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Prozess gegen französischen Milliardär wegen Jagd auf geschützte Vogelarten

ARCHIV: Jäger beteiligen sich an einer Wildschweinjagd in Saint-Pée-sur-Nivelle im Südwesten Frankreichs, Mittwoch, 18. Januar 2023.
ARCHIV: Jäger beteiligen sich an einer Wildschweinjagd in Saint-Pée-sur-Nivelle im Südwesten Frankreichs am Mittwoch, 18. Januar 2023. Copyright  AP Photo
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Von Malek Fouda
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Sollte der französische Milliardär und seine Mitangeklagten verurteilt werden, drohen bis zu sieben Jahre Haft. Der Fall gilt in Frankreich als beispiellos.

Der französische Milliardär Olivier Bouygues ist am Montag vor dem Gericht in Orléans erschienen. Dort muss er sich zusammen mit fünf weiteren Beschuldigten wegen verbotener Jagd verantworten, darunter auf geschützte Vogelarten auf seinem privaten Jagdrevier nahe dem Wald von Sologne, rund 150 Kilometer südlich von Paris.

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Der Prozess, der voraussichtlich zwei Tage dauert, hat vor allem symbolische Bedeutung. Ein Verfahren dieser Art hat es in Frankreichs Justiz bislang nicht gegeben.

Olivier Bouygues, Bruder des früheren Bouygues-Chefs Martin Bouygues, gehört nach Ansicht des Präsidenten der Liga zum Schutz der Vögel (LPO), Allain Bougrain-Dubourg, zu jener Gruppe von "Menschen, die im Geld schwimmen und sich von der Pflicht entbinden, die Artenvielfalt zu achten“.

Bougrain-Dubourg erklärte, der Fall solle als Warnung für Frankreichs Vermögende und Eliten dienen, die sich über dem Gesetz wähnen. Der Prozess soll sie von ähnlichen Praktiken abhalten, die der Umwelt schaden.

"Die Biodiversität kann leiden, und die Regeln gelten für alle – auch für diejenigen mit großen Ressourcen", fügte er hinzu.

ARCHIV - Das Logo ist an der Zentrale von Bouygues Telecom in Paris am Dienstag, 18. März 2014, zu sehen
ARCHIV - Das Logo ist an der Zentrale von Bouygues Telecom in Paris am Dienstag, 18. März 2014, zu sehen Jacques Brinon/AP

Der regionalen Staatsanwalt geht nach ersten Ermittlungen davon aus, dass das Jagdgelände von Bouygues diese illegalen Praktiken seit vielen Jahren ermöglicht hat.

Fünf der sechs Angeklagten erschienen am Montag vor Gericht. Ihnen drohen im Falle einer Verurteilung bis zu sieben Jahre Haft und eine Geldstrafe von 750.000 Euro.

Die Polizei stieß im vergangenen Jahr nach einem anonymen Hinweis auf ein Massengrab mit geschützten Vögeln auf dem Grundstück des Milliardärs. Darunter waren Silberreiher, Weihen und Turmfalken, Kormorane und Mäusebussarde.

Die Beamten fanden vor Ort außerdem verbotene Gegenstände wie Waffen und Tellereisen, die seit 1995 untersagt sind.

Auf dem Gelände stellten die Ermittler zudem eine Liste von Tierarten sicher, von denen einige geschützt sind und getötet werden sollten, sowie Spuren der bereits erfolgten Tötungen.

Die Behörden fanden auf dem Gelände des Milliardärs zudem einen Bagger, mit dem die Gräber für die erlegten Tiere ausgehoben wurden.

Der 75-jährige Olivier Bouygues wurde im vergangenen Juni festgenommen, nachdem die Polizei einen Durchsuchungsbeschluss auf seinem 600 Hektar großen Grundstück in Sologne vollstreckt hatte. Die Region beherbergt Frankreichs zweitgrößtes Waldgebiet und ist bei Vermögenden des Landes besonders beliebt.

Zusammen mit der LPO haben sich rund 15 weitere Umwelt- und Tierschutzorganisationen dem Verfahren als Nebenkläger angeschlossen. Olivier Bouygues ist einer der Söhne von Francis Bouygues, dem Gründer des Bau-, Medien- und Telekommunikationskonzerns.

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