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Was sind Feuerwolken? Experten warnen vor gefährlichem Wetter-Phänomen

Ein Forschungsflugzeug fliegt durch eine Feuerwolke über Kalifornien.
Ein Forschungsflugzeug fliegt durch eine in Kalifornien entstandene Feuerwolke. Copyright  NASA
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Von Cagla Uren
Zuerst veröffentlicht am
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Experten warnen, dass "Feuerwolken" Brände weiter verstärken können. Sie erzeugen heftige Winde und Blitze, die neue Feuer entfachen.

In Frankreich und Spanien wüten weiterhin große Waldbrände, Hunderttausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Zugleich haben Forschende in Frankreich erstmals eine seltene Wettererscheinung beobachtet, die sogenannte "Feuerwolke".

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Expertinnen und Experten warnen, dass die gewaltigen Wolken über den Bränden die Feuer weiter verstärken können. Sie erzeugen teils starke Winde und Blitze, die neue Brände entfachen können.

Nach Einschätzung der Wissenschaftler sind diese Wolken nicht nur eine Folge der Brände. Sie bilden zugleich ein eigenes Wettersystem, das die Flammen weiter anfachen kann.

Über dem Département Gironde nahe Bordeaux bildete sich am Wochenende eine Wolke, die als erster "Pyrocumulonimbus", bzw. Feuerwolke, in Frankreich bestätigt wurde. Gleichzeitig zeigten Satellitenbilder über der Region Castellón nahe Valencia in Spanien eine ähnliche "aufsteigende Pyrocumulus"-Wolke.

Was ist eine Feuerwolke?

Feuerwolken entstehen, wenn die enorme Hitze großer Waldbrände überhitzte Luft rasant in die Höhe treibt.

Gegenüber dem Magazin TIME erläuterte Jean-Baptiste Filippi vom französischen Nationalen Zentrum für wissenschaftliche Forschung (CNRS), dass diese Wolken zwei Entwicklungsstadien durchlaufen.

Die erste Stufe wird Pyrocumulus genannt. Die Hitze des Feuers lässt die Luft am Boden rasch aufsteigen und bildet oberhalb der Rauchsäule eine Wolke.

Noch gefährlicher ist die zweite Stufe, der Pyrocumulonimbus. In diesem Stadium dringt die aufsteigende Warmluft bis in die oberen Atmosphärenschichten, teilweise bis an die Grenze zur Stratosphäre. Die Wolke kann sich dann zu einem gewaltigen Gewitter entwickeln.

Damit sich ein solcher Pyrocumulonimbus bilden kann, müssen zwei Bedingungen zusammenkommen: ein sehr großer Brand und Wetterbedingungen, die normalerweise trockene Gewitter begünstigen.

Filippi erklärte: "Ohne das Feuer hätte sich wahrscheinlich sonst irgendwo ein gewöhnliches Gewitter gebildet. Problematisch wird es, wenn sich Brand und Gewitterbedingungen am selben Ort überlagern."

Die US-Raumfahrtbehörde NASA beschreibt die Gebilde wie folgt: "Pyrocumuluswolken – oft auch Feuerwolken genannt – sind hoch aufragende, blumenkohlartige Wolken. Auf Satellitenbildern erscheinen sie als opake, weiße Flecken über dunklerem Rauch. Pyrocumuluswolken ähneln gewöhnlichen Kumuluswolken, doch die aufsteigende Luft wird nicht von der Sonne aufgeheizt, sondern vom Feuer. Unter bestimmten Bedingungen können Pyrocumuluswolken zu ausgewachsenen Gewittern werden und sich in Pyrocumulonimbuswolken verwandeln."

Wie Feuerwolken Brände verstärken

Feuerwolken können im Brandgebiet starke Winde auslösen. Diese verstärken das Feuer, indem sie den Flammen zusätzlichen Sauerstoff zuführen. Gleichzeitig trägt die aufsteigende Warmluft große Mengen Wasserdampf in die Wolke.

Je heftiger der Brand, desto größer die entstehende Wolke. Und je größer diese Wolke wird, desto stärker werden die Luftströmungen – wodurch das Feuer weiter angefacht wird. Forschende sprechen dabei von einem "positiven Rückkopplungskreislauf".

Auf diese Weise können sich Waldbrände deutlich schneller ausbreiten und werden wesentlich schwerer einzudämmen.

Untersuchungen zeigen außerdem, dass der Rauch die Wolken verdichten und verhindern kann, dass Regentropfen den Boden erreichen. Selbst wenn sich Regen bildet, verdunsten die Tropfen oft in der heißen Luft, bevor sie den Boden erreichen.

Stattdessen entstehen kräftige Fallwinde, Donner und Blitze. Die Blitze können neue Brände entfachen, während die Wolken glühende Holzstücke und Asche über mehrere Kilometer hinweg schleudern. Dadurch entstehen weitere Brandherde.

Schlechte Luftqualität über großen Gebieten

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beobachten Pyrocumuluswolken genau, weil sie Rauch und Schadstoffe bis in große Höhen transportieren. Nach Angaben der NASA können sich diese Stoffe dort mit dem Wind über weite Strecken ausbreiten und die Luftqualität in einem großen Gebiet beeinträchtigen.

In den USA haben Pyrocumulonimbuswolken Rauch schon mehrfach in andere Bundesstaaten getragen.

Klimawandel erhöht das Risiko

In Europa treten Pyrocumulus- und Pyrocumulonimbuswolken bislang selten auf. Ähnliche Phänomene wurden jedoch während der Buschbrände in Australien 2019-2020 und in der Feuersaison 2020 in Kalifornien dokumentiert.

Filippi geht davon aus, dass solche Ereignisse wegen des Klimawandels in Europa häufiger werden:

"Für Feuerwolken braucht es sowohl Gewitterbedingungen als auch große Brände. Beides wird in Zukunft öfter vorkommen. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass beides gleichzeitig am selben Ort zusammenfällt."

Seinen Angaben zufolge führt die globale Erwärmung dazu, dass die Atmosphäre mehr Energie und Wasserdampf aufnimmt. Das begünstigt stärkere Gewitter, intensivere Niederschläge und Überschwemmungen. Gleichzeitig steigt auch die Gefahr intensiverer Brände.

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