Loader
Finden Sie uns
Werbung

„Enorme Fortschritte“: Mittelmeer wird zur erneuerbaren Energiehochburg für Ökostrom

Solarmodule in Betrieb nahe der Kleinstadt Milagro in der Provinz Navarra im Norden Spaniens, 24. Februar 2023.
Solaranlagen nahe der Kleinstadt Milagro in der nordspanischen Provinz Navarra, 24. Februar 2023. Copyright  Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved
Copyright Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved
Von Liam Gilliver
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Im Mittelmeerraum sind bereits mehr als 552 Gigawatt an Großprojekten für Solar- und Windkraft angekündigt oder in Entwicklung.

Der Mittelmeerraum hat beeindruckendes Potenzial, sich zu einer starken Region für saubere Energie zu entwickeln. Ein EU-Land geht dabei voran.

WERBUNG
WERBUNG

Eine neue Auswertung auf Basis von Daten des Global Integrated Power Tracker zeigt, dass in der Region Projekte für schätzungsweise 552 Gigawatt (GW) an Solar- und Windkraft im Versorgungsmaßstab angekündigt oder bereits in Entwicklung sind.

Das entspricht Investitionen von rund 792 Milliarden Dollar (etwa 682,79 Milliarden Euro).

Damit übertrifft der Mittelmeerraum die gesamte geplante Kraftwerkskapazität der USA über alle Erzeugungsarten hinweg, die derzeit bei 548,3 Gigawatt liegt. Das verschafft der Region reichlich Stoff zum Vorzeigen vor dem UN-Klimagipfel COP31, der in Antalya in der Türkei stattfindet.

Boom bei Solar- und Windkraft im Mittelmeerraum

Fast zwei Drittel der geplanten Wind- und Solarprojekte im Mittelmeerraum – insgesamt 361,3 Gigawatt – sollen bis 2030 in den kommerziellen Betrieb gehen.

Wenn diese Ziele erreicht werden, wächst der derzeit laufende Wind- und Solarpark der Region um 43 Prozent. Damit würden diese Technologien etwa ein Drittel des heutigen Strommixes ausmachen.

Ein neuer Bericht des Global Energy Monitor (Quelle auf Englisch) kommt zu dem Schluss, dass die in Planung befindliche Kapazität noch nicht ausreicht, um die regionalen Ziele für saubere Energie zu erreichen. Dennoch zeigen die Zahlen, dass die Regierungen in ihrer Energiewende „ehrgeizige Politiken, Programme und Strategien“ auf den Weg gebracht haben.

Welches Land liegt vorn?

Spanien hat sich in kurzer Zeit als eine treibende Kraft der europäischen Energiewende etabliert. Das Land belegt den ersten Platz bei geplanten Solarkraftwerken im Versorgungsmaßstab mit 108,8 Gigawatt und den dritten Platz bei der Windkraft mit 56,6 Gigawatt.

Spanien erzeugte im vergangenen Jahr rund fünfundsiebzig Prozent seines Stroms aus sauberen Quellen. Seit 2019 hat das Land dank seiner bestehenden erneuerbaren Kapazitäten den Einfluss teurer fossiler Kraftwerke auf den Strompreis um ebenfalls rund fünfundsiebzig Prozent gedrückt.

Die Investitionen in Wind- und Solarenergie machen sich für Verbraucherinnen und Verbraucher bereits bemerkbar: Ein durchschnittlicher Haushalt spart bei der Stromrechnung rund 10 Euro im Monat.

„Spanien hat die ruinöse Verknüpfung zwischen Strompreisen und volatilen fossilen Brennstoffen durchbrochen – etwas, das seine europäischen Nachbarn dringend anstreben“, sagt Dr Chris Rosslowe, Senior Analyst beim Energiethinktank Ember.

„Der Ausbau der Netze und von Speicherkapazitäten wird Spanien helfen, sich endgültig von der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu lösen.“

Rosslowe warnt zugleich, Spanien könne aus Angst vor Blackouts „wieder in eine teure Gasabhängigkeit hineinrutschen“. Die geplanten erneuerbaren Projekte zeigen jedoch, dass das Land weiter konsequent auf eine saubere Energiezukunft hinarbeitet.

Grafik zur geplanten Wind- und Solarkapazität im Mittelmeerraum.
Grafik zur geplanten Wind- und Solarkapazität im Mittelmeerraum. Global Energy Monitor

Auch Ägypten entwickelt sich zu einem Vorreiter in der nordafrikanischen Teilregion des Mittelmeerraums, mit fast 100 Gigawatt an Wind- und Solarprojekten in der Pipeline.

„Die Dekarbonisierung der Industrie treibt diese Entwicklung maßgeblich an“, heißt es in dem Bericht. „37,7 Gigawatt der derzeit im Aufbau befindlichen erneuerbaren Kapazität sind direkt mit Anwendungen für grünen Wasserstoff verknüpft.“

Danach folgen Griechenland, Italien, Marokko, Frankreich und die Westsahara.

„Die Staaten rund um das Mittelmeer beginnen ihre Energiewende nicht bei null“, sagt Hailey Deres, Senior Researcherin beim Global Energy Monitor.

„COP31 bietet die Chance, die bislang erzielten Fortschritte zu zeigen und zugleich darauf aufzubauen.“

Deres ergänzt, dass der Abbau von Hürden wie Europas veraltetem Stromnetz „letztlich darüber entscheiden wird“, wie viel der geplanten erneuerbaren Kapazität tatsächlich entsteht.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

„Ich bin im Überlebensmodus“: Bauern setzen auf neue Kulturen bei Dürre

UN-Klimaorganisation: El Niño wird sehr stark und hält bis Februar an

„Enorme Fortschritte“: Mittelmeer wird zur erneuerbaren Energiehochburg für Ökostrom