Der deutsche Essenslieferdienst Delivery Hero unterstützt das Übernahmeangebot von Uber über 13 Milliarden Euro. Damit würde Uber sein weltweites Liefernetz deutlich ausbauen.
Delivery Hero unterstützt nach eigenen Angaben am Donnerstag das Übernahmeangebot des US-Fahrdienstvermittlers Uber. Uber will den deutschen Essenslieferdienst übernehmen, der in mehr als 50 Märkten in Asien, Europa, Lateinamerika und im Nahen Osten aktiv ist.
Mit der Transaktion sichert sich Uber eine deutlich stärkere Präsenz in Asien, dem Nahen Osten, Lateinamerika und Teilen Europas – darunter wichtige Märkte wie Südkorea, Italien, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Argentinien.
Uber bietet 41,50 Euro je Aktie in bar für sämtliche Anteile von Delivery Hero. Damit bewertet der Konzern den deutschen Essenslieferdienst mit 13 Milliarden Euro (14,8 Milliarden Dollar).
Unter Berücksichtigung des bereits gehaltenen Aktienpakets beläuft sich der Transaktionswert nach Unternehmensangaben auf rund 13,7 Milliarden Dollar (12 Milliarden Euro).
Delivery Hero mit Sitz in Berlin wurde 2011 gegründet. Das Unternehmen ist inzwischen in mehr als 60 Märkten aktiv und zählt zu den weltweit größten Essenslieferdiensten. Zudem hat Delivery Hero sein Geschäft über klassische Essensbestellungen hinaus auf sogenanntes Quick Commerce ausgeweitet, also die Zustellung kleiner Warenpakete an Kundinnen und Kunden.
Durch die Übernahme würde Uber seine Mobilitäts- und Lieferdienste auf 99 Länder ausdehnen. Gemeinsam kamen Uber und Delivery Hero 2025 auf Bruttobuchungen im Wert von 236 Milliarden Dollar (205,9 Milliarden Euro), gemessen am Bruttowarenwert (Gross Merchandise Value, GMV).
Uber erklärte, durch die Übernahme entstehe nach eigener Darstellung die weltweit größte Plattform für Mobilität und Lieferdienste.
Uber-Chef Dara Khosrowshahi sagte: „Indem wir unsere Plattformen zusammenführen, kann Uber vielen Millionen weiterer Menschen in einigen der dynamischsten Volkswirtschaften der Welt einen günstigen und verlässlichen Lieferdienst anbieten und gleichzeitig zusätzliche Chancen für Händler und Kuriere schaffen.“
„Die globale Mobilitäts- und Lieferplattform von Uber und unser gemeinsames Bekenntnis zu Innovation machen diese Partnerschaft zum richtigen Schritt, um auf den Stärken von Delivery Hero in der lokalen Essenszustellung und im Quick Commerce aufzubauen“, sagte Niklas Oestberg, Vorstandschef und Mitgründer von Delivery Hero.
Uber rechnet damit, dass die Übernahme den bereinigten Gewinn je Aktie nach Abschluss der Transaktion steigern wird. Im dritten Jahr nach dem Abschluss soll der Effekt im hohen einstelligen Prozentbereich liegen.
Die Aktie von Delivery Hero lag nach der Bekanntgabe in Frankfurt um null Komma fünf Prozent im Minus und notierte am frühen Nachmittag bei 37,90 Euro.
Uber sagte zu, bis mindestens 2029 keine Änderungen an der Belegschaft von Delivery Hero in Berlin vorzunehmen.
Darüber hinaus will Uber bis 2031 insgesamt 2 Milliarden Euro in Deutschland investieren. Der Schwerpunkt liegt nach Unternehmensangaben auf dem Ausbau der lokalen Unternehmensbelegschaft, dem Wachstum des Geschäfts im gesamten Bundesgebiet sowie der Einführung autonomer Fahrzeuge und Kooperationen mit der deutschen Automobilindustrie.
Parallel dazu hat Delivery Hero vereinbart, seine Aktivitäten in 14 Märkten, in denen das Unternehmen mit Uber Eats konkurriert, für rund 1,4 Milliarden Euro an die New Yorker Investmentgesellschaft SSW Partners zu verkaufen. Der Verkauf steht unter dem Vorbehalt des Abschlusses der Uber-Übernahme und weiterer üblicher Bedingungen.
Die Übernahme kommt jedoch nur zustande, wenn sich Uber mindestens 50 Prozent plus eine Aktie des ausstehenden Aktienkapitals von Delivery Hero sichert, einschließlich der bereits gehaltenen Anteile, und die erforderlichen Genehmigungen der Aufsichtsbehörden bekommt.
Der Großaktionär Prosus hat unwiderruflich zugesagt, seine Anteile anzudienen. Damit käme Uber auf eine wirtschaftliche Beteiligung von rund 53 Prozent an Delivery Hero.
Vorstand und Aufsichtsrat von Delivery Hero kündigten an, den Aktionären nach Prüfung des offiziellen Angebotsdokuments zu empfehlen, das Angebot anzunehmen. Der Abschluss der Transaktion wird in der zweiten Jahreshälfte 2027 erwartet.