Am dritten Tag der Staatstrauer reisen weiter Delegationen aus Europa nach Katar; auch Spitzenvertreter aus Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Iran, den Emiraten, Jordanien und Palästina bekunden ihre Anteilnahme.
Auch am Mittwoch trafen weitere Staats- und Regierungschefs in Doha ein. In Katar war es der dritte Tag der Staatstrauer für Scheich Hamad bin Khalifa Al Thani.
Der frühere Emir regierte das Land von 1995 bis 2013 und gilt als Architekt des Wandels Katars von einem kleinen Golfstaat zu einer globalen Macht in den Bereichen Energie, Diplomatie und Medien. Hochrangige Vertreter aus Europa und dem Nahen Osten reisten in die katarische Hauptstadt, um Emir Scheich Tamim bin Hamad Al Thani ihr Beileid auszusprechen. Zu den erwarteten Gästen zählt auch Irans Außenminister Abbas Araghchi.
Sein Besuch findet vor dem Hintergrund der anhaltenden Spannungen zwischen Teheran und Washington nach den jüngsten militärischen Zwischenfällen im Persischen Golf statt. Aus Europa reisten mehrere hochrangige Vertreter an, darunter Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Georgiens Präsident Micheil Kawelaschwili sowie Prinz Edward, Herzog von Edinburgh, aus Großbritannien.
Bereits am Mittwochvormittag trafen in Doha der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohamed bin Zayed Al Nahyan, Jordaniens König Abdullah II. und Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas ein.
Ihre Anwesenheit unterstreicht die engen Beziehungen, die Scheich Hamad über Jahrzehnte in der Region aufgebaut hatte. Auch Senegals Präsident Bassirou Diomaye Faye reiste am Mittwoch nach Doha. Sein Besuch steht für die engen Beziehungen Katars zu zahlreichen afrikanischen Staats- und Regierungschefs.
Weltweite Anteilnahme hält an
Die jüngsten Ankünfte folgen auf die Besuche mehrerer Staats- und Regierungschefs am Dienstag. Dazu zählten Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, der Schweizer Vizepräsident Ignazio Cassis, Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi, Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew sowie weitere hochrangige Vertreter aus der Region und darüber hinaus.
Ebenfalls am Dienstag reisten der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan, Usbekistans Präsident Schawkat Mirsijojew und Mauretaniens Präsident Mohamed Ould Ghazouani nach Doha.
Nach dem Tod von Scheich Hamad am Sonntag im Alter von 74 Jahren hat Katar eine viertägige Staatstrauer ausgerufen. Im ganzen Land wehen die Flaggen auf halbmast, zudem bleiben die Behörden während der Trauerzeit geschlossen.
Der Donnerstag ist der letzte offizielle Trauertag. Dennoch werden weitere internationale Ehrengäste in Doha erwartet, um dem früheren Emir die letzte Ehre zu erweisen. Während seiner 18-jährigen Herrschaft trieb Scheich Hamad den massiven Ausbau der Flüssigerdgasproduktion voran und machte Katar zum weltweit größten Exporteur von LNG.
Zudem holte er die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 nach Katar, baute Qatar Airways zu einer internationalen Fluggesellschaft aus und nutzte den Reichtum des Landes, um Katar als regionalen Vermittler in Konflikten zu etablieren. 2013 übergab er die Macht an seinen Sohn, Scheich Tamim. Damit gehört er zu den wenigen Herrschern am Golf, die bereits zu Lebzeiten einen friedlichen Machtwechsel vollzogen haben.