Bilder der Unruhen in Frankreich, weltweit ausgestrahlt, lassen Hotelbuchungen bereits zurückgehen. Touristiker fürchten, anhaltende Gewalt schrecke noch mehr Gäste aus dem Ausland ab.
Die Bilder der Unruhen in Frankreich gehen um die Welt und versetzen die Tourismusbranche in Sorge. Erste Folgen zeigen sich bereits bei den Hotelbuchungen, viele Anbieter fürchten eine Verschlechterung der Lage, falls die Gewalt anhält.
„Diese Welle der Gewalt mitten in den Städten, in Nizza, in Paris, in Lyon, ist verheerend“, sagt Christelle Cassagne, Leiterin von ADN Tourisme, einem Dachverband der institutionellen Tourismusorganisationen in Frankreich.
„Wer ein Hotel für eine Woche bucht, will nicht im Zimmer eingesperrt bleiben“, fügt sie hinzu.
Touristen überlegen, ob sie ihren Aufenthalt absagen
In Paris sorgte am Montag auch die Schließung des Louvre für Frust. Das Museum blieb wegen einer Studentenkundgebung vor dem Eingang geschlossen, viele Touristen verpassten so den Besuch des weltberühmten Hauses.
Vor diesem angespannten Hintergrund überdenken manche Reisende ihren Aufenthalt in der Hauptstadt.
Nach Angaben von MKG Consulting sind die ersten Effekte bereits sichtbar. Die Hotels in Paris verzeichnen für die nächsten sechs Wochen einen Rückgang der Buchungen.
Innerhalb von nur 24 Stunden, zwischen dem 19. und dem 20. Oktober, hat sich ihr Vorsprung gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025 deutlich verringert. Für Aufenthalte vom 20. bis 29. Oktober sank er von 1 auf 0,2 Prozentpunkte, für Reisen vom 20. bis 25. Oktober von 3,5 auf 1,9 Punkte.
Angst vor neuen Unruhen belastet Tourismus
Nach Einschätzung von Didier Arino, Direktor des Beratungsunternehmens Protourisme, hängt das Ausmaß der Folgen vor allem davon ab, ob die Unruhen anhalten. Bereits ein einziger Tag mit Ausschreitungen in Paris habe zur Stornierung von rund 1 % der Monatsbuchungen geführt – ein Effekt, der bislang noch überschaubar sei.
„Je weiter die Gäste anreisen, desto sensibler reagieren sie auf Sicherheitsrisiken – und desto gravierender fallen die Folgen aus“, betont er.
Die USA, China und Deutschland gehören zu den Staaten, die ihren Bürgerinnen und Bürgern, die nach Frankreich reisen wollen, zu besonderer Vorsicht raten.
Diese Warnungen könnten vor allem die Zahl der amerikanischen und asiatischen Besucher drücken, die im Schnitt deutlich mehr Geld ausgeben als Reisende aus Europa.
„Wenn das zwei Wochen dauert, ist das nicht sehr schlimm. Wenn sich das jedoch über mehrere Monate hinzieht, wird das katastrophal“, warnt Laurent Abitbol, Vorsitzender des Vorstands des Reisebüroverbunds Selectour.