Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Lagarde: Kapitalmarktunion entscheidend für Euro als globale Reservewährung

AP-Foto
AP-Foto Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
Copyright Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
Von Eleonora Vasques
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Angesichts der immer instabileren geopolitischen Lage habe die EU keine Wahl, als ihr Geld selbst zu kontrollieren, sagte die EZB-Präsidentin in Brüssel.

„Der Euro wird nicht über Nacht zur globalen Reservewährung“, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde am Montag in Brüssel. Sie rief die Abgeordneten dazu auf, die Kapitalmarktunion zu vollenden, die sie als wichtigsten Schritt bezeichnete.

WERBUNG
WERBUNG

In Europa wächst die Debatte, wie der Euro seine Rolle als Weltwährung ausbauen kann. Der konfrontative Kurs von US-Präsident Donald Trump in der Außen- und Handelspolitik hat die Diskussion zusätzlich beschleunigt.

Im Mittelpunkt stehen drei Herausforderungen: Europa soll seine Abhängigkeit von US-Zahlungsinfrastruktur verringern, die Reformagenda der EU abschließen und den Euro zu einer konkurrenzfähigen Weltwährung machen, in einem Umfeld, in dem die Vormachtstellung des Dollars nicht mehr sicher ist.

„So etwas passiert nicht über Nacht. Blickt man in die Geschichte, wurde keine Währung zur internationalen Reservewährung, bevor sie sich schützen und militärisch gegen andere Mächte behaupten konnte“, sagte Lagarde bei der Veranstaltung.

Die US-Konzerne Visa und Mastercard wickeln laut Daten der Europäischen Zentralbank (EZB) aus dem Jahr 2025 rund 61 % aller Kartenzahlungen im Euroraum und fast sämtliche grenzüberschreitenden Transaktionen ab.

Als Antwort darauf treibt die EU den digitalen Euro voran, eine von der EZB gestützte öffentliche Digitalwährung, die Bargeld ergänzen soll. Das Gesetzespaket soll bis Ende 2026 stehen; eine entscheidende Abstimmung dazu steht am Dienstag im Europäischen Parlament an.

Parallel zum digitalen Euro hat die EZB Ende März eine neue Zahlungsstrategie vorgestellt. Kernstücke sind zwei neue Netzwerkinfrastrukturen namens „Pontes“ und „Appia“. Sie sollen die Notenbank auf Zukunftstechnologien wie Tokenisierung und Distributed-Ledger-Technologie (DLT) vorbereiten.

Die EZB will Zentralbankgeld, das sie garantiert, auch in der neuen, technologiegetriebenen Zahlungswelt verankern. Lagarde nannte den Aufbau dieser Infrastrukturen, die Einführung des digitalen Euro und die Reform der europäischen Kapitalmärkte als vordringliche Aufgaben.

Das Vorgehen der EZB ist auch eine Antwort auf den Aufstieg privat emittierter Stablecoins, also Kryptoanlagen mit begrenzter Kursschwankung. Sie gewinnen im Zahlungsverkehr stetig an Boden und basieren auf den neuen Technologien.

Staaten wie Russland und China haben bereits eigene öffentliche Digitalwährungen eingeführt. Die USA gehen jedoch einen anderen Weg. Trump gab Pläne für einen digitalen Dollar der Federal Reserve auf und setzt stattdessen auf Stablecoins.

Das entsprechende Gesetz heißt Guiding and Establishing National Innovation for US Stablecoins (GENIUS) Act und schafft einen regulatorischen Rahmen für diese Kryptoanlagen.

Da weltweit rund 95 % der Stablecoins an den US-Dollar gekoppelt sind, will Trump die US-Währung über diese neue Technologie stärken. Stablecoins sollen zu einem zentralen Zahlungsmittel für internationale und strategisch wichtige Transaktionen werden.

Zu den Vorschlägen, mit denen die EU ihre internationale Rolle stärken will, gehört laut einem der Redaktion vorliegenden Kommissionspapier zur internationalen Bedeutung des Euro auch die Ausgabe weiterer auf Euro lautender Stablecoins.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

EZB erhöht Zinsen erstmals seit drei Jahren: Iran-Krieg treibt Inflation

Energieschock durch Iran-Krieg: EZB wachsam, Lagarde erwartet keine Wiederholung von 2022

Lagarde: Kapitalmarktunion entscheidend für Euro als globale Reservewährung