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Mitten im Krieg geöffnet: der Zoo von Mikolajiw in der Ukraine

Auch kleinere Tiere gibt es im Zoo von Mykolajiw
Auch kleinere Tiere gibt es im Zoo von Mykolajiw   -   Copyright  Euronews/Nataliia Liubchenkova
Von Natalia Liubchenkova  & Euronews

An einem sonnigen Herbsttag fühlt sich der Zoo von Mykolaiv im Süden der Ukraine friedlich an. Es scheint, als könnten die Besucher den Krieg hinter dem Eingangstor vergessen.

Doch diese Ausstellung von Raketentrümmern, die hier niedergegangen sind, und die Geräusche entfernter Explosionen bringen uns in die Realität zurück: Wir sind nicht weit weg von der Front entfernt. Der Zoo ist heute einer der wenigen Orte, die den Einwohnern von Mykolaiv offen stehen.

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Viele Eltern und Kinder freuen sich über die TiereEuronews/Nataliia Liubchenkova

Tetjana, eine Zoobesucherin, sagt: „Dies ist ein wunderbarer Ort, an dem wir uns vom Krieg ablenken, entspannen, Zeit mit dem Kind verbringen, es unterhalten, sein Interesse wecken und ihm etwas beibringen können. Die Kindergärten sind geschlossen, also versuchen wir, so gut es geht, weiter zu lernen.“

Um die Tiere unter diesen Umständen gesund zu erhalten, musste der Zoo, einer der ältesten der Ukraine, viele Schwierigkeiten überwinden: Er musste eine neue Trinkwasserquelle für die Tiere finden, sie trotz ernster logistischer Probleme mit Futter und Medikamenten versorgen und die Sicherheit von Mitarbeitern und Besuchern gewährleisten. Juri Kiritschenko, stellvertretender Zoodirektor, muss improvisieren: „Wir haben kein frisches Trinkwasser in der Stadt. Wir bringen frisches Wasser hierher, damit die Tiere trinken können, solche Behälter und auch größere stehen hier fast überall.“

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Auch kleinere Tiere gibt es im Zoo von MykolajiwEuronews/Nataliia Liubchenkova

Der Zoo von Mykolaiv überlebt ausschließlich mit der Hilfe ukrainischer und ausländischer Freiwilliger, der Unterstützung von Zoos im Ausland und Spenden. Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt kaufen online Eintrittskarten für den Zoo.

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Elefant im Zoo in MikolajiwEuronews/Nataliia Liubchenkova

In Mikolajiw haben sie auch Haustiere aufgenommen, die die Menschen hier während der Evakuierung zurücklassen mussten  - darunter Papageien, Meerschweinchen, Chinchillas, Frettchen und andere Arten.

Am meisten Angst haben die Beschäftigen des Zoos vor der Nacht – da wird Mykolaiw am häufigsten von russischen Raketen und Drohnen angegriffen. Auch Juri Kiritschenko hat Angst: „Jeden Tag, wenn wir uns verabschieden, hoffen wir, dass wir uns am nächsten Tag wiedersehen. Das ist unser Leben heute.“

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Nadia und Oleg besuchen den Mykolajiw-Zoo in der Südukraine. Hier waren sie einst zum ersten Date und bringen jetzt ihre Tochter zu BesuchEuronews/Nataliia Liubchenkova

Die größte Herausforderung ist der kommende Winter. Die Vorbereitungen für die kalte Jahreszeit laufen, aber Heizung und Strom funktionieren in Mikolajiv nicht immer. Im Zoo wollen sie alles tun, um die Tiere zu schützen. Doch die schlimmsten Gegner sind der Krieg und die Kälte.

Journalist • Frank Weinert