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West-Nil-Virus auf dem Vormarsch: 290 Fälle, 24 Tote in Griechenland

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Archivfoto Copyright  AP Photo/L M Otero
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Von Ioannis Karagiorgas
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Die Krankenhäuser in Griechenland sind stark belastet. Auf Zypern gibt es vier bestätigte Fälle des Westnilvirus, zwei weitere werden noch untersucht.

In Griechenland ist das Westnilvirus in diesem Jahr besonders stark verbreitet. Besonders betroffen ist Attika, wo mit Abstand die meisten Fälle gemeldet wurden. Auch in Thessalien und Zentralmakedonien gibt es deutlich mehr Infektionen.

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Die griechische Gesundheitsbehörde EODY geht davon aus, dass in den kommenden Wochen weitere Menschen erkranken werden. Nach dem aktuellen Wochenbericht von EODY, der auf dem Stand vom 2. September 2026 um 11 Uhr ist, wurden seit Beginn der diesjährigen Übertragungssaison 290 Infektionen erfasst, die innerhalb Griechenlands entstanden sind. Allein in der vergangenen Woche kamen 58 neue Fälle dazu. Die Zahl der Infektionen bleibt damit weiterhin hoch.

Bei 199 der 290 Erkrankten kam es zu neurologischen Komplikationen wie einer Entzündung des Gehirns oder der Hirnhäute oder zu einer akuten schlaffen Lähmung. Bei 91 Betroffenen verlief die Erkrankung milder oder es traten keine Beschwerden des zentralen Nervensystems auf. Bislang sind 24 Menschen an der Infektion gestorben. Alle waren älter als 65 Jahre, das mittlere Alter der Verstorbenen lag bei 83 Jahren.

Auch die Krankenhäuser sind weiterhin stark belastet. 63 Menschen werden derzeit behandelt, davon 32 auf Intensivstationen und 31 auf normalen Stationen. 182 Betroffene konnten das Krankenhaus bereits wieder verlassen. Das mittlere Alter der Patienten mit Beschwerden des zentralen Nervensystems liegt bei 74 Jahren.

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Archivfoto AP/Rick Bowmer

Wo die meisten Fälle auftreten

Attika steht in diesem Jahr klar im Mittelpunkt des Ausbruchs. Rund 166 der insgesamt 290 Fälle wurden dort registriert – also mehr als die Hälfte aller Infektionen in Griechenland. Dahinter folgen Thessalien und Zentralmakedonien mit jeweils 52 Fällen. Auf Kreta wurden drei Fälle gemeldet, in Mittelgriechenland zwei und auf dem Peloponnes einer. Bei weiteren 14 Fällen ist noch unklar, wo sich die Betroffenen angesteckt haben. EODY beschreibt die Verbreitung des Virus in Attika als "besonders intensiv".

Die Behörde weist außerdem darauf hin, dass die Fallzahlen dort deutlich höher sind als in den vergangenen Jahren. Insgesamt wurden bisher Infektionen in 69 Gemeinden, 20 Regionalbezirken und sechs Regionen festgestellt: Attika, Thessalien, Zentralmakedonien, Peloponnes, Mittelgriechenland und Kreta. Die meisten Fälle gibt es in der Stadt Larisa.

Dort wurden 27 Infektionen registriert. Bei 13 Betroffenen war das zentrale Nervensystem betroffen, bei 14 nicht. Es folgen Spata–Artemida mit 19 Fällen, Markopoulo Mesogaias und Agia Paraskevi mit jeweils 14 Fällen, die Gemeinde Pella mit 13 sowie Vari–Voula–Vouliagmeni und Chalandri mit jeweils 12 Fällen.

Besonders betroffen ist der Osten von Attika. In Spata–Artemida wurden 17 Patienten mit neurologischen Beschwerden registriert, in Markopoulo Mesogaias elf und in Vari–Voula–Vouliagmeni ebenfalls elf. Auch in Pallini, Marathon und Acharnes gibt es eine auffällige Zahl schwerer Verläufe. Im Norden von Athen wurden in Agia Paraskevi und Chalandri jeweils zehn Fälle mit neurologischen Symptomen gemeldet. Gleichzeitig hat EODY weitere Gemeinden als "hohes Risiko" eingestuft, obwohl dort bis zum 2. September noch keine Fälle bei Menschen bekannt waren.

Dazu gehören mehrere Gemeinden in Attika, darunter Iraklio, Nea Smyrni, Palaio Faliro, Nea Filadelfia–Nea Chalkidona, Dafni–Ymittos und Ilion. Auch Gebiete in Trikala, Serres, Thessaloniki, Pieria, Kilkis, Korinthia, Heraklion auf Kreta, Thasos und Tinos gelten als Hochrisikogebiete. Für die Einstufung berücksichtigt EODY verschiedene epidemiologische, geografische und weitere Risikofaktoren.

Die Behörde rechnet damit, dass in den kommenden Wochen weitere Fälle auftreten werden – sowohl in bereits betroffenen Gebieten als auch möglicherweise in neuen Regionen. Wo sich das Virus als Nächstes ausbreiten wird, lässt sich laut EODY allerdings nicht zuverlässig vorhersagen. Deshalb empfiehlt die Behörde landesweit, sich während der gesamten Mückenzeit vor Mückenstichen zu schützen.

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Archivfoto AP Photo/Rick Bowmer

Vier bestätigte Fälle in Zypern

Auf Zypern raten die Gesundheitsdienste zu Ruhe und gleichzeitig zu Wachsamkeit. Nach aktuellem Stand gibt es keinen Grund für besondere Sorge wegen des Westnilvirus. Der stellvertretende Leiter der Gesundheitsdienste, Herodotos Herodotou, sagte im Sender SIGMA, die Menschen müssten sich derzeit keine Sorgen machen. Gleichzeitig sei es wichtig, aufmerksam zu bleiben, damit die zuständigen Behörden schnell auf mögliche Veränderungen reagieren können.

Menschen können sich über den Stich einer infizierten Mücke mit dem Virus anstecken. Die Gesundheitsdienste führen auf Zypern bereits seit vielen Jahren Maßnahmen durch, um die Mückenpopulation zu kontrollieren und das Infektionsrisiko zu begrenzen. Herodotou betonte außerdem, dass die Mückenart, die das Virus übertragen kann, nicht neu auf Zypern ist, sondern dort schon seit vielen Jahren vorkommt.

Auf der Insel gibt es derzeit vier bestätigte Fälle des Westnilvirus. Zwei weitere Verdachtsfälle werden noch untersucht. Rund um die betroffenen Gebiete laufen die vorgesehenen Maßnahmen weiter. Dazu gehören unter anderem Sprühaktionen rund um die Wohnhäuser der Erkrankten. Außerdem kontrollieren die Gesundheitsdienste die Umgebung vor Ort und gehen von Tür zu Tür, um mögliche weitere Fälle zu erfassen.

Mückenschutz und stehendes Wasser vermeiden

Im Mittelpunkt steht der Schutz vor Mücken. Wichtig ist vor allem, stehendes Wasser zu entfernen – zum Beispiel aus Blumentöpfen, Brunnen, Regenrinnen oder anderen Behältern, in denen sich Wasser sammelt.

Dort können sich Mücken vermehren. Auch zu Hause können sich Menschen schützen. Fliegengitter an den Fenstern helfen dabei, Mücken draußen zu halten, besonders in Räumen, in denen ältere Menschen leben. Auch Ventilatoren können Mücken fernhalten.

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