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Bank of England belässt Zins bei 3,75 Prozent trotz Inflationsrisiken

Der Gouverneur der Bank of England Andrew Bailey gestikuliert bei der Pressekonferenz zum Finanzstabilitätsbericht in London am Dienstag, dem siebten Juli 2026.
Der Gouverneur der Bank of England Andrew Bailey gestikuliert bei einer Pressekonferenz zum Finanzstabilitätsbericht in London am Dienstag, dem siebten Juli 2026. Copyright  Doug Peters/Pool Photo via AP
Copyright Doug Peters/Pool Photo via AP
Von Indrabati Lahiri mit AP
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Großbritannien: Inflation sinkt im Juni, doch die Bank of England belässt den Leitzins unverändert wegen Nahost-Konflikt und schwankender Energiepreise.

Die Bank of England hat ihren Leitzins am Donnerstag zum fünften Mal in diesem Jahr bei 3,75 Prozent belassen. Der unerwartet starke Rückgang der Inflation im Vormonat verschaffte den Währungshütern Luft, um die Folgen der wieder aufgeflammten Kämpfe im Iran zu beurteilen.

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Der Zins liegt damit auf dem niedrigsten Niveau seit Januar 2023. Analysten waren mehrheitlich davon ausgegangen, dass die BoE trotz des Inflationsrückgangs im Juni vorerst nicht nachsteuert.

Zwar lässt der Preisdruck nach. Doch die wieder aufgeflammten Spannungen zwischen Iran und den USA im Nahen Osten schüren die Sorge, dass die Energiepreise erneut anziehen.

Geldpolitischer Ausschuss uneins bei Zinsentscheidung

Der geldpolitische Ausschuss der Bank stimmte mit sechs zu drei Stimmen dafür, den Leitzins bei 3,75 Prozent zu belassen – im Einklang mit den Erwartungen der meisten Ökonomen. Seit Dezember hält die Notenbank den Zins auf diesem Niveau, nachdem sie im Jahr 2025 bereits viermal gesenkt hatte.

Die knappe Entscheidung macht deutlich, wie groß die Spannungen unter Zentralbanken weltweit sind. Sie ringen darum, wie sie auf hartnäckig hohe Inflation reagieren sollen und fürchten zugleich, dass der Krieg im Iran eine neue Runde von Preissprüngen auslösen könnte.

Die US-Notenbank Federal Reserve hat am Mittwoch ihren Leitzins in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent belassen. Fed-Chef Kevin Warsh erklärte, die Zentralbank werde „nicht zögern zu handeln“, um die Inflation unter Kontrolle zu halten.

„Die Märkte rechnen in Großbritannien in diesem Jahr mit mindestens einer Zinserhöhung. Drei Mitglieder haben heute für einen Schritt nach oben gestimmt, und die Lage im Nahen Osten lässt bislang keine Entspannung erkennen – daran wird sich nichts ändern“, schrieb Richard Carter, Leiter der Zinsanalyse beim Vermögensverwalter Quilter Cheviot, in einer E-Mail.

Er fügte hinzu: „Die neue Regierung hat die Lebenshaltungskosten zur obersten Priorität erklärt. Die ersten Maßnahmen werden die Inflation leicht dämpfen, aber nicht stark genug, um bei den Zinsen wirklich einen Unterschied zu machen.“

Inflation in Großbritannien fällt, geopolitische Spannungen halten an

Die Verbraucherpreise in Großbritannien stiegen in den zwölf Monaten bis Juni nur noch um 2,6 Prozent, nach 2,8 Prozent im Vormonat, wie aktuelle Daten des Statistikamts zeigen. Der Rückgang fiel damit stärker aus als von Ökonomen erwartet, doch die Teuerung liegt bereits den einundzwanzigsten Monat in Folge über dem Zwei-Prozent-Ziel der Bank.

Neue Angriffe der USA und Irans im Nahen Osten haben die Ölpreise in diesem Monat kräftig nach oben getrieben. Hintergrund sind Sorgen, dass der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus gestört werden könnte. Vor Beginn des Kriegs lief rund ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs und des Handels mit Flüssigerdgas durch diese Meerenge.

Die Nordsee-Sorte Brent, wichtiger Referenzpreis für Rohöl weltweit, kletterte am 23. Juli auf mehr als 100 Dollar (87,2 Euro) je Barrel – nach weniger als 71 Dollar (61,9 Euro) drei Wochen zuvor, als die Waffenruhe zwischen den USA und Iran zusammenbrach. Am Donnerstag kostete Brent rund 91 Dollar (79,3 Euro) je Barrel.

In Großbritannien beobachten Ökonomen zudem genau, welche Steuer- und Ausgabenpolitik der neue Premierminister Andy Burnham einschlägt. Sie wollen abschätzen, ob seine Versuche, Verbraucher vor steigenden Preisen zu schützen und das Wachstum anzuschieben, die Inflation weiter anheizen könnten.

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