Der designierte ungarische Ministerpräsident Peter Magyar hat den scheidenden Außenminister Péter Szijjártó beschuldigt, vertrauliche Dokumente über Sanktionen im Außenministerium geschreddert zu haben. Er berief sich dabei auf Insiderquellen. Das Ministerium hat darauf noch nicht reagiert.
Der gewählte ungarische Ministerpräsident Péter Magyar hat den scheidenden Außenminister Péter Szijjártó beschuldigt, vertrauliche Dokumente geschreddert zu haben.
Magyar äußerte sich auf einer internationalen Pressekonferenz in Budapest, einen Tag nachdem er und seine Theiß-Partei einen erdrutschartigen Wahlsieg errungen und eine Zweidrittelmehrheit im ungarischen Parlament errungen hatten.
Während des Wahlkampfs wurde Szijjártó vorgeworfen, enge Beziehungen zu seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow zu unterhalten und ihm Ungarns Hilfe bei der Streichung russischer Personen von der EU-Sanktionsliste anzubieten.
Magyar erhielt während der Pressekonferenz eine Notiz, die er sofort an die Reporter weitergab.
"Ich habe soeben eine Information erhalten, die ich mit Ihnen teilen werde. Viele Leute dachten, dass der ungarische Außenminister Péter Szijjártó verschwunden sei, da er gestern während der Siegesrede von Viktor Orbán nicht zu sehen war", sagte Magyar.
"Heute um 10 Uhr erschien er im Außenministerium, und seitdem schreddern er und seine engsten Mitarbeiter Dokumente, die mit dem Sanktionsmaterial zu tun haben."
Magyar fügte hinzu, dass die Informationen von Insiderquellen aus dem Ministerium stammen, wo viele Beamte seine Theiß-Partei aktiv unterstützen.
"Das ist es, was gerade in Ungarn passiert. Wir wissen seit Tagen, dass die Vernichtung von Dokumenten begonnen hat, nicht nur in den Ministerien, sondern auch in anderen Institutionen im Hintergrund, die mit den Eliten von Orbán verbunden sind", so Magyar.
Das ungarische Außenministerium hat noch nicht auf eine Anfrage von Euronews um einen Kommentar geantwortet.