Spitzenvertreter der USA und Chinas haben in Paris zwei Tage lang über Wirtschaftsfragen beraten; der US-Finanzminister sprach von produktiven Gesprächen vor Trumps China-Reise.
Eine US-Handelsdelegation unter Leitung von US-Finanzminister Scott Bessent und Handelsbeauftragtem Jamieson Greer hat am Montag in Paris zweitägige Gespräche mit chinesischen Vertretern abgeschlossen. In der ersten offiziellen Einschätzung aus Washington sprach Bessent von „sehr guten“ Beratungen.
Die Delegation traf Chinas Vizepremier He Lifeng und den Chefunterhändler für Handelsfragen Li Chenggang. Nach Angaben aus US-Kreisen drängten die Vertreter Washingtons Peking, die Importe von Boeing-Passagierjets sowie von amerikanischer Kohle, Erdöl und Erdgas auszuweiten.
Die Runde in Paris folgte auf frühere Gespräche in Genf, London, Stockholm, Madrid und Kuala Lumpur. Ziel ist es, die bilateralen Beziehungen nach den Zolleskalationen des vergangenen Jahres zu stabilisieren.
Die Handelsgespräche dienen auch der Vorbereitung des für Ende März geplanten Besuchs von Präsident Trump in Peking. Sie finden vor dem Hintergrund des andauernden Iran-Kriegs statt.
Die chinesische Seite zeigte sich dem Vernehmen nach offen für zusätzliche Agrarkäufe in den USA, darunter Geflügel, Rindfleisch und Ackerfrüchte außer Sojabohnen. Zugleich bekräftigte sie Pläne, in den kommenden drei Jahren jährlich 25 Millionen Tonnen amerikanischer Sojabohnen zu erwerben.
Außerdem erörterten beide Delegationen formelle Mechanismen, um Handel und Investitionen in nicht sensiblen Bereichen zu steuern, darunter einen vorgeschlagenen gemeinsamen US-chinesischen „Board of Trade“ und ein „Board of Investment“.
Fortschritte gab es auch beim Thema kritische Mineralien. Die USA drängten auf besseren Zugang zu Yttrium, einem seltenen Erdmetall, das für Turbinen in Flugzeugtriebwerken wichtig ist, und beide Seiten loteten Möglichkeiten aus, bestehende Beschränkungen zu lockern.
Bessent betonte, konkrete Ergebnisse müssten letztlich Präsident Trump und Chinas Staatspräsident Xi Jinping beim Gipfel in Peking entscheiden, der für den 31. März bis 2. April angesetzt ist.
Der Besuch wäre der erste eines amtierenden US-Präsidenten in China seit fast einem Jahrzehnt. Zuletzt war Trump im November 2017 während seiner ersten Amtszeit in das Land gereist.
Straße von Hormus überschattet Trump-Xi-Gipfelpläne
Der wirtschaftspolitische Dialog lief parallel zum anhaltenden Iran-Krieg, der die Straße von Hormus faktisch geschlossen hat. Die Meerenge ist ein zentrales Nadelöhr für den Großteil von Chinas Rohölimporten und rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels.
Trump hat angedeutet, der Besuch in Peking könne verschoben werden, falls China die geplante US-Marineoperation zum Geleitschutz von Öltankern in dem Seeweg nicht unterstützt.
Auf seiner Pressekonferenz stellte Bessent klar, eine mögliche Verzögerung des Besuchs hätte ausschließlich logistische Gründe.
„Sollten die Treffen verschoben werden, dann nicht, weil der Präsident verlangt hätte, dass China die Straße von Hormus überwacht“, sagte Bessent.
„Wenn der Gipfel aus irgendeinem Grund neu terminiert wird, dann aus logistischen Gründen. Der Präsident würde als Oberbefehlshaber entscheiden, im Weißen Haus zu bleiben, solange dieser Krieg geführt wird“, fügte er hinzu.
Trotz früherer China-Sanktionen: Marco Rubio soll Trump nach Peking begleiten
US-Außenminister Marco Rubio wird nach Medienberichten voraussichtlich Präsident Trump nach Peking begleiten.
Peking hatte 2020 Sanktionen gegen Rubio verhängt, als er noch Senator war. Dazu gehörten Reisebeschränkungen wegen seiner Positionen zu Hongkong und Xinjiang.
Das chinesische Außenministerium ließ durchblicken, die Maßnahmen richteten sich gegen Rubios frühere Aktivitäten als Senator und müssten seine Teilnahme am Gipfel nicht zwingend ausschließen.
Dass eine frühere Hardliner-Stimme der China-Politik wie Rubio eingebunden wird, unterstreicht den Balanceakt der Trump-Regierung zwischen wirtschaftlicher Kooperation und sicherheitspolitischen Prioritäten.
Nach Abschluss der Gespräche in Paris und mit weniger als zwei Wochen bis zum Gipfel in Peking richtet sich der Blick nun darauf, ob sich der von Bessent beschriebene positive Ton in konkrete Zusagen bei Flugzeugen, Energie und Landwirtschaft niederschlägt.