"Die Diners mit Gala": Kochen wie der Surrealist Dalí

"Die Diners mit Gala": Kochen wie der Surrealist Dalí
Von Anja Bencze
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Der 1973 erschienene Wälzer mit seinen vom Surrealisten persönlich illustrierten Rezepten ist erst vor Kurzem als Nachdruck wieder veröffentlicht worden.

Wenn die Langusten beim Küchenmaestro Sergio Humada köstlich in der Pfanne brutzeln, geschieht das auch im Dienst der Kunst. Der Spanier kocht die Rezepte aus Salvador Dalis berühmtem Kochbuch “Die Diners mit Gala” nach. Der 1973 erschienene Wälzer mit seinen vom Surrealisten persönlich illustrierten Rezepten ist erst vor Kurzem als Nachdruck wieder veröffentlicht worden.

Er assoziierte Essen mit seiner persönlichen Entwicklung, Nahrung hatte viele Bedeutungen, war erotisch, pervers, sadistisch. Er sah eine Verbindung zwischen Gastronomie und Kunstgeschichte.

Montse Aguer Museumsdirektorin

Eine Inspirationsquelle für den Sternekoch Sergio Humada: “Das sind nicht wirklich surrealistische Rezepte. Die meisten kann man nachkochen. Surrealistisch sind sie insofern, dass man sie heute in kaum einem Restaurant finden wird, weil sie vielleicht zu altmodisch erscheinen. Aber sie sind nicht besonders kompliziert.”

In dem Kochbuch hielt Dalí die Gaumenfreuden der ausschweifenden Dinnerpartys mit seiner Muse Gala fest. “Insgesamt 136 Rezepte aufgeteilt in 12 Kaptitel mit prickelnden Titeln wie “Weiche Uhren im Halbschlaf”, “Sodomitische Zwischengerichte” oder “Monarchenfleisch”. Eine besondere Vorliebe galt bekanntermaßen dem Hummer.

Essen zieht sich wie ein roter Faden durch Dalís Werk. Diese ganz spezielle Beziehung erklärt Montse Aguer, Direktorin des Dalí Museums im spanischen Figueres, folgendermaßen: “Dalí sagte einst, das philosophischste aller Körperteile des Menschen sei der Kieferknochen. Er assoziierte Essen mit seiner persönlichen Entwicklung, Nahrung hatte viele Bedeutungen, war erotisch, pervers, sadistisch. Er sah eine Verbindung zwischen Gastronomie und Kunstgeschichte.”

Die Wiederauflage Dalís kulinarischer Empfehlungen ist in mehreren Ländern erschienen und dürfte sich in diesem Jahr als Geschenk unter manch einem Weihnachtsbaum wiederfinden.

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