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Russischer Traum geplatzt: Warum eine Ballerina und ihr Partner St. Petersburg verließen

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Andrea Laššáková und Adrian Blake Mitchell posieren für ein Foto mit ihrem Hund Beau in Santa Monica.
Andrea Laššáková und Adrian Blake Mitchell posieren für ein Foto mit ihrem Hund Beau in Santa Monica.   -   Copyright  AP Photo/Ashley Landis
Von Euronews  mit AP

Die slowakische Ballerina Andrea Lassáková und ihre US-amerikansicher Partner Adrian Blake Mitchell zog es wie viele andere Tänzer ins Ballett-Mekka St. Petersburg - angezogen von der Geschichte und der Tradition der Stadt. Am Michailowski-Theater hatte sie große Karrieren als Solotänzer gestartet.

Doch ihre Träume fanden mit Russlands Einmarsch in die Ukraine ein jähes Ende. Sie flohen und fanden Zuflucht in Kalifornien.

Andrea Laššáková schireb auf Facebook: 

"Nach fast 7 Jahren Arbeit am Mikhailovsky Theater haben @adrianblakemitchell und ich beschlossen, das Theater zu verlassen und ein neues Kapitel in unserem Leben zu beginnen. Trotz der Umstände haben wir diese Entscheidung schon vor einiger Zeit getroffen, aber als wir sahen, was in der Welt passiert, wurde uns noch mehr bewusst, dass wir eine richtige Entscheidung getroffen haben. Ich hätte nie gedacht, dass wir die Grenzen zu Fuß überqueren müssen, um aus Russland herauszukommen, aber leider ist das die Welt, in der wir jetzt leben... Alles, was ich hier gelernt habe, wird mir für immer im Gedächtnis bleiben! Es gab viele Höhen und Tiefen, aber es hat mich stärker und besser vorbereitet für meinen nächsten Schritt gemacht. Ich werde meine Freunde, die Pädagogen und das Theater so sehr vermissen, aber das ist nicht das Ende! Es ist ein neuer Anfang ?.

Ich möchte nur allen wünschen, dass sie in Sicherheit und Frieden sind ❤️ ich sende euch allen meine Liebe ?

Zu Fuß über die Grenze

Im Interview mit der Nachrichtenagentur AP sagt Andrea Laššáková: "Für mich war es tatächlich schon immer ein Traum, seit ich in der Slowakei mit den Tazen begann. Ich war von der russischen Sprache fasziniert und wollte unbedingt in Russland tanzen."

"Eines Tages erwachten wir und erfuhren, dass es eine Invasion in der Ukraine gegeben hatte", berichtet Adrian Blake Mitchell und zeigt Handyvideos von ihrer Abereise. "Wir beschlossen, wegzugehen und fuhren dann mit dem Auto zur Grenze zwischen Russland und Estland und liefen zu Fuß über die Brücke."

An der Grenze wurden sie vom russischen Geheimdienst verhört, konnten dann aber nach Estland einreisen. Aus Angst vor Repressalien hätten sie bis zu ihrer Flucht Stillschweigen gewahrt, sagen die beiden.

"Wir haben uns nicht geäußert, bis wir Russland verließen. Bei vielen Leuten, die ihre Meinung sagten, wurde an die Tür geklopft oder angerufen. Oder ihnen wurde vom Arbeitgeber gedroht, dass sie das nicht tun dürften", sagt Adrien udn versichert: "Sobald wir die Grenze ü berquert hatten, habe ich, innerhalb von zwei Stunden darüber geschrieben und gepostet. Wir haben es verurteilt."

Andrea fügt hizu: "Die meisten unserer Freunde kommen aus dem Ausland. Sie sind abgereist, ich glaube nicht, dass sie bald zurückkommen werden. Es ist zu schwer."

Adrien zieht ein trauriges Fazit: "Das russische Ballett wird definitiv vom Westen völlig isoliert sein."

Aktuell proben Adrian und Andrea für eine Aufführung am Westside Ballet in Santa Monica. Die beiden sind erleichtert, dass sie Russland problemlos verlassen konnten.

In Gedanken sind sie bei ihren ehmaligen Kollegen, die nicht so viel Glück hatten wie sie.