Loader
Finden Sie uns
Werbung

Huthis planen Maut im Roten Meer nach iranischem Hormuz-Modell

Archivaufnahme: Huthi-Kämpfer bei einer wöchentlichen anti-israelischen Kundgebung in Sanaa, 29. August 2025
Archivbild: Huthi-Kämpfer bei wöchentlicher Anti-Israel-Kundgebung in Sanaa, 29. August 2025 Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Aleksandar Brezar
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Jemens Informationsminister meldet: Geheimdienste sehen IRGC-Berater direkt hinter einem Huthi-Mautsystem am Bab al-Mandab – nach iranischem Gebührenmodell in der Straße von Hormus.

Die Huthi-Miliz arbeitet nach Angaben eines Ministers der international anerkannten Regierung Jemens eng mit Iran zusammen, um von Schiffen Gebühren für die Passage durch die Meerenge Bab al-Mandab im Roten Meer zu verlangen. Damit gerät nach der von Teheran verhängten Blockade der Straße von Hormus eine weitere wichtige Wasserstraße unter Druck.

WERBUNG
WERBUNG

Die Meerenge Bab al-Mandab am Ausgang des Roten Meeres, deren Name auf Arabisch „Tor der Tränen“ bedeutet, ist nach Irans Angriffen und Drohungen zu einer Schlüsselfroute für den Export von Rohöl auf die Weltmärkte geworden, seit die Straße von Hormus für Energieexporte aus dem Golf weitgehend blockiert ist.

Dieser Schritt sei „eine gefährliche Eskalation, die darauf abzielt, einen der strategisch wichtigsten Seewege der Welt in eine dauerhafte Finanzquelle für die militärischen und terroristischen Aktivitäten der Miliz zu verwandeln“, sagte Jemens Informationsminister Moammar al-Eryani.

Eryani erklärte, diese Einschätzung beruhe auf jüngst gewonnenen „bestätigten Erkenntnissen“, nach denen Irans Revolutionsgarde (IRGC) das Vorhaben mitkoordiniert.

„Die Informationen zeigen, dass Experten und Berater der Revolutionsgarde direkt am technischen und administrativen Rahmen des Projekts mitarbeiten“, fügte Eryani hinzu und bestätigte damit Berichte internationaler Medien über die Pläne der Huthis.

Demnach soll „eine eigene Stelle geschaffen werden, die Gebühren von Reedereien und Handelsschiffen einzieht“.

Weitere Turbulenzen zeichnen sich ab

Die Zukunft der Straße von Hormus bleibt ein zentraler Streitpunkt zwischen den USA und Iran.

Teheran pocht auf sein Recht, von Schiffen, die die Wasserstraße nutzen, Gebühren zu verlangen. Über Hormus liefen früher rund ein Fünftel des weltweiten Rohöls und verflüssigten Erdgases.

Im gesamten Golf wächst die Sorge, die Huthis könnten das iranische Vorgehen in Hormus kopieren und den Zugang zum Bab al-Mandab am Eingang des Roten Meeres zu Geld machen. Ein solcher Schritt dürfte die globalen Energiemärkte weiter ins Chaos stürzen.

Angriffe der Huthis auf mit Israel verbundene Schiffe im Roten Meer und im Golf von Aden ließen während des Kriegs zwischen Israel und der Hamas in Gaza die Frachtmengen einbrechen. Viele Schiffe mussten den langen Umweg rund um die Südspitze Afrikas nehmen.

In der vergangenen Woche verhängten die Huthis, offiziell Ansar Allah, eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien und reklamierten seither Angriffe auf saudische Tanker und Ölanlagen für sich.

Die Huthis kamen Ende 2014 an die Macht, nachdem ihre Kämpfer Sana'a stürmten, den Präsidentenpalast und wichtige Militärstandorte einnahmen und die Regierung Jemens ins Exil zwangen. Sie sind Teil von Teherans sogenannter „Achse des Widerstands“.

Zu dieser Achse gehört ein Netzwerk militanter Gruppen in mehreren Staaten der Region, darunter die Hisbollah im Libanon, die Hamas im Gazastreifen und Milizen im Irak.

Die Huthis kontrollieren zwar nicht den Teil der jemenitischen Küste entlang des Bab al-Mandab. Sie halten jedoch Gebiete, die weniger als hundert Kilometer entfernt liegen.

Die Blockade gefährdet Saudi-Arabiens Fähigkeit, täglich Millionen Barrel Rohöl zu exportieren. Riad reagierte mit Angriffen auf Stellungen der Huthis.

Am Mittwoch griffen die USA und Saudi-Arabien nach Angaben eines irakischen Bündnisses Mitglieder einer paramilitärischen Allianz im Irak an, der auch proiranische Gruppen angehören. Demnach kamen dabei mindestens 20 Menschen ums Leben.

Weitere Quellen • AFP

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Iran lehnt Hormuz-Abkommen ab und greift US-Truppen in Jordanien an

USA und Saudi-Arabien greifen Iran-Milizen im Irak an

Iran an USA: Krieg und Frieden nicht Eure Entscheidung