Einer der renommiertesten Preise des europäischen Kinos wird am Dienstag, 14. April, vergeben. Zuvor lädt Euronews Regisseurinnen, Produzenten und Schauspieler der fünf Wettbewerbsfilme zu einer Debatte ein.
Jedes Jahr verleihen das Europäische Parlament und die Europäische Filmakademie gemeinsam mit der Europäischen Kommission und Europa Cinemas den LUX-Publikumspreis.
Der Preis würdigt das europäische Kino und soll eine breite Diskussion in der EU-Bevölkerung über zentrale gesellschaftliche Themen anstoßen.
Eine Jury nominiert fünf Filme. Über den Sieg entscheiden dann zu gleichen Teilen die Bürgerinnen und Bürger der EU und ihre Abgeordneten im Europäischen Parlament.
In diesem Jahr sind erstmals alle fünf nominierten Filme in allen vierundzwanzig EU-Amtssprachen für gehörlose und schwerhörige Menschen untertitelt.
Die Filme im Überblick
Christy ist eine irisch-britische Produktion über einen Jungen, der zu seinem entfremdeten Bruder zieht. Das 94-minütige Drama erzählt von Jugend, Alltag der Arbeiterklasse und Kinderschutz und spiegelt die Lebensrealität hinter EU-Politiken wider.
Deaf (Sorda) ist ein spanischer Film über eine gehörlose Mutter, die versucht, ein Baby in einer Welt großzuziehen, die nicht auf ihre Bedürfnisse eingestellt ist. Das Drama greift Themen wie Behinderung, Inklusion, Geschlechterrollen und Elternschaft auf.
It Was Just An Accident ist eine iranisch-französisch-luxemburgische Koproduktion, die sich mit Übergangsjustiz, Folter, Autoritarismus und Erinnerungskultur auseinandersetzt. Regisseur Jafar Panahi, ein prominenter Kritiker der iranischen Regierung, der mehrfach in Haft saß, drehte den Film ohne Genehmigung der Behörden.
Love me tender ist ein französischer Film über eine Frau, deren Leben aus den Fugen gerät, als ihr Mann das Sorgerecht für den gemeinsamen Sohn übernimmt, nachdem sie ihm von ihren Beziehungen zu Frauen erzählt hat. Der Film thematisiert LGBTQ+-Rechte, Geschlechtsidentität und neue Familienformen.
Sentimental Value (Affeksjonsverd) ist eine Koproduktion aus Norwegen, Frankreich, Dänemark und Deutschland. Joachim Triers 135-minütiger, mit einem Oscar ausgezeichneter Film folgt zwei Schwestern und ihrem entfremdeten Vater und kreist um die Themen Familie und Identität. In den Hauptrollen sind Stellan Skarsgård, Renate Reinsve und Elle Fanning zu sehen.
Die Euronews-Debatte zum LUX-Publikumspreis 2026 wird ab zehn Uhr MEZ live auf dem YouTube-Kanal von Euronews übertragen.
An der Debatte nehmen teil:
- Diarmuid Noyes, Schauspieler in „Christy“
- Eva Libertad, Regisseurin von „Deaf“
- Philippe Martin, Produzent von „It Was Just an Accident“
- Rachel Khan, Schauspielerin in „Love me tender“
- Maria Ekerhovd, Produzentin von „Sentimental Value“