Die älteste Tochter von König Felipe steht bei der Armeefeier in Spanien am Dreikönigstag im Mittelpunkt des Interesses. Die 20-jährige