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Nvidia übertrifft Prognosen: 96,2 Mrd. Dollar Umsatz, KI erreicht Wendepunkt

ARCHIV: Nvidia-Chef Jensen Huang spricht bei seiner Keynote auf der GTC am Dienstag, 18. März 2025, in San Jose im US-Bundesstaat Kalifornien. (AP Photo/Nic Coury)
ARCHIV: Nvidia-Chef Jensen Huang spricht bei der Eröffnungsrede der Konferenz GTC am Dienstag, 18. März 2025, in San Jose, Kalifornien. (AP Photo/Nic Coury) Copyright  Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved
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Von Una Hajdari
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Der Chipkonzern steigerte den Umsatz mit Rechenzentren um 117 Prozent auf 89 Milliarden Dollar. Nächstes Quartal sollen 108 Milliarden kommen – ohne China-Geschäft, über Erwartungen von Wall Street.

Nvidia hat am Mittwoch einen Quartalsumsatz von 96,2 Milliarden Dollar (82,4 Milliarden Euro) vorgelegt und damit die von Wall Street erwarteten 92,2 Milliarden Dollar (79 Milliarden Euro) deutlich übertroffen. Konzernchef Jensen Huang erklärte, die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz habe einen Wendepunkt erreicht, und stellte für das laufende Vierteljahr einen Umsatz von 108 Milliarden Dollar (92,5 Milliarden Euro) in Aussicht – erneut mehr als Analysten prognostiziert hatten.

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„KI hat ihren Wendepunkt erreicht“, sagte Huang in einer Mitteilung. „Sie erledigt inzwischen sinnvolle Arbeit. Ihre Tokens sind produktiv und profitabel. Rechenleistung ist jetzt Umsatz – und die Nachfrage zieht an.“

Die Tage, an denen Nvidia seine Quartalszahlen vorlegt, haben für das wertvollste Unternehmen der Welt außergewöhnliche Bedeutung.

Mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 5 Billionen Dollar (4,3 Billionen Euro) ist Nvidia mehr wert als das Bruttoinlandsprodukt Japans, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.

Die Aktie fiel im nachbörslichen Handel kurz nach Veröffentlichung der Zahlen um 1,8 %. Bereits im regulären Handel hatte sie 1,6 % verloren.

Dennoch wiederholt sich jedes Quartal ein merkwürdiges Ritual: Nvidia übertrifft die Erwartungen, und die Aktie gibt trotzdem nach. So war es auch nach dem starken ersten Quartal dieses Jahres, als der Kurs in den folgenden Tagen um fast 5 % nachgab.

Das Muster sorgt dafür, dass Nvidia den ohnehin optimistischen Konsens deutlich schlagen oder einen unerwartet starken Ausblick liefern muss, damit der Kurs weiter steigt.

Konzentrationsrisiko bei Nvidia

Die zentrale Sorge rund um Nvidia dreht sich weniger darum, ob der Konzern weiter wächst, sondern darum, für wen dieses Wachstum eigentlich stattfindet.

Der Großteil des Umsatzes stammt weiterhin von Amazon, Google und Microsoft. Alle drei entwickeln inzwischen eigene Chips, um ihre Abhängigkeit von Nvidia zu verringern. Die neuen Angaben zeigen jedoch, wie groß diese Abhängigkeit nach wie vor ist.

Umso wichtiger sind die Aussagen von Jensen Huang zur Nachfrage bis 2027. Die Zweifel an der Branche hatten im Juli zugenommen, als die Märkte wegen der Frage einbrachen, ob die gewaltigen Investitionen in KI jemals entsprechende Erträge bringen.

Nvidia reagiert darauf, indem der Konzern den Ausbau selbst mitfinanziert. Allein in diesem Monat stellte er gemeinsam mit sechs Vermögensverwaltern von der Wall Street einen Kapitalpool von 500 Milliarden Dollar (428 Milliarden Euro) für Rechenzentrumsprojekte zusammen. Zusätzlich sagte Nvidia bis zu 105 Milliarden Dollar (90 Milliarden Euro) für ein OpenAI-Rechenzentrum im Pike County im US-Bundesstaat Ohio zu. Die Anlage soll zunächst eine Kapazität von 4,25 Gigawatt erreichen, mit einer Option auf weitere 3,75 Gigawatt.

