Der vielseitige britische Theater-, Film- und Synchronschauspieler wurde vor allem durch seine Hauptrollen in Kultfilmen wie „The Rocky Horror Picture Show“, „Clue“, „Es“ und „Muppets: Die Schatzinsel“ bekannt.
Der beliebte britische Schauspieler Tim Curry ist im Alter von 80 Jahren gestorben.
Die Todesursache war zunächst nicht bekannt. Curry hatte seit einem schweren Schlaganfall im Jahr 2012 mit mehreren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, nach dem er nicht mehr laufen konnte.
Berühmt wurde Curry durch seine Rolle als Frank-N-Furter, den „sweet transvestite from transsexual Transylvania“, in der Kult-Musicalkomödie The Rocky Horror Picture Show (1975). Viele Kritiker hielten ihn für einen der charismatischsten Darsteller seiner Generation.
Curry wurde am 19. April 1946 in Cheshire, England, geboren. Seine professionelle Schauspielkarriere begann er 1968 im Londoner West End in einer Produktion des Rockmusicals Hair, kurz nachdem er sein Studium an der University of Birmingham abgeschlossen hatte.
Es folgten Bühnenrollen in Stücken von Shakespeare, Brecht und Stoppard. Der subversive Camp-Klassiker Rocky Horror machte ihn anschließend weltweit berühmt. Der Film gilt bis heute als Meilenstein des Musikkinos und läuft weiterhin in ausgewählten Mitternachtsvorführungen. Damit hält er den Rekord als am längsten ununterbrochen gezeigter Kinofilm aller Zeiten.
Der vielseitige Schauspieler bleibt auch durch seine Darstellung von Bill Sikes im Fernsehfilm „Oliver Twist“ von 1982 in Erinnerung, durch den furchteinflößenden Bösewicht Darkness in Ridley Scotts Fantasyfilm Legend (1985), durch Wadsworth in der Komödie Clue von 1985, einer kaum bekannten, aber brillanten Verfilmung des Brettspiels Cluedo, sowie durch seine Rolle als Long John Silver in Muppet Treasure Island (1996).
Zu seinen weiteren markanten Filmrollen zählen Rooster Hannigan in Annie, Dr. Yevgeniy Petrov in The Hunt for Red October, der Concierge Hector in Home Alone 2: Lost in New York und Kardinal Richelieu in The Three Musketeers.
Über Rocky Horror hinaus hinterließ Curry einen bleibenden Eindruck in der Miniserie It von 1990, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Stephen King. Dort spielte er den Hauptgegner Pennywise, den Clown, und versetzte eine ganze Generation von Kindern in Angst.
Curry stand während seiner gesamten Karriere regelmäßig auf der Bühne. Für seine Darstellung von Mozart in der Broadway-Produktion von Amadeus im Jahr 1981 erhielt er seine erste Tony-Nominierung. Unvergesslich blieben auch seine Auftritte in The Pirates of Penzance, The Rivals und My Favourite Year, wofür er eine zweite Tony-Nominierung bekam. In Spamalot, der Bühnenadaption von Monty Python and the Holy Grail, spielte er König Artus und wurde dafür ein drittes Mal für den Tony Award nominiert.
Nach seinem Schlaganfall im Juli 2012 verlagerte Curry seinen Schwerpunkt auf die Sprecherarbeit. Zu seinen Projekten als Synchron- und Voice-over-Schauspieler gehörten unter anderem FernGully: The Last Rainforest, Star Wars: The Clone Wars und Peter Pan & the Pirates. Für letztere Produktion erhielt er einen Emmy Award.
Curry, der nie verheiratet war und keine Kinder hatte, schirmte sein Privatleben sorgfältig ab. In seinen 2025 erschienenen Memoiren „Vagabond“ schrieb er jedoch, dass ihn zahlreiche bewegende Begegnungen mit Fans davon überzeugt hätten, seine Geschichte zu erzählen.
„Die Vorstellung, dass meine Erfahrungen bei anderen etwas auslösen könnten, hilft mir, durchzuhalten. Wenn sie nur bei einem einzigen Jugendlichen anklingen, der allein mit einem Buch in seinem Zimmer sitzt, so wie ich es so oft tat. Oder bei jener jungen Frau, die dies auf einer endlos langen Busfahrt liest. Oder bei jener älteren Queen, hoffentlich noch immer in ihren Netzstrümpfen, die ‚Rocky Horror‘ im Obergeschoss des Royal Court gesehen hat. Oder bei jener Mutter mittleren Alters, die ‚Clue‘-Abende organisiert und niemanden ohne Kostüm hereinlässt. Oder bei jenem steifen Bankangestellten, der heimlich Musicals liebt. Oder bei jener Frau, die mich aus dem Waverly geworfen hat, nur weil ich ich selbst war“, schrieb er.
RIP Tim Curry 1946 bis 2026