Die Chefin von Fuerza Popular wird als erste Frau Präsidentin Perus und kommt nach 26 Jahre nach ihrem Vater an die Macht. Sie hat den Notstand ausgerufen.
Keiko Fujimori hat das Amt der Präsidentin von Peru für die Amtszeit 2026 - 2031 übernommen. Damit ist die umstrittene Konservative die erste gewählte Staatschefin des Landes und markiert die Rückkehr des Fujimorismus an die Macht, 26 Jahre nach dem Abgang ihres Vaters Alberto Fujimori.
Die Chefin der Partei Fuerza Popular hatte sich in der Stichwahl der Präsidentschaftswahl mit einem knappen Vorsprung von weniger als 50.000 Stimmen gegen den linken Kandidaten Roberto Sánchez durchgesetzt. Peru erlebt damit binnen eines Jahrzehnts bereits seinen neunten Wechsel an der Staatsspitze.
Als erste Amtshandlung hat die neue Präsidentin einen Ausnahmezustand verhängt. Das Militär solle "vorübergehend die Kontrolle" in Landesteilen mit hoher Kriminalitätsrate übernehmen, erklärte Fujimori unmittelbar nach ihrer Vereidigung in Lima. "Wir werden jeden Stadtteil, jede Straße und den gesamten öffentlichen Raum für die peruanischen Familien zurückgewinnen", verkündete die konservative Politikerin. Schon im Wahlkampf hatte sie versprochen, hart durchzugreifen.
Keiko Fujimori war zum vierten Mal angetreten
Keiko Fujimori war bereits seit 2016 bei den Präsidentschaftswahlen in Peru angetreten. Mit 63 Jahren hatte sie jetzt zum vierten Mal kandidiert - und es geschafft.
Ihr inzwischen verstorbener Vater - Ex-Präsident Alberto Fujimori - war wegen Menschenrechtsverletzungen verurteilt worden. Dennoch sieht sich Keiko Fujimori in seiner Tradition: "Papa, heute erinnert sich Peru an dich, und Millionen tragen dich in ihrem Herzen", erklärte sie am Geburtstag des Vaters kurz vor ihrem Amtseid.
Im neuen Kabinett wird Vizepräsident Luis Galarreta als Regierungschef, der Ökonom Elmer Cuba Wirtschaftsminister sowie der Journalist und frühere Präsidentschaftskandidat Carlos Espá Außenminister.
Zur Vereidigungszeremonie in Lima waren rund zehn Staats- und Regierungschefs zusammengekommen, darunter Spaniens König Felipe VI., außerdem Vertreter der USA und mehrerer lateinamerikanischer Staaten.
Dank der Parlamentsmehrheit ihrer Partei startet Fujimori in eine Amtszeit, in der sie die vollen fünf Jahre der Legislaturperiode durchstehen möchte – etwas, das keiner ihrer Vorgänger in der jüngeren Zeit geschafft hat.