Nvidia: Ausblick

Washington untersagte im April 2025 den Verkauf des speziell für China entwickelten H20-Chips. Später wurde dieser Schritt wieder zurückgenommen. Seither hat Nvidia die Genehmigung, den leistungsfähigeren H200-Chip an geprüfte chinesische Kundinnen und Kunden zu liefern.

Berichten zufolge gehen große Kontingente an ByteDance und Tencent. Zugleich drängt Peking heimische Unternehmen, ihre Käufe zu begrenzen und vorrangig auf einheimische Alternativen zu setzen.

Das aktuelle Wachstum von Nvidia beruht vor allem auf den Blackwell-Chips, einer Prozessorgeneration, die heute viele KI-Rechenzentren antreibt. Ihr Nachfolger mit dem Namen Vera Rubin soll in der zweiten Jahreshälfte ausgeliefert werden.

Nvidia pflegt die Tradition, seine Chip-Architekturen nach Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu benennen. Frühere Generationen heißen etwa Ampere, nach dem Physiker André-Marie Ampère, Hopper, nach der Informatikerin Grace Hopper, und der aktuelle Blackwell-Chip, benannt nach dem Mathematiker David Blackwell.

Vera Rubin führt diese Reihe fort. Die US-Astronomin lieferte mit ihren Beobachtungen der Rotationsbewegungen von Galaxien einige der frühesten und stärksten Hinweise auf die Existenz der Dunklen Materie, jener unsichtbaren Masse, die einen Großteil des Universums ausmachen dürfte. Rubin starb 2016 und gilt vielen als Wissenschaftlerin, die zu Lebzeiten um einen Nobelpreis gebracht wurde.

Der Konzern verweist auf einen Auftragsbestand, der sich über die Jahre 2026 und 2027 auf rund 1 Billion Dollar (857 Milliarden Euro) belaufen soll. Diese Zahl stammt allerdings aus Unternehmensäußerungen und nicht aus unabhängig geprüften Finanzberichten.

Eine Woche voller Impulse

Die am Mittwoch veröffentlichten Daten brachten keine Entspannung bei der Inflation.

Der Preisindex für die privaten Konsumausgaben, das bevorzugte Inflationsmaß der US-Notenbank Fed, stieg im Juli um 0,2 % und damit stärker als die erwarteten 0,1 %. Auf Jahressicht lag die Teuerungsrate bei 3,7 % statt der prognostizierten 3,6 %. Die Kerninflation verharrte bei 3,3 % und lag damit bereits im 65. Monat in Folge deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel der Fed.

Der Offenmarktausschuss der Fed beließ den Leitzins im Juli in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 %. Drei Präsidenten regionaler Notenbanken stimmten abweichend für eine Anhebung um einen Viertelpunkt.

Die Märkte sehen die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September derzeit bei rund 40 %.

Nun richtet sich der Blick auf Jackson Hole, wo Fed-Chef Kevin Warsh am Freitagmorgen seine Grundsatzrede hält – die erste seit seinem Amtsantritt im Mai, nur 19 Tage vor der nächsten Zinsentscheidung. Am Freitagnachmittag nimmt EZB-Direktorin Isabel Schnabel an einer Podiumsdiskussion teil.

Die US-Börsen bewegten sich am Mittwoch in einem ruhigen Handel seitwärts, nachdem die Inflationsdaten für den Vormonat leicht über den Erwartungen der Volkswirte gelegen hatten.

Der S&P 500 gab um weniger als 0,1 % nach und notiert damit weiter nahe seinem Rekordhoch von Anfang des Monats. Der Dow Jones Industrial Average verlor 0,2 %, der Nasdaq Composite sank um 0,1 %.

Die Renditen von US-Staatsanleihen zogen nach dem Inflationsbericht leicht an. Viele Anleger rechnen weiterhin damit, dass die Fed den US-Leitzins noch vor Jahresende anheben wird. Die Ölpreise gaben nach einer erneut schwankungsreichen Sitzung nach.

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