"Das Blau des Kaftans": Oscar-Nominierung für marokkanischen Film

Szene aus der marokkanischen Produktion "Das Blau des Kaftans"
Szene aus der marokkanischen Produktion "Das Blau des Kaftans"   -   Copyright  AFP
Von Margaux Racaniere

Die marokkanische Produktion „Das Blau des Kaftans " ist für den Oscar als bester internationaler Film nominiert. Es ist ein Film über die Liebe - die Liebe zwischen Halim und seiner Frau Mina, die Liebe zu seinem Handwerk, der Herstellung traditioneller Gewänder. Und von Halims Homosexualität, die er in Marokko nicht frei ausleben kann. 

Während die gleichgeschlechtliche Liebe in Europa in vielen Gesellschaften längst zu einer Selbstverständlichkeit geworden ist, ist Homosexualität in Marokko noch immer ein absolutes Tabu. Der Film beobachtet präzise und einfühlsam, so die Kritik.

Maryam Touzani, Regisseurin: "Was ich mit diesem Film erreichen möchte, ist, Empathie für die Figuren zu schaffen, sie kennenlernen, ihnen eine Chance zu geben, zu verstehen, wer sie sind, und sie zu lieben, wie sie sind. Und deshalb ist es für mich vor allem ein Film über die Liebe, es ist kein Film über Homosexualität, es ist ein Film über die Liebe."

Das fein gesponnenes Drama dreht sich um einen homosexuellen Schneider, der zwar seit 25 Jahren mit einer Frau verheiratet ist, seine wahren sexuellen Vorlieben aber nur im Verborgenen ausleben kann.

Maryam Touzani, Regisseurin: "Die Freiheit zu lieben gehört uns, und nur uns. Wir haben zwar mit der Reise begonnen, aber es ist noch ein weiter Weg zu gehen. Ich hoffe, dass der Film zu einer gesunden Debatte beiträgt. Es gibt hier auch sehr restriktive Gesetze, und wenn wir nicht dafür sorgen, dass sich die Gesetzgebung weiterentwickelt, können wir nicht erwarten, dass sich die Mentalitäten ändern…"

Die strengen marokkanischen Gesetze sehen eine bis zu dreijährige Gefängnisstrafe für die vor, die bei der „Straftat“ Homosexualität erwischt werden.