Loader
Finden Sie uns
Werbung

Nordkorea: Trumps Kürzung von US-Südkorea-Manövern ändert nichts

Südkoreanische Soldaten nehmen in Seoul an einer Anti-Terror-Übung des Manövers Ulchi Freedom Shield mit den USA teil. Mittwoch, 19. August 2026.
Südkoreanische Soldaten nehmen in Seoul an einer Anti-Terror-Übung im Rahmen des gemeinsamen Manövers „Ulchi Freedom Shield“ mit den USA teil, am Mittwoch, 19. August 2026 Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Malek Fouda
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Kritiker attackierten die Trump-Regierung für den überraschenden Stopp der Manöver mit Südkorea. Die USA kehrten damit ihren Verbündeten den Rücken und schwächten ihre Glaubwürdigkeit auf der internationalen Bühne.

Nordkorea erklärte am Mittwoch, der US-Beschluss, die gemeinsamen Militärmanöver mit Südkorea zurückzufahren, ändere nichts daran, dass Pjöngjang die Übungen weiterhin als provokativ betrachte. Damit schwinden Hoffnungen auf eine baldige Wiederaufnahme der Diplomatie zwischen Machthaber Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump.

WERBUNG
WERBUNG

Die einflussreiche Schwester von Kim Jong Un, Kim Yo Jong, äußerte sich am späten Mittwochabend. Es war die erste Reaktion des Landes auf Trumps Entscheidung, die jährlichen US-südkoreanischen Militärübungen drastisch zu kürzen.

„Wir finden, es lohnt sich nicht, dazu Stellung zu nehmen, und wir haben überhaupt kein Interesse daran“, erklärte Kim Yo Jong in einer von den Staatsmedien verbreiteten Mitteilung.

Mitarbeitende eines Hotels nehmen an einer Anti-Terror-Übung im Rahmen eines gemeinsamen Militärmanövers der USA und Südkoreas in Seoul, Südkorea, Mittwoch, 19. August 2026
Mitarbeitende eines Hotels nehmen an einer Anti-Terror-Übung im Rahmen eines gemeinsamen Militärmanövers der USA und Südkoreas in Seoul, Südkorea, Mittwoch, 19. August 2026 Ahn Young-joon/Copyright 2026 The AP. All rights reserved.

„Der provokative, aggressive Charakter der Manöver ändert sich nicht, nur weil ihre Dauer und ihr Umfang reduziert wurden.“

Sie verwies außerdem auf eine Reihe weiterer Übungen, die die USA und Südkorea Anfang dieses Jahres abgehalten haben, sowie auf Südkoreas Pläne, atomgetriebene U-Boote zu beschaffen.

Kim Yo Jong bestritt, dass es derzeit irgendeine Kommunikation zwischen Trump und ihrem Bruder gibt. Anfang dieser Woche hatte Trump auf Nachfragen von Journalistinnen und Journalisten gesagt, Kim Jong Un habe auf seine Bitte um ein Gespräch reagiert.

In der Erklärung Kim Yo Jongs fehlte die sonst übliche scharfe Rhetorik Nordkoreas. Sie sagte kurz, das Verhältnis zwischen ihrem Bruder und Trump sei „immer noch ausgezeichnet“ und erinnerte an frühere Äußerungen Kim Jong Uns, er habe „gute Erinnerungen“ an Trump.

ARCHIV: US-Präsident Donald Trump trifft Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un auf der Insel Sentosa in Singapur, 12. Juni 2018.
ARCHIV: US-Präsident Donald Trump trifft Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un auf der Insel Sentosa in Singapur, 12. Juni 2018. Evan Vucci/Copyright 2018 The AP. All rights reserved.

Das deutet darauf hin, dass Nordkorea das Verhältnis zu Trump gezielt steuern will und zugleich größere Zugeständnisse anstrebt, um Gespräche wieder in Gang zu bringen.

Auf die Frage von Reporterinnen und Reportern, ob er Kim Jong Un noch in diesem Jahr treffen werde, antwortete Trump am Mittwoch: „Ja, werde ich.“ Ob er mit Kim Briefe austauscht, ließ er offen, betonte aber, er komme mit ihm gut aus.

Die Erklärung Kim Yo Jongs wurde nur wenige Stunden veröffentlicht, nachdem die südkoreanischen und US-Streitkräfte bestätigt hatten, ihr elftägiges Manöver Ulchi Freedom Shield zu verkleinern. Trump hatte das Pentagon zuvor angewiesen, die Übungen „erheblich zu reduzieren“. Zur Begründung verwies er auf sein „sehr gutes Verhältnis“ zu Kim und darauf, dass Südkorea sich weigert, ihn in seinem Krieg im Iran zu unterstützen.

Südkoreas Präsident Lee Jae Myung spricht während einer Kabinettssitzung im Präsidialamt in Seoul, Südkorea, Dienstag, 18. August 2026
Südkoreas Präsident Lee Jae Myung spricht während einer Kabinettssitzung im Präsidialamt in Seoul, Südkorea, Dienstag, 18. August 2026 undefined/Yonhap via AP/Yonhap

Südkoreanische Regierungsvertreter erklärten, Trumps Ankündigung sei ohne jede Vorwarnung gekommen. Das habe viele Menschen im Land verwirrt und Sorgen um die gemeinsame Verteidigungsbereitschaft ausgelöst.

Das südkoreanische Militär erklärte, die Verbündeten hätten auf Wunsch Washingtons Dauer und Umfang der Manöver angepasst. Die laufenden Übungen enden demnach bereits an diesem Freitag und nicht erst am 27. August, wie ursprünglich geplant. Zudem hätten beide Seiten vereinbart, einige gemeinsame Gefechtsübungen im Gelände zu verkleinern.

Ulchi Freedom Shield ist größtenteils eine computergestützte Stabsrahmenübung. Sie soll die Einsatzbereitschaft der Verbündeten für den Fall eines möglichen nordkoreanischen Angriffs erhöhen.

Weitere Quellen • AP

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

"Feindselig": USA und Südkorea verkürzen Manöver nach Trump-Befehl

IStGH kontert nach neuen US-Sanktionen gegen Spitzenpersonal

Gaza-Friedensplan: Kushners Gespräche enden ohne Durchbruch