In seinem Podcast verrät Richard Osman angebliches Insiderwissen: Ein bekannter schottischer Schauspieler könnte der nächste James-Bond-Darsteller werden.
Die Besetzungsfrage sorgt weiter für Aufruhr bei Kinofans und im Netz: Wer wird der nächste 007?
Namen wie Aaron Taylor-Johnson, Callum Turner, Jacob Elordi, Louis Partridgeund Tom Francis kursieren seit Längerem als Favoriten für die Rolle von James Bond, und nun scheint es einen Leak zu geben.
In seinem The Rest Is Entertainment (Quelle auf Englisch)-Podcast hat Richard Osman, der beliebte britische TV-Moderator und Autor der erfolgreichen Krimireihe „Thursday Murder Club“, den Namen eines Schauspielers genannt, der angeblich „stark in Betracht gezogen“ wird.
Osman behauptete, Insider-Informationen zu haben, nach denen der 36-jährige schottische Schauspieler Jack Lowden der nächste James Bond werden könnte.
„Neulich hat mir jemand ganz sicher gesagt, wer der neue Bond ist, aber so etwas habe ich schon öfter gehört“, sagte Osman. „Der Name, den ich gehört habe, ist Jack Lowden.“
Er ergänzte: „Es ist definitiv nicht so, dass er die Rolle schon sicher hat. Aber er wird ganz eindeutig ernsthaft in Erwägung gezogen. Ich fände ihn großartig. Lowden wäre ein unglaublicher Bond. Er hat echte Daniel-Craig-Energie.“
Falls der Name nicht sofort klingelt: Lowden ist vor allem durch seine Rolle als River Cartwright in der Erfolgsserie Slow Horses bekannt und war auf der großen Leinwand in Christopher Nolans Dunkirk, Mary Queen of Scots (2018) und Benediction (2021) zu sehen.
Später in diesem Jahr ist er zudem als Mr Darcy in der neuen Netflix-Adaption von „Stolz und Vorurteil“ zu sehen.
Lowdens Name taucht nicht zum ersten Mal in Gesprächen über Bond auf. Bereits Anfang des Jahres hatte Euronews Culture berichtet, dass das offizielle Casting für Bond läuft und dass Lowden ein idealer Kandidat für das 007-Erbe wäre.
Damals schrieben wir über Lowden: „Spionage-Vita? Erfüllt. Charisma-Level? Anzug an und los. Bestehendes Verhältnis zur Casting-Direktorin? Check. Mit Saoirse Ronan verheiratet, die bereits Interesse bekundet hat, als Bond-Schurkin besetzt zu werden? Bitte möglich machen.“
Tatsächlich ist Nina Gold die Casting-Direktorin für Bond 26, und sie besetzte Lowden bereits in Slow Horses – ein Detail, das diesem jüngsten „Leak“ zusätzliche Glaubwürdigkeit verleiht.
Im Jahr 2022, während der Promotion für Slow Horses, sprach Lowden die Spekulationen über eine mögliche Bond-Rolle an und sagte gegenüber AP, die Gerüchte seien „wunderschön“, stellte aber ihre Glaubwürdigkeit infrage.
In Lowdens Sinne sollte man alle gehandelten Namen mit Vorsicht genießen, denn das Casting läuft noch – und erfahrungsgemäß bekommt oft jemand anders die Rolle, sobald ein Name öffentlich kursiert.
Die Rolle von Bond macht meistens erst den Star, und bevorzugt werden meist Schauspieler, die gerade im Aufbruch sind. Sean Connery war vor Bond weitgehend unbekannt; George Lazenby hatte außer ein paar Werbespots kaum Schauspielerfahrung; Roger Moore war dank der Serie The Saint ein Fernsehstar, hatte aber keinen großen Durchbruch im Kino; Timothy Dalton verfügte über eine beeindruckende Bühnenkarriere, galt jedoch nicht als Filmstar; Pierce Brosnan hoffte jahrelang auf die Bond-Rolle, blieb aber vor allem durch seine TV-Serie Remington Steele bekannt. Nur Daniel Craig brachte bereits markante Filmrollen mit – in Road To Perdition, Layer Cake und Munich... Dennoch war erst Casino Royale der Film, der ihn endgültig zum Leading Man machte.
Vor diesem Hintergrund und mit Blick darauf, dass etablierte Stars deutlich höhere Gagen verlangen, liegt es nahe, dass Amazon eher auf einen noch wenig bekannten Schauspieler Ende zwanzig setzt als auf einen bereits stark gefragten Namen.
Das Gegenargument könnte sein, dass Amazon, das vergangenes Jahr die kreative Kontrolle über die Bond-Franchise übernommen hat – von den langjährigen Produzenten Barbara Broccoli und Michael G. Wilson –, den Trend bricht und einen bekannteren Schauspieler verpflichtet. In diesem Fall bleiben wir bei unserer Einschätzung und schließen uns Osman an: Jack Lowden wäre eine hervorragende Wahl.
Ein kleiner Vorbehalt: Britische Boulevardblätter dürften ausflippen, falls Lowden als siebter Schauspieler angekündigt wird, der Bond verkörpert.
Die Bekanntgabe Daniel Craigs als Bond im Jahr 2005 stieß auf Kontroversen und eine ermüdende Flut von Schlagzeilen und Schmähungen zu seiner Haarfarbe, mit Artikeltiteln wie „Blond Bond“. All das, obwohl Roger Moore ebenfalls blond war...
Lowden, dessen Haare erdbeerblond sind und der einen deutlich rötlichen Bart trägt, müsste sich wohl auf ebenso vorhersehbare Schlagzeilen wie „Ginger Bond“ oder „First Ginger To Play Bond“ einstellen – zumal England eine besondere kulturelle Fixierung auf Menschen mit roten Haaren hat, die zu Mobbing führt, bekannt als „Gingerism“.
Die Aussagen von Richard Osman folgen auf Äußerungen von Bond-26-Produzentin Amy Pascal, die kürzlich meinte, „das Jahresende ist eine gute Wette“, wenn es um den Zeitpunkt der Bekanntgabe des neuen Schauspielers geht.
„Ich würde sagen, das Jahresende ist eine gute Wette“, sagte Pascal. „Wir gehen wirklich, wirklich sehr methodisch vor. Ich habe mit Barbara Broccoli im Studio gearbeitet – Daniel Craig ist schwer zu übertreffen. Und es muss etwas ganz anderes sein, das bewegend, aufregend und eben anders ist.“
Bis dahin wird die Gerüchteküche weiter auf Hochtouren laufen...
Bond 26 wird von dem kanadischen Regisseur und vierfachen Oscar-Nominierten Denis Villeneuve inszeniert und von Peaky-Blinders-Schöpfer Steven Knight geschrieben. Die Dreharbeiten sollen 2027 beginnen, der Kinostart ist für 2028 geplant.