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Microsoft und Apple erhöhen Preise wegen KI-Chipmangel bei Xbox, Macs und iPads

In San Francisco werden Xbox-Konsolen in ein Bundesgericht gebracht, wo Microsoft seine geplante Übernahme von Activision Blizzard verteidigt. 28. Juni 2023.
Mitarbeiter tragen Xbox-Konsolen in ein US-Bundesgericht in San Francisco, wo Microsoft die geplante Übernahme von Activision Blizzard verteidigt. 28. Juni 2023. Copyright  AP Photo/Noah Berger
Copyright AP Photo/Noah Berger
Von Doloresz Katanich mit AFP & AP
Zuerst veröffentlicht am
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Microsoft und Apple verteuern Xbox-Konsolen, Macs und iPads. Grund sind stark gestiegene Speicherchip-Preise durch den KI-Boom. Je nach Modell steigen die Preise um bis zu 300 Dollar (rund 265 Euro) bzw. bis zu 25 %.

Microsoft will nach eigenen Angaben ab dem ersten August die Preise seiner Xbox-Videospielkonsolen weltweit um 100 bis 150 Dollar anheben. Der Konzern begründet den Schritt mit stark gestiegenen Kosten für Speicher- und Arbeitsspeicherchips, getrieben durch die Nachfrage im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz.

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Redaktionshinweis: Die Euro-Beträge sind ungefähre Umrechnungen zum aktuellen Wechselkurs und entsprechen nicht den offiziellen Preisen der Unternehmen.

In den USA verteuert sich die günstigste Xbox, die Series S, in diesem Sommer auf 500 Dollar (rund 440 Euro). Die Series X soll künftig bis zu 800 Dollar (etwa 705 Euro) kosten. Für Europa hat der Konzern noch keine neuen Preise genannt; derzeit kostet die Series X hierzulande rund 600 Euro.

Das Modell mit zwei Terabyte Speicher wird eingestellt.

Es ist bereits die dritte Preiserhöhung für die Xbox. Zuvor hatte Microsoft die Preise weltweit im Mai 2025 angehoben und im Oktober noch einmal ausschließlich in den USA.

Hersteller von Unterhaltungselektronik spüren die steigenden Kosten für Bauteile durchweg. In den vergangenen Monaten haben auch Sony und Nintendo die Preise ihrer Konsolen erhöht. Apple kündigte am Donnerstag zudem deutliche Aufschläge für Macs und iPads an.

Apple setzt Preiserhöhungen wegen KI-Boom um

Apple hat am Donnerstag die Warnung von Konzernchef Tim Cook aus diesem Monat wahr gemacht, wonach Preiserhöhungen „unvermeidlich“ geworden seien. Der iPhone-Konzern kündigte höhere Preise für Macs und iPads an, da die KI-getriebene Nachfrage nach Speicherchips die Kosten weiter nach oben treibt.

In der Mitteilung vom Donnerstag sprach der in Cupertino ansässige Konzern von einer „beispiellosen Herausforderung“ für die Unterhaltungselektronikbranche.

In einer von der Nachrichtenagentur AP zitierten schriftlichen Stellungnahme erklärte Apple: „Die schnelle Ausweitung von KI-Rechenzentren hat zu einem außergewöhnlichen Nachfrageschub nach Speicher und Speichermedien geführt. Wir haben noch nie erlebt, dass die Preise für Bauteile so stark und so schnell steigen.“

Das neue Einstiegsmodell MacBook Neo wird 100 Dollar (rund 90 Euro) teurer. Das MacBook Air mit 512 Gigabyte Speicher und das iPad Pro Wi-Fi mit 256 Gigabyte kosten jeweils 200 Dollar (etwa 175 Euro) mehr. Das MacBook Pro mit einem Terabyte Speicher verteuert sich um 300 Dollar (rund 265 Euro). Für das iPad Air mit 128 Gigabyte verlangt Apple künftig 150 Dollar (etwa 130 Euro) zusätzlich.

Analystinnen und Analysten rechnen damit, dass die Preise für iPhones im Laufe des Jahres noch steigen.

Die IDC-Analystin Nabila Popal sagte, die jüngsten Aufschläge seien höher ausgefallen als erwartet. Das deute darauf hin, dass auch die iPhone-Preise stärker steigen könnten als bisher angenommen – möglicherweise um bis zu 200 Dollar (rund 175 Euro) bei den Modellen iPhone Pro und Pro Max.

„Ich glaube, die Zeiten von Preisschritten um 50 Dollar sind vorbei“, sagte sie.

In der von AP zitierten Stellungnahme erklärte Apple, man habe Kundinnen und Kunden bislang vor dem Anstieg der Komponentenpreise geschützt. „Jetzt haben wir jedoch einen Punkt erreicht, an dem wir beginnen müssen, die Preise für eine Reihe von Produkten zu erhöhen, einschließlich der heutigen Aufschläge für iPads und Macs. Wir wissen, dass dies keine gute Nachricht ist, und arbeiten mit Hochdruck an Lösungen.“

Die Apple-Aktie verlor am Donnerstagnachmittag 13,29 Dollar beziehungsweise 4,5 Prozent und fiel auf 279,88 Dollar.

KI-Boom verändert Geschäftsmodell der Unterhaltungselektronik

Der beschleunigte Bau von Rechenzentren für KI-Training und -Anwendungen treibt die Preise für Speicher- und Speichermedienchips in die Höhe. Solche Bauteile stecken in nahezu allen elektronischen Geräten.

Der Markt, den Konzerne wie Samsung und SK Hynix aus Südkorea sowie der US-Hersteller Micron dominieren, leidet seit Monaten unter erheblichen Lieferengpässen. Das treibt die Preise zusätzlich.

Die Kosten für Speicher- und Arbeitsspeicherchips haben sich bereits mehr als verdoppelt und könnten sich nach Schätzung von Microsoft bis Ende 2027 noch einmal verdoppeln.

Der in Redmond ansässige Konzern betonte zudem, dass Spielekonsolen anders als Smartphones oder Computer in der Regel nicht mit Gewinn verkauft werden, sondern unter ihren Herstellungskosten.

Der japanische Rivale Sony hat den Preis seiner PlayStation 5 in Europa Anfang April um 100 Euro erhöht; die Standardversion kostet nun 650 Euro.

Auch Nintendo hat für seine Switch 2 ab dem ersten September eine Preiserhöhung um mehr als sechs Prozent angekündigt. Die US-Firma Valve brachte am Montag ihre neue Steam Machine auf den Markt: Die Basisversion kostet mehr als 1.000 Dollar (rund 880 Euro) und damit mehr als erwartet.

Microsoft als drittgrößter Konsolenhersteller nach Sony und Nintendo hatte im April bereits den Preis seines Abodienstes Xbox Game Pass gesenkt, den viele Spielerinnen und Spieler zuvor als zu teuer empfunden hatten.

Die Gaming-Sparte von Microsoft, die im Geschäftsjahr 2025 rund acht Prozent des Konzernumsatzes beisteuerte, wurde im Februar umfassend umgebaut. Hintergrund waren rückläufige Erlöse, vor allem beim Xbox-Geschäft, und die enttäuschende Entwicklung neuer Spiele.

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