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China: Ölverbrauch und Emissionen sinken wegen Iran-Kriegs – bleibt Trend?

ARCHIV - Ein Junge fährt mit dem Rad an den Kühltürmen eines Kohlekraftwerks im chinesischen Dadong in der Provinz Shanxi vorbei, 3. Dezember 2009.
ARCHIV: Ein Junge fährt mit dem Fahrrad an den Kühltürmen eines Kohlekraftwerks in Dadong in der Provinz Shanxi in China vorbei, am 3. Dezember 2009. Copyright  AP Photo/Andy Wong, File
Copyright AP Photo/Andy Wong, File
Von Angela Symons mit AFP
Zuerst veröffentlicht am
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Erstmals führt nicht weniger Kohle, sondern ein sinkender Ölverbrauch dazu, dass Chinas CO2-Emissionen zurückgehen.

Chinas Kohlendioxidausstoß ist im zweiten Quartal des Jahres gesunken, wie eine neue Analyse zeigt.

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Die Emissionen des Landes sind schon früher zurückgegangen. Erstmals lag der Grund jedoch in einem geringeren Ölverbrauch – mit einem „dramatischen Einbruch“ der chinesischen Nachfrage nach Ölimporten, nachdem der Schiffsverkehr im Nahen Osten durch den US-Iran-Krieg gestört wurde.

Den Angaben des Centre for Research on Energy and Clean Air (CREA), dessen Analyse von Carbon Brief veröffentlicht wurde, zufolge gingen die klimawirksamen CO2-Emissionen im Zeitraum April bis Juni um ein Prozent zurück.

Der Ölverbrauch sank insgesamt um neun Prozent, im Verkehrssektor sogar um 16 Prozent. Grundlage sind Auswertungen chinesischer Regierungsdaten.

Die Entwicklung hat Chinas Energiesicherheitsstrategie „sehr klar bestätigt“ – besonders die Rolle der Elektrifizierung als Teil dieser Strategie, sagt CREA-Mitgründer und Chefanalyst Lauri Myllyvyrta.

Begrenzte Ölimporte beschleunigen Elektrifizierung in China

Massive Störungen im Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Straße von Hormus, über die früher rund 20 Prozent des weltweiten Öl- und Gasaufkommens liefen, haben die Öllieferungen nach China stark beeinträchtigt. Das Land ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt und der größte Importeur von Rohöl.

Mehr als sechs Monate nach Beginn des US-Iran-Kriegs kommt China mit den Komplikationen besser zurecht, als viele Fachleute zunächst erwartet hatten.

Nach Einschätzung Myllyvyrtas hat die Krise den Umstieg auf elektrische Fahrzeugflotten in China beschleunigt – auch in traditionell besonders spritdurstigen Branchen wie Bauwirtschaft und Bergbau.

„Solche Veränderungen dürften sich als dauerhaft erweisen“, sagt er.

Der Verkauf von elektrisch betriebenen Schwerlast-Lkw stieg im zweiten Quartal im Jahresvergleich um rund 77 Prozent. Die Zahl der Elektrofahrzeuge (EVs) auf den Straßen legte um 33 Prozent zu. Das Ladevolumen nahm um 60 Prozent zu. Das deutet darauf hin, dass die bestehenden E-Fahrzeuge intensiver genutzt werden.

Frühere Rückgänge der Emissionen in China gingen CREA zufolge vor allem auf einen geringeren Kohleverbrauch zurück, nicht auf weniger Öl.

China: Solarenergie überholt Kohle

China ist der größte Verursacher von Treibhausgasen weltweit und steht für mehr als 30 Prozent der globalen Emissionen.

Die Staats- und Regierungschefs des Landes haben versprochen, die CO2-Emissionen stärker zu senken und den grünen Umbau der Wirtschaft voranzutreiben. Bis 2060 wollen sie Klimaneutralität erreichen.

Im zweiten Quartal gingen die Emissionen zwar zurück. Im ersten Quartal waren sie jedoch um zwei Prozent gestiegen, wie die CREA-Daten zeigen. Insgesamt lagen sie in der ersten Jahreshälfte damit „leicht höher“.

Chinesische Behörden teilten Anfang der Woche mit, dass die installierte Solarstrom-Kapazität des Landes erstmals die der Kohlekraftwerke übertroffen hat.

China erlebt einen explosionsartigen Ausbau der erneuerbaren Energien. Der Anteil der Kohle im Energiemix ist in den vergangenen Jahren leicht gesunken.

Trotzdem stiegen die Emissionen des Stromsektors zwischen April und Juni, weil mehr Kohle verstromt wurde, während die Stromerzeugung aus Gas zurückging. Dies geschieht, obwohl die Kapazitäten von Wind- und Solaranlagen stark wachsen. „ungenutzter“ Strom bleibt ein hartnäckiges Problem, weil das Netz nicht auf hohe Anteile schwankender erneuerbarer Energien ausgelegt ist.

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