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"Jeder Film ist im Grunde politisch" - Internationales Filmfestival und Forum für Menschenrechte

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"Jeder Film ist im Grunde politisch" - Internationales Filmfestival und Forum für Menschenrechte
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Von Frédéric Ponsard

Das Internationale Filmfestival und Forum für Menschenrechte (FIFDH) bringt seit 20 Jahren in Genf verschiedene Künstler, Aktivisten, Zeugen und Journalisten zusammen, die Menschenrechtsverletzungen in der ganzen Welt anprangern.

Die große Sängerin Barbara Hendricks, die seit der Gründung des Festivals die Schirmherrschaft übernommen hat, sang bei der Eröffnung des Festivals die Hymne der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung „We shall overcome“. Die Sängerin ist auch Ehrenbotschafterin auf Lebenszeit des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Flüchtlinge UNHCR: "Nun, es geht um eine Sache, wir sind alle ein Volk und es geht um Menschenrechte für alle, die ganze Zeit. Es hat sich also auf unterschiedliche Weise manifestiert, aber es geht nur um eine Sache, nämlich dass wir alle Mitglieder der gleichen Menschheitsfamilie sind. So können auch wir aufstehen und uns gegen das wehren, was in der Ukraine geschieht“.

Die Öffentlichkeit kann an den zahlreichen Filmvorführungen und Foren teilnehmen, die im Laufe der Woche organisiert werden. Für Christine Ockrent, belgische Journalistin und Schriftstellerin, ist dies ein unverzichtbares Ereignis: „In den Erschütterungen der Welt ist es wichtig, dass es einen Ort, eine Art Drehscheibe gibt, wo sich alle treffen können, und es ist offensichtlich, dass die internationale Situation im Moment so ist, dass wir uns hier, am Ufer des Genfer Sees – umgeben von russischen Oligarchen, die große Besitztümer in der Schweiz haben – natürlich besonders betroffen fühlen."

Ein ganzer Abend war der Ukraine gewidmet, mit russischen, ukrainischen und europäischen Rednern und der Vorführung des Films „Das Leben ist so blau wie eine Orange“, der im Donbass gedreht wurde und zeigt, wie der Krieg in der Ostukraine schon vor langer Zeit begann. Der Film gewann den Preis für die beste Regie in der „Sundance World Cinema Documentary Competition“.

Der französisch-kambodschanische Regisseur Rithy Panh, der kürzlich in Berlin einen Preis gewonnen hat, ist Präsident des Dokumentarfilmwettbewerbs: „Ich denke, dass jeder Film im Grunde politisch ist, wenn er nicht politisch ist, ist er für meinen Geschmack ein bisschen fade. Ich mag Dokumentarfilme eigentlich sehr, es geht immer um Demokratie, um Freiheit, um... Leid, es ist die Würde, die es verdient, dass man sich hinsetzt und gemeinsam diskutiert.“

Alle Debatten und zahlreiche Filme können auf der Website des Festivals als Replay und VOD angesehen werden. Das FIFDH findet noch bis Samstag, 13. März, in Genf statt.

Journalist • Frank Weinert