Tokio, Osaka und Nagoya gehören alle zur globalen Top Ten der Städte; Barcelona und Madrid sind die einzigen europäischen Städte im Ranking.
Der Trend zum digitalen Nomadentum hält unvermindert an. In einer neuen Rangliste der weltweit besten Städte für Remote-Arbeitende liegt Japan klar vorn: Tokyo, Osaka und Nagoya schaffen es allesamt in die Top zehn.
Für heutige Nomaden zählt weit mehr als nur funktionierendes WLAN. Kosten, Freizeitangebote, arbeitsfreundliche Infrastruktur und Lebensqualität entscheiden darüber, ob sich ein längerer Aufenthalt lohnt.
Um herauszufinden, welche Städte das beste Gesamtpaket bieten, hat die unabhängige VPN-Bewertungsplattform vpn.jpn.com (Quelle auf Englisch) 104 der weltweit größten Städte analysiert und nach den Faktoren bewertet, die für digitale Nomaden besonders wichtig sind.
Ausgangspunkt waren 150 der bevölkerungsreichsten Städte weltweit, definiert nach dem Urbanisierungsgrad der Vereinten Nationen. 46 Städte fielen aus unterschiedlichen Gründen aus der Auswertung heraus.
Am Ende berücksichtigte die Studie die Dichte an Arbeitsorten, Ausgeh- und Kulturangeboten sowie die landesweiten Internetgeschwindigkeiten, das örtliche Preisniveau und die Zahl der angenehmen Arbeitstage. Als angenehm galten Tage mit einer Durchschnittstemperatur zwischen 15 °C und 28 °C und weniger als 5 mm Regen. Jede Stadt erhielt dafür Einzelbewertungen und einen Gesamtscore von maximal 100 Punkten.
Neben Japan dominieren Städte in Ost- und Südostasien die Top zehn. Dazu kommen zwei spanische Metropolen, Barcelona und Madrid.
Beste Städte für digitale Nomaden weltweit
Trotz der starken Präsenz Japans steht Seoul an der Spitze und gilt in der Auswertung als beste Großstadt für digitale Nomaden.
Die südkoreanische Hauptstadt kommt auf einen Gesamtscore von 73,60 Punkten. Sie bietet 59,67 Arbeitsorte pro Quadratkilometer, dazu 172,94 Ausgehmöglichkeiten und 10,74 Kulturstätten.
Seoul verzeichnet zudem die höchste durchschnittliche Downloadgeschwindigkeit in den Top zehn mit 69,27 Mbit/s.
Die Studie setzte die Vereinigten Staaten mit einem Wert von 100 als Vergleichsmaßstab. Seoul erreicht beim Thema Erschwinglichkeit 63,99 Punkte – die Preise liegen damit rund 36 Prozent unter dem US‑Niveau.
Knapp dahinter folgt die japanische Hauptstadt: Tokyo erzielt einen Gesamtscore von 72,61 Punkten. Die Metropole bietet etwas weniger Arbeitsorte als Seoul, nämlich 56,43 pro Quadratkilometer, und ist etwas teurer mit einem Erschwinglichkeitswert von 65,66. Nach Feierabend gibt es dafür besonders viel zu erleben.
Tokyo zählt 395,12 Ausgehmöglichkeiten pro Quadratkilometer – mehr als doppelt so viele wie Seoul und der höchste Wert in den Top zehn. Dazu kommen beeindruckende 12,71 Kulturstätten pro Quadratkilometer.
Auf Platz drei liegt Hanoi mit einem Score von 71,86 Punkten.
Die vietnamesische Hauptstadt überzeugt vor allem mit einer großen Zahl an Arbeitsorten: 96,88 Plätze pro Quadratkilometer, der höchste Wert in den Top zehn. Hinzu kommen sehr niedrige Preise, fast 71 Prozent unter dem US‑Vergleichswert.
Hanoi bietet außerdem 180 angenehme Arbeitstage und liegt damit deutlich vor Seoul mit 105 und Tokyo mit 103 solchen Tagen. Schwächer schneidet die Stadt bei der landesweiten Downloadgeschwindigkeit ab: Sie liegt nur bei 16,12 Mbit/s.
Danach folgt Taipeh, das 70,98 Punkte erreicht.
Die taiwanische Hauptstadt bietet 48,24 Arbeitsorte pro Quadratkilometer und ist beim Ausgehangebot besonders stark mit 295,77 Möglichkeiten pro Quadratkilometer.
Hinzu kommen 10,71 Kulturstätten pro Quadratkilometer, während die Preise rund 57 Prozent unter dem US‑Vergleichswert liegen.
Auf Platz fünf geht es zurück nach Japan: Osaka erreicht einen Score von 70,15 Punkten.
Die nach Einwohnerzahl drittgrößte Stadt des Landes bietet 350,27 Ausgehmöglichkeiten pro Quadratkilometer – nur Tokyo kommt auf mehr. Zudem gibt es 45,80 Arbeitsorte pro Quadratkilometer.
Spanien: einzige europäische Vertretung in den Top zehn
Barcelona belegt Platz sechs und ist die höchstplatzierte spanische Stadt mit einem Score von 68,11 Punkten.
Die Stadt bietet weniger Arbeitsorte als die asiatischen Konkurrenzstädte darüber. Spanien verfügt jedoch über die schnellste durchschnittliche Uploadgeschwindigkeit in den Top 15 mit 36,71 Mbit/s.
Auch außerhalb der Arbeitszeit hat Barcelona viel zu bieten: 104,83 Ausgehmöglichkeiten und 8,97 Kulturstätten pro Quadratkilometer. Zudem verzeichnet die Stadt 164 angenehme Arbeitstage.
Madrid folgt auf Platz sieben mit einem Score von 66,67 Punkten.
Die beiden spanischen Städte kommen bei Internetgeschwindigkeit und Preisniveau auf identische Landeswerte. Entscheidend sind daher die Unterschiede vor Ort: Barcelona liegt knapp vorn mit etwas mehr Arbeitsorten, einem größeren Ausgeh- und Kulturangebot pro Quadratkilometer und 43 zusätzlichen angenehmen Arbeitstagen.
Danach folgt São Paulo, ebenfalls mit 66,67 Punkten und auf Rang acht.
Die brasilianische Metropole verzeichnet beeindruckende 252 angenehme Arbeitstage – der höchste Wert in den Top zehn – und Preise, die rund 53 Prozent unter dem US‑Vergleichswert liegen.
Auf Platz neun taucht erneut Japan auf: Nagoya erreicht einen Score von 64,97 Punkten.
Wie Tokyo und Osaka profitiert die Stadt von Japans hoher Internetgeschwindigkeit: landesweit liegen die Uploadraten bei 33,07 Mbit/s, die Downloads bei 58,72 Mbit/s. Nagoya bietet zudem 23,45 Arbeitsorte und 144,32 Ausgehmöglichkeiten pro Quadratkilometer.
Der Minuspunkt ist das Klima: Mit nur 83 angenehmen Arbeitstagen verzeichnet Nagoya den niedrigsten Wert unter den Top 15.
Den Abschluss der Top zehn bildet Ho-Chi-Minh-Stadt mit einem Score von 64,28 Punkten. Vietnam ist damit mit zwei Städten in der Spitzengruppe vertreten.
Die Stadt bietet 56,73 Arbeitsorte pro Quadratkilometer und liegt damit fast auf dem Niveau von Seoul. Die Preise sind rund 70 Prozent niedriger als der US‑Vergleichswert.