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Dunkle Seite der WM 2026: mehr Flüge, mehr Emissionen, verschärfte Klimakrise

ARCHIV: Das Estadio Azteca in Mexiko-Stadt, 100 Tage vor der Eröffnungsfeier der FIFA-WM 2026, 3. März 2026.
Archivfoto: Das Aztekenstadion in Mexiko-Stadt, 100 Tage vor der Eröffnungsfeier der FIFA-Fußball-WM 2026, am dritten März 2026. Copyright  AP Photo
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Von Christina Thykjaer
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Ein Bericht warnt: Das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko könnte wegen mehr Teams, Spiele und Flüge die Emissionen früherer Ausgaben verdoppeln.

Die Fußball-WM 2026 in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko könnte zum klimaschädlichsten Turnier der Fußballgeschichte werden. Darauf weist der Bericht FIFA's Climate Blind Spot (Quelle auf Spanisch) hin. Er betont, dass das erweiterte Format, die weite geografische Streuung und die starke Abhängigkeit vom Flugverkehr die Klimabilanz deutlich verschlechtern dürften.

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Dem vom New Weather Institute erstellten Gutachten zufolge wird die nächste Weltmeisterschaft mindestens neun Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente verursachen. Das wäre fast doppelt so viel wie der Durchschnitt der Turniere zwischen 2010 und 2022, der bei rund vier Komma sieben Millionen Tonnen lag. In weiter gefassten Szenarien könnte der Ausstoß sogar auf 15 Millionen Tonnen steigen. Damit würde das Event zu den klimaschädlichsten Sportereignissen der Geschichte gehören.

Mehr Teams, mehr Spiele, mehr Emissionen

Einer der Hauptgründe ist das neue Format. Erstmals werden 48 Nationalteams in 104 Partien antreten. Das entspricht einem Plus von 63 Prozent im Vergleich zu früheren Auflagen. Das Wachstum bedeutet mehr Reisen, mehr Fans und mehr Druck auf die bestehende Infrastruktur. Der Bericht hebt hervor, dass diese Ausweitung die Emissionen deutlich erhöhen dürfte. Vor allem der Flugverkehr steuert bereits heute den größten Teil der Emissionen bei.

Besonders kritisch ist die Logistik. Anders als frühere Turniere, die in einem einzigen Land stattfanden, verteilt sich die WM 2026 auf 16 Städte über den gesamten nordamerikanischen Kontinent, oft getrennt durch Tausende Kilometer. Teams, Journalistinnen und Journalisten sowie Millionen von Fans werden deshalb fast vollständig auf das Flugzeug angewiesen sein. Der Bericht schätzt, dass der Luftverkehr mehr als sieben Komma sieben Millionen Tonnen CO₂ verursachen wird, also den Großteil der gesamten Emissionen.

Die Emissionen, die direkt mit Flügen zusammenhängen, könnten zudem um 160 bis 325 Prozent gegenüber früheren Turnieren steigen. Damit bleibt der Verkehr das zentrale Klimaproblem dieses Mega-Events.

Ein Modell, das sich kaum noch rechtfertigen lässt

Der Wettbewerb erfordert zwar keinen massiven Neubau von Stadien. Das reduziert den ökologischen Fußabdruck teilweise. Doch der Bericht macht klar, dass das eigentliche Problem struktureller Natur ist: ein Turniermodell, das immer größer, globaler und stärker von Langstreckenreisen abhängig wird.

Dazu kommt das Fehlen tragfähiger Alternativen. Nordamerika verfügt im Unterschied zu Europa oder Asien nicht über ein dichtes Netz an Hochgeschwindigkeitszügen, die den CO₂-Fußabdruck des Transports deutlich senken könnten.

Der Bericht stellt auch die Klimastrategie der FIFA infrage, der er einen „blinden Fleck“ beim Umgang mit der Umweltkrise attestiert. Nach Einschätzung der Autorinnen und Autoren klafft eine deutliche Lücke zwischen den Nachhaltigkeitsversprechen des Verbands und der Realität seiner Entscheidungen, etwa der Vergrößerung des Turniers oder der Wahl weit auseinanderliegender Spielorte.

Die Studie warnt zudem, dass die WM 2026 die Klimakrise weiter anheizen könnte, statt zu ihrer Entschärfung beizutragen. Dies geschieht in einer Phase, in der weltweit ein rascher Rückgang der Emissionen gefordert wird.

Was sagt die FIFA?

Die Fédération Internationale de Football Association (FIFA) verweist dagegen darauf, dass die WM 2026 von einer Nachhaltigkeitsstrategie begleitet wird. Diese soll die Umweltbelastungen senken und in den Austragungsorten ein „positives Vermächtnis“ hinterlassen. Auf ihrer Website kündigt die Organisation an, strenge Standards für nachhaltiges Bauen bei Stadien und temporären Infrastrukturen umzusetzen. Sie will den öffentlichen Verkehr stärken und Abfall, Energieverbrauch sowie emissionsintensive Prozesse rund um das Turnier reduzieren.

Außerdem betont die FIFA, dass die Gastgeberstädte eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung langfristiger Klimaschutzmaßnahmen spielen sollen. Sie sollen nachhaltigere Praktiken über den eigentlichen Wettbewerb hinaus etablieren. Der Bericht, der in Zusammenarbeit mit Scientists for Global Responsibility, dem Environmental Defense Fund und dem Sport for Climate Action Network entstanden ist, warnt jedoch, dass diese Maßnahmen den strukturellen Fußabdruck des Turniers kaum ausgleichen werden.

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