dass der Iran keine Gebühren für Schiffe verlangen darf, die die Meerenge passieren. Im Gegenzug würden die USA ihre Seeblockade der iranischen Häfen schrittweise lockern.

„Der Ölmarkt setzt seine leichte Abwärtsbewegung fort, da die Zuversicht wächst, dass die USA und Iran auf ein Abkommen zusteuern“, schrieben die Rohstoffstrategen Warren Patterson und Ewa Manthey von ING am Freitag.

„Eine Wiederöffnung der Straße von Hormus würde dem Ölmarkt kurzfristig Luft verschaffen, wenn Tanker den Persischen Golf verlassen können. Wie nachhaltig sich die Lage erholt, ist jedoch noch offen.“

Am Freitag gaben die Terminkontrakte auf Brent, die internationale Referenzsorte, um mehr als 1 % auf 92,5 Dollar je Barrel nach. US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur kurzfristigen Lieferung kostete 87,40 Dollar, ein Minus von knapp 1,7 %.

Analysten mahnen jedoch zur Vorsicht. Selbst eine verlängerte Waffenruhe würde einige Zeit brauchen, bis sich die Öllieferungen wieder normalisieren.

Europäische Börsen profitieren von neuer Zuversicht

Die europäischen Aktienmärkte sind am Freitagmorgen leicht gestiegen. Im Fokus stehen Inflationsdaten aus den vier größten Volkswirtschaften der Eurozone. Die Zahlen gelten als wichtige Entscheidungsgrundlage für die Europäische Zentralbank vor ihrer nächsten Sitzung am 11. Juni.

An den Märkten rechnet man mit einer Zinserhöhung der EZB. Die Teuerung hat zuletzt wieder angezogen und sich weiter vom Zielwert der Notenbank von 2 % entfernt. Haupttreiber sind der Krieg mit Iran und der dadurch ausgelöste Energieschock.

Der Euro Stoxx 50 startete mit einem Plus von 0,5 %. Die Leitindizes in London und Frankfurt legten jeweils knapp 0,2 % zu. Der französische CAC 40 gewann 0,6 %, der Mailänder Leitindex stieg zum Handelsauftakt um 0,4 %.

Zu den größten Gewinnern in Europa zählten Siemens Energy, der Chiphersteller Infineon Technologies und der Rüstungskonzern Rheinmetall. Alle drei Aktien legten im frühen Handel deutlich zu.

Auf Unternehmensebene sorgte zudem der Pharmakonzern Novo Nordisk für Schlagzeilen. Frankreich will als erstes Land in Europa Abnehm-Medikamente erstatten, darunter die wichtigsten Präparate der Dänen.

Die Aktie von Novo Nordisk stieg am Freitagmorgen um 0,5 %.

Auch an anderen Börsen sorgte die Aussicht auf ein Kriegsende für gute Stimmung. Die Leitindizes in Japan und Südkorea notierten in der Nähe ihrer Rekordstände.

Der Nikkei 225 in Tokio sprang um 1,8 % auf 65.814,96 Zähler. Zuvor hatten Daten gezeigt, dass die Kerninflation in der japanischen Hauptstadt im Mai langsamer gestiegen ist als von Ökonomen prognostiziert.

Der südkoreanische Kospi legte um 2,3 % auf 8.369,81 Punkte zu. In Hongkong gewann der Hang-Seng-Index 0,4 % auf 25.098,68 Zähler. Der Shanghai Composite gab dagegen um 0,2 % auf 4.092,22 Punkte nach.

In Australien stieg der S&P/ASX 200 um 1 % auf 8.681,80 Punkte. Der taiwanische Taiex gewann 2,3 %.

An der Wall Street erreichten die Kurse am Donnerstag neue Höchststände. Der Leitindex S&P 500 kletterte um 0,6 % auf ein Rekordhoch von 7.563,63 Punkten.

Der Dow Jones Industrial Average gewann weniger als 0,1 % und schloss bei 50.668,97 Punkten. Der technologielastige Nasdaq Composite stieg um 0,9 % auf 26.917,47 Zähler.

Aktien des US-Discounters Dollar Tree sprangen um 17,9 %, nachdem das Unternehmen deutlich bessere Gewinne als erwartet vorlegte. Die Warenhauskette Kohl’s legte nach überraschend starken Zahlen sogar um 20,6 % zu.

Am Devisenmarkt stieg der US-Dollar im frühen Freitagshandel auf 159,30 japanische Yen, nach 159,24 Yen am Vortag. Der Euro wurde zu 1,1646 Dollar gehandelt, nach zuvor 1,1651 Dollar. Der Goldpreis zog um 0,5 % auf 4.553 Dollar je Feinunze an.

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