Die WHO meldet 116 Verdachtsfälle von Ebola im Kongo – deutlich weniger als zunächst angenommen.
Der Ebola-Ausbruch, der Teile der Demokratischen Republik Kongo schwer trifft, fällt womöglich kleiner aus als zunächst befürchtet.
Mit Stand vom 31. Mai verzeichnet das Land 116 Verdachts- und 321 bestätigte Ebola-Fälle. Damit korrigiert die Weltgesundheitsorganisation WHO frühere Schätzungen, die von mehr als 1.000 Fällen ausgegangen waren, wie sie am Dienstag bestätigte.
Zudem meldete WHO-Sprecher Christian Lindmeier bei einer Pressekonferenz in Genf 48 Todesfälle und sechs dokumentierte Genesungen.
Auch das Nachbarland Uganda registriert neun Fälle und einen Todesfall.
Lindmeier erklärte, der starke Rückgang der Verdachtsfälle gehe auf umfangreiche Tests zurück. Viele Patientinnen und Patienten seien inzwischen von der Verdachtsliste gestrichen worden.
„Sie leiden entweder an anderen Krankheiten oder hatten nur Fieber, sonst nichts“, sagte der WHO-Sprecher.
Das Virus, das den aktuellen Ausbruch verursacht, kommt seltener vor als andere Ebola-Stämme. Das erschwert die Eindämmung, weil es weder gezielte Behandlungen noch zugelassene Impfstoffe gibt.
Das kongolesische Gesundheitsministerium nennt als zentrale Herausforderungen die frühe Erkennung und rasche Isolierung von Fällen, eine lückenlose Kontaktverfolgung, sichere und würdige Bestattungen sowie einen besseren Schutz vor Infektionen in Gesundheitseinrichtungen.
Fünf Patientinnen und Patienten genesen
Fünf Patientinnen und Patienten haben die seltene Form des Ebola-Virus überstanden. Das sagte der WHO-Generaldirektor bei einem Besuch in Bunia im Osten des Kongo, einer Stadt im Zentrum des Ausbruchs.
„Vier Menschen werden heute entlassen, und eine Person wurde bereits vorgestern entlassen“, erklärte Tedros bei der Eröffnung eines neuen Behandlungszentrums in der Stadt.
„Natürlich arbeiten wir weiter an Impfstoffen und Therapien. Aber das bedeutet nicht, dass Menschen nicht auch ohne diese Mittel von Ebola genesen können“, sagte er.
Wettlauf um neue Impfstoffe
Die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) kündigte am Montag an, die Entwicklung von drei experimentellen Impfstoffen gegen das Bundibugyo-Virus, das den aktuellen Ausbruch verursacht, dringend zu beschleunigen.
Die Organisation will bis zu 53 Millionen Euro in eine Impfstoff-Pipeline investieren. Dazu gehören Kandidaten der International AIDS Vaccine Initiative, von Moderna und der Universität Oxford, die beim Serum Institute of India (SII) produziert werden sollen.
Die WHO hat diese drei Impfstoffkandidaten als derzeit aussichtsreichste Mittel im Kampf gegen Ebola eingestuft.