Die Ölpreise geben rund vier Prozent gegenüber den Montagshochs nach. Anleger reagieren auf Donald Trumps Zusicherung, die Gespräche mit Iran kämen voran.
Die Ölpreise haben am Dienstag einen Großteil ihrer kräftigen Gewinne vom Wochenbeginn wieder abgegeben. Zuvor waren sie in die Höhe geschossen, nachdem Iran die Gespräche mit den USA ausgesetzt und angekündigt hatte, die Straße von Hormus vollständig zu schließen. Das schürte bei Anlegern die Sorge, der Konflikt im Nahen Osten könnte weiter eskalieren, statt auf ein Friedensabkommen zuzusteuern.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) rund vier Prozent unter seinem Montagshoch bei 91,3 Dollar je Barrel. Brent-Öl fiel ebenfalls um etwa vier Prozent auf 97,2 Dollar je Barrel.
Die Kehrtwende bei den Ölpreisen hängt offenbar vor allem mit der beschwichtigenden Rhetorik von US-Präsident Donald Trump am Montagnachmittag zusammen. Er versicherte, die Gespräche mit Iran kämen in „raschem Tempo“ voran.
Zur Untermauerung dieser Botschaft erklärte Trump, er habe sowohl mit dem israelischen Ministerpräsidenten als auch mit Vertretern der Hisbollah-Führung gesprochen, um den laufenden Konflikt im Libanon zu entschärfen, der auch die umfassenderen Friedensverhandlungen belastet.
Zum Handelsstart legten auch die europäischen Börsen zu. Anleger setzten darauf, dass die Bemühungen um ein Ende des Kriegs mit Iran vorankommen. Der Euro Stoxx 50 und der breiter gefasste Stoxx 600 lagen zu Beginn des Dienstagshandels jeweils rund 0,9 Prozent im Plus. Der britische FTSE 100, der deutsche DAX 30, der französische CAC 40, Italiens FTSE MIB, der niederländische AEX und der Schweizer CH20 gewannen zwischen 0,6 und einem Prozent, angeführt vom deutschen Leitindex.
In den USA startete der S&P 500 um 0,1 Prozent leichter. Der technologielastige Nasdaq 100 legte dagegen 0,1 Prozent zu, nachdem die Futures am Dienstagmorgen weitgehend unbewegt geblieben waren.
An den Märkten im asiatisch-pazifischen Raum überwogen in der Nacht zum Dienstag ebenfalls Kursgewinne. In Südkorea stieg der Kospi um rund 2,6 Prozent und machte damit die kleine Korrektur vom Montag wett, nachdem er erneut ein Rekordhoch von 8.933 Punkten erreicht hatte, während Japans Nikkei 225 etwa 0,5 Prozent nachgab.
Der Hype um Künstliche Intelligenz treibt den südkoreanischen Index weiter an und löst ihn zunehmend von den geopolitischen Sorgen, die andere Märkte belasten.
In Australien legte der S&P/ASX 200 um 0,7 Prozent zu. Der Hang-Seng-Index in Hongkong sprang um 2,5 Prozent nach oben, der CSI 300 auf dem chinesischen Festland kletterte um 1,5 Prozent.