Mate hat sich in Deutschland vom Nischengetränk zur beliebten Alltagsware entwickelt – getragen von der steigenden Nachfrage in der syrischen Community und seiner starken lokalen Präsenz.
Die Orient Gate GmbH hat einen Rückruf mehrerer Chargen von grünem und weißem Yerba Mate angekündigt. Grund dafür ist der Nachweis gesundheitsschädlicher Stoffe in Konzentrationen oberhalb der gesetzlich zulässigen Grenzwerte.
Laboruntersuchungen ergaben, dass sowohl Anthracenon als auch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) in den betroffenen Produkten deutlich erhöht sind. Anthracenon wird von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) als wahrscheinlich krebserregend für den Menschen eingestuft.
Auf Basis dieser Ergebnisse hat die zuständige Aufsichtsbehörde ein Verkaufsverbot für die betroffenen Chargen erlassen. Das Unternehmen reagierte darauf mit einem umfassenden Rückruf.
Was Verbraucher beachten sollten
Der Rückruf betrifft 250-Gramm-Packungen Mate-Tee mit der grünen Chargennummer 0234 sowie der weißen Chargennummer 0144, beide mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum April 2028.
Die Produkte wurden in Geschäften in acht Bundesländern verkauft: Berlin, Brandenburg, Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Bayern, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern.
Verbraucher, die entsprechende Packungen besitzen, sollten den Tee nicht weiter konsumieren und ihn auch ohne Kassenbon in der jeweiligen Verkaufsstelle zurückgeben. Personen, die den Tee bereits getrunken haben und gesundheitliche Beschwerden oder Bedenken verspüren, wird geraten, ärztlichen Rat einzuholen. Eine besondere Warnung gilt Schwangeren und Kindern.
Von Südamerika ins Herz Europas: Der Weg des Mate
Mate ist für viele europäische Konsumenten längst kein unbekanntes Getränk mehr. Der traditionelle Kräutertee stammt aus Südamerika und wird aus den getrockneten Blättern der Ilex paraguariensis hergestellt. Getrunken wird er klassisch mit einer sogenannten Bombilla, einer Metallpipette.
Obwohl Mate seine Wurzeln in Argentinien und Paraguay hat, zählen Menschen aus dem Nahen Osten – insbesondere aus Syrien – heute zu den größten Konsumentengruppen außerhalb Lateinamerikas. Die Migration arabischer Gemeinschaften nach Südamerika vor über hundert Jahren und die spätere Rückkehr vieler Auswanderer trugen maßgeblich zur Verbreitung der Mate-Kultur bei.
Mit der verstärkten syrischen Migration im vergangenen Jahrzehnt hat das herbe, aromatische Getränk seinen Weg in viele Teile der Welt gefunden. Studien zeigen, dass Syrien zeitweise zu den größten Mate-Importeuren weltweit zählte.
Auch in Deutschland hat sich Mate vom Nischenprodukt zu einer etablierten Ware entwickelt – getragen von der Nachfrage der großen syrischen Community und seiner zunehmenden Beliebtheit in der breiteren Gesellschaft. Import- und Vertriebsunternehmen reagierten auf diesen Trend, sodass Mate inzwischen in Geschäften in nahezu allen Bundesländern erhältlich ist.