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EZB hebt Zinsen auf 2,5 Prozent: Energieschock treibt Eurozonen-Inflation

Archivaufnahme: Die Euro-Skulptur vor dem Gebäude der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main, Deutschland, Juni 2014.
ARCHIV: Die Euro-Skulptur steht vor dem Gebäude der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main, Deutschland, im Juni 2014 Copyright  AP Photo/Arne Dedert
Copyright AP Photo/Arne Dedert
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am
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Die Europäische Zentralbank erhöht den Einlagenzins um 0,25 Prozentpunkte auf 2,5 %. Der Iran-Krieg treibt Energiepreise und Inflation im Euroraum nach oben und erzwingt die zweite Erhöhung binnen drei Monaten.

Frankfurt zieht die Zügel erneut an.

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Der Rat der Europäischen Zentralbank hat am Donnerstag den Satz der Einlagenfazilität von zwei Komma zwei fünf auf zwei Komma fünf Prozent angehoben. Es ist bereits die zweite Erhöhung seit dem elften Juni, als die EZB zum ersten Mal seit drei Jahren wieder aktiv wurde.

Die EZB steuert die Geldpolitik im Euroraum über drei zentrale Zinssätze. Der Satz der Einlagenfazilität ist dabei die wichtigste Referenz.

Den Hauptrefinanzierungssatz setzte sie auf zwei Komma sechs fünf Prozent, die Spitzenrefinanzierungsfazilität auf zwei Komma neun Prozent.

In ihrer Mitteilung warnt die Notenbank, der Konflikt im Nahen Osten sorge weiter für Inflationsdruck. Die Teuerung werde über längere Zeit deutlich über dem Zielwert bleiben. Mit der heutigen Entscheidung sieht sich der Rat zugleich gut gerüstet, um die Unsicherheit rund um den Konflikt zu bewältigen.

Die neuen Projektionen des EZB-Stabs gehen weiterhin davon aus, dass die Gesamtinflation in diesem Jahr im Schnitt bei drei Prozent liegt. Für 2027 und 2028 hebt die EZB die Erwartungen dagegen an und rechnet nun mit zwei Komma fünf Prozent beziehungsweise zwei Komma eins Prozent.

Energieproblem statt Nachfrageboom

Die Entscheidung folgt auf eine Inflationsrate von drei Komma drei Prozent im August. Zuvor waren es zwei Komma neun Prozent im Juli. Das ist der höchste Wert seit September 2023.

Fast allein die Energiepreise treiben die Teuerung. Die Energieinflation sprang von zehn Komma drei auf 14 Komma drei Prozent. Kämpfe rund um die Straße von Hormus begrenzen das Angebot an Rohöl. Das Problem hält an: Am Mittwoch überschritt der Preis für Brent-Öl erneut die Marke von 100 Dollar je Barrel, ausgelöst durch neue Gefechte zwischen den USA und dem Iran.

Unter der Oberfläche wirkt die Lage ruhiger.

Die Kerninflation, die Energie, Lebensmittel, Alkohol und Tabak ausblendet, ging im August von zwei Komma fünf auf zwei Komma vier Prozent zurück. Die Dienstleistungsinflation, die besonders stark von Löhnen abhängt, sank von drei Komma drei auf drei Prozent. Noch gibt es kaum Anzeichen dafür, dass die hohen Energiepreise auf andere Bereiche der Wirtschaft übergreifen.

Diese Unterscheidung prägt das Denken der EZB.

In einer Anfang des Monats veröffentlichten Studie kommen die EZB-Volkswirte zu dem Schluss, dass negative Angebotsschocks bei Energie rund 90 Prozent des Anstiegs der Energieinflation zwischen Januar und Mai erklären.

„Diesmal dominiert der Angebotsschock bei Energie, Nachfrage und staatliche Impulse spielen nur eine Nebenrolle“, schreiben die Ökonomen und ziehen den Vergleich zur Welle 2021/22, die eine deutlich aggressivere Antwort auslöste.

Ein Zinssatz für sehr unterschiedliche Volkswirtschaften

Der Durchschnitt der Inflation im Euroraum verdeckt große Unterschiede.

Im August lag die Teuerung in Spanien bei vier Komma fünf Prozent, in Deutschland bei zwei Komma neun Prozent und in Frankreich bei zwei Komma sieben Prozent. Alle drei Länder sind dem gleichen Energieschock ausgesetzt, die Ergebnisse unterscheiden sich jedoch deutlich.

Das Wachstum macht die Lage zusätzlich kompliziert.

Die Wirtschaft der Eurozone steht besser da als erwartet. Die Widerstandskraft bedeutet jedoch keine Überhitzung. Auch bei zwei Komma fünf Prozent liegt der Satz der Einlagenfazilität noch in dem Bereich, den die EZB als neutral einstuft. Eine weitere Straffung würde bedeuten, dass die Geldpolitik die Konjunktur gezielt bremsen soll.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte diesen Schritt bereits im Juli angedeutet. Damals beließ der Rat die Zinsen unverändert, beauftragte die Fachleute jedoch, Szenarien für Öl- und Gaspreise bis zur September-Sitzung durchzurechnen.

„Die Beweislast liegt bei den Daten“, sagte Lagarde damals und fügte hinzu: „Die vollen inflationssteigernden Effekte des Energieschocks zeigen sich erst noch.“

Der Beschluss vom Donnerstag geht mit neuen Projektionen der EZB-Fachleute einher. Deren Stichtag lag jedoch rund zwei Wochen vor der Ratssitzung. Weder der jüngste weitere Preisanstieg bei Öl noch der Sprung der Renditen europäischer Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit 15 Jahren sind daher eingerechnet.

Nun richtet sich der Blick auf die anderen großen Zentralbanken.

Die US-Notenbank Federal Reserve entscheidet am 16. September, die Bank of Japan am 18. September. Beide dürften über eigene Zinserhöhungen beraten.

Die Bank of England trifft ihre Entscheidung am 17. September. Sie dürfte die Zinsen unverändert lassen, da ihr Leitzins mit drei Komma sieben fünf Prozent deutlich über dem Niveau der übrigen Zentralbanken liegt.

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