Italiens Golden Players: Frauen und Männer zwischen 40 und 70 spielen weiter Basketball und treten 2026 bei den FIBA Masters Open in Korinth an. Eine Studie macht sie zum Modell für Sport und Langlebigkeit.
Basketball ist längst nicht nur ein Sport für junge Menschen. Man kann ihn auch unter dem Blickwinkel von Langlebigkeit und Healthspan (Erwartung gesunder Lebensjahre) betrachten – als konkretes Beispiel für aktives Altern, bei dem sich körperliche Leistung, Herz-Kreislauf-Gesundheit und neuromotorische Fähigkeiten über Jahre hinweg gegenseitig stützen.
In Italien wächst Jahr für Jahr die Bewegung der Golden Players (Quelle auf Italienisch), an der mehr als 500 Spielerinnen und Spieler beteiligt sind – im Alter zwischen über 40 und über 70 Jahren. Sie kommen aus allen Regionen des Landes, teilen die Leidenschaft für Basketball und den Wunsch, auch nach dem Ende der klassischen Leistungssportkarriere weiter Wettkämpfe zu bestreiten.
Das Phänomen geht weit über den reinen Freizeitsport hinaus. Die Golden Players treten bei immer stärker strukturierten nationalen und internationalen Wettbewerben an. Sie tragen dazu bei, den Begriff des biologischen Alters im Sport neu zu definieren und zeigen, dass hohe Leistungsfähigkeit auch im fortgeschrittenen Alter möglich bleibt, wenn Training, Körperzusammensetzung und kontinuierliche Bewegung stimmen.
FIBA-Masters-WM 2026 in Korinth
Der nächste große Höhepunkt sind die FIBA Masters Open World Championships 2026, die in Korinth in Griechenland vom vierten bis zwölften Juli stattfinden. (Quelle auf Italienisch) Zu dem Turnier werden Teams aus der ganzen Welt anreisen, Italien ist mit einer besonders starken Delegation vertreten: 13 Männer- und Frauenauswahlen.
In wenigen Jahren hat sich das Projekt Golden Players zu einer der aktivsten Organisationen im internationalen Masters-Basketball entwickelt. Es erhielt den Auftrag der FIBA, dem Weltverband des Basketballs und einzigen vom Internationalen Olympischen Komitee anerkannten Gremium, sowie die Schirmherrschaft der Federazione Italiana Pallacanestro.
Labor für Langlebigkeit
Die Erfahrungen der Golden Players wecken inzwischen auch das Interesse der Wissenschaft. Die Bewegung steht im Mittelpunkt eines Forschungsprojekts zu Langlebigkeit und aktivem Altern unter Leitung von Massimo Zollo, Professor für Genetik an der Universität Federico II in Neapel. „Die Golden Players sind ein lebendes Labor der Langlebigkeit“, denn sie erlauben es, körperliche Aktivität, Biomarker und Verläufe des biologischen Alterns direkt miteinander zu verknüpfen.
Die Studie verbindet genetische, epigenetische und metabolische Ansätze und umfasst die Analyse der epigenetischen Uhr, die auf DNA-Methylierungsplattformen basiert (bis zu rund 850.000 untersuchte CpG-Stellen über Illumina-EPIC-Arrays). Dieses Instrument erlaubt es, das biologische Alter zu schätzen und mit dem chronologischen Alter zu vergleichen.
Im Zentrum des Modells steht das Zusammenspiel von genetischen Faktoren und Lebensstil. Vorliegende Daten zeigen, dass die menschliche Langlebigkeit eine erbliche Komponente von geschätzt 30 bis 55 Prozent hat, während der restliche Anteil von Umwelt, Ernährung und dem Maß an körperlicher Aktivität beeinflusst wird.
In diesem Rahmen wirkt regelmäßige Bewegung auf mehrere zentrale biologische Signalwege des Alterns, darunter die inflammatorische Regulation (NF-κB), den Energiestoffwechsel, die Mitochondrienfunktion und die Autophagie sowie wichtige Regulationsachsen wie mTOR und FOXO.
Biologische Befunde und Modelle des aktiven Alterns
Aktuelle Literaturdaten zeigen, dass regelmäßige körperliche Aktivität mit Folgendem verbunden ist:
- Rückgang chronischer niedriggradiger Entzündungen (inflammaging)
- Verbesserung der Mitochondrienfunktion
- Erhalt der Insulinsensitivität und eines stabilen Energiestoffwechsels
- Bewahrung der Herz-Kreislauf- und neuromuskulären Funktion
Studien mit menschlichen Alternsmodellen und Zwillingskohorten, einschließlich der Daten der NASA Twins Study zu physiologischen und transkriptionellen Anpassungen, zeigen außerdem, dass der Lebensstil die Genexpression selbst bei identischem genetischen Hintergrund deutlich modulieren kann.
Vor diesem Hintergrund bilden Master-Athletinnen und -Athleten eine wissenschaftlich besonders interessante Gruppe, weil sie höheres Alter mit dauerhaft hohen Levels strukturierten Trainings kombinieren.
Wachsende Gemeinschaft
Neben dem Wettkampfcharakter ist die Bewegung auch ein soziales Netzwerk, das sich über das ganze Land zieht. Die Auswahlteams holen Spielerinnen und Spieler aus unterschiedlichen italienischen Regionen zusammen und schaffen Begegnungen, Austausch und Teilhabe durch Sport. Zur Vorbereitung auf die FIBA Masters Open 2026 haben die Golden Players eine regelrechte nationale Basketball-Tour organisiert: über 70 Trainingslager und Turniere in ganz Italien markieren die Etappen auf dem Weg zur Veranstaltung in Griechenland.
Die Teilnahme an den FIBA Masters World Championships 2026 ist damit nicht nur eine sportliche Herausforderung. Sie wird auch zur internationalen Bühne für ein Modell, das Wohlbefinden, soziale Bindungen und aktives Altern verbindet.
Für viele Golden Players bleibt das Parkett der Ort, an dem sie sich mit sich selbst messen, einen gesunden Lebensstil pflegen und zeigen, dass die Leidenschaft für Basketball ein ganzes Leben lang tragen kann.