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ChatGPT-Entwickler OpenAI strebt an die Börse – mit Anthropic und SpaceX im IPO-Rennen

ARCHIV - Das Symbol der App ChatGPT ist am vierten August 2025 auf dem Bildschirm eines Smartphones in Chicago zu sehen.
ARCHIV: Das App-Symbol von ChatGPT auf einem Smartphone-Bildschirm, aufgenommen am vierten August 2025 in Chicago. Copyright  AP Photo/Kiichiro Sato, File
Copyright AP Photo/Kiichiro Sato, File
Von Doloresz Katanich mit AP
Zuerst veröffentlicht am
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OpenAI hat Unterlagen eingereicht, um den Börsengang vorzubereiten – als drittes Schwergewicht der KI-Branche auf dem Weg an die Wall Street.

OpenAI, das Unternehmen hinter ChatGPT, hat bei der US-Börsenaufsicht SEC vertrauliche Unterlagen für einen möglichen Börsengang eingereicht. Damit macht der Konzern einen wichtigen Schritt in Richtung Aktienmarkt.

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Das KI-Unternehmen mit Sitz in San Francisco gab den Schritt am Montag bekannt. Es reiht sich damit in die Riege großer KI-Firmen ein, die einen Börsengang vorbereiten.

„Wir gehen davon aus, dass es ohnehin durchsickert, deshalb veröffentlichen wir es gleich“, teilte OpenAI mit. „Über den Zeitpunkt haben wir noch nicht entschieden; es kann noch dauern, weil wir manches zuerst erledigen wollen, was als Privatunternehmen wahrscheinlich einfacher ist. Aber es ist ein komplexer Abwägungsprozess, und so schaffen wir uns die Option, früher an die Börse zu gehen, falls das am Ende die beste Lösung ist.“

Der Schritt folgt auf die Ankündigung des Konkurrenten Anthropic vom ersten Juni, ebenfalls einen Börsengang anzustreben. Beide Unternehmen stehen damit in einer Reihe mit Elon Musks Raumfahrtfirma SpaceX, die bereits eine Roadshow für ihren IPO gestartet hat und sich zunehmend als KI-orientiertes Weltraumunternehmen präsentiert.

OpenAI-Chef Sam Altman hatte erstmals im vergangenen Jahr einen Börsengang ins Gespräch gebracht. Angesichts der Größe des Unternehmens und des hohen Kapitalbedarfs für die Entwicklung fortgeschrittener KI-Systeme sei dies der „wahrscheinlichste Weg“, erklärte er damals.

Im Jahr 2015 als gemeinnützige Organisation gegründet, die KI zum Wohle der Allgemeinheit entwickeln sollte, ist OpenAI inzwischen zu einem Unternehmen mit einer Bewertung von 852 Milliarden Dollar (rund 730 Milliarden Euro) herangewachsen.

Die Einreichung kommt zu einem Zeitpunkt, den der eMarketer-Analyst Nate Elliott als „heikel“ für das Unternehmen beschreibt. OpenAI sieht sich wachsender Konkurrenz durch Google und Anthropic gegenüber.

„Aber OpenAI hat nur wenige andere Quellen für das enorme Kapital, das es für seine Ausgaben braucht“, so Elliott.

Einen wichtigen Schritt Richtung Börse machte OpenAI bereits im vergangenen Jahr: Das Unternehmen ordnete seine Struktur neu und wandelte sich in eine Public Benefit Corporation, blieb aber unter der Kontrolle der gemeinnützigen Mutterorganisation.

Im vergangenen Monat räumte OpenAI zudem ein erhebliches juristisches Hindernis aus dem Weg. In einem Prozess vor einem US-Bundesgericht setzte sich das Unternehmen gegen Elon Musk durch. Musk, Mitgründer und früher Geldgeber, wollte Altman aus der Unternehmensspitze drängen und die Umstellung von OpenAI auf ein gewinnorientiertes Modell rückgängig machen. Ein Richter wies die Klage ab, nachdem die Geschworenen zu dem Schluss gekommen waren, dass Musk sie zu spät eingereicht hatte.

Warum OpenAI frisches Kapital braucht

OpenAI legt seine Umsätze nicht offen und nennt auch keinen Zeitpunkt, ab dem das Unternehmen profitabel sein will. Ähnlich wie Anthropic und SpaceX schreibt der Konzern derzeit Verluste, weil er massiv in Infrastruktur und Entwicklung investiert und sich in einem immer stärker umkämpften KI-Markt behaupten muss. Zu den wichtigsten Konkurrenten zählen der Claude-Chatbot von Anthropic und Googles Assistent Gemini.

OpenAI-Finanzchefin Sarah Friar sagte im April der Nachrichtenagentur Associated Press, das Unternehmen arbeite bereits mit der Disziplin eines börsennotierten Konzerns. Dazu gehöre auch, die Erlöse nach den Standards zu erfassen, die die SEC für ihre Berichte verlangt.

„Ich möchte, dass wir bereit sind“, sagte Friar. „Es ist gut, wenn man die öffentlichen Kapitalmärkte nutzen kann. Sie sind viel größer als der Markt für Privatkapital.“

Mit der aktuellen Bewertung würde OpenAI zu den 15 größten Unternehmen im S&P-500-Index gehören, fügte sie hinzu.

„Der Status als börsennotiertes Unternehmen hat auch eine Art Gütesiegel“, so Friar. „Ab dann schauen alle in die Bilanz, die SEC überwacht einen und so weiter.“

In einer separaten Mitteilung vom Montag skizzierte Altman die langfristigen Ziele von OpenAI. Dazu gehören die Entwicklung eines automatisierten KI-Forschers, mehr wirtschaftliches Wachstum und „für jeden Menschen auf der Erde eine persönliche AGI“ – eine allgemeine künstliche Intelligenz, die Menschen in vielen Aufgaben übertreffen kann.

OpenAI sei vom reinen Forschungsbetrieb zu kommerziellen Produkten übergegangen und trete nun in eine dritte Phase ein, erklärte Altman. Im Mittelpunkt stehe dabei, die Vorteile von KI breit zu verteilen.

„Wir arbeiten daran, dass die Gewinne breit ankommen“, sagte er. „Jeder sollte die Chance auf einen spürbaren Anteil am Wohlstand haben, den KI erzeugt.“

Die Äußerungen folgten nur wenige Tage nach einem Treffen Altmans mit dem US-Senator Bernie Sanders, der vorgeschlagen hat, der Bevölkerung einen Anteil von 50 Prozent an KI-Unternehmen wie OpenAI zu geben. Kurz zuvor hatte sich auch US-Präsident Donald Trump dafür ausgesprochen, die Öffentlichkeit an den Wachstumserträgen der KI-Branche zu beteiligen.

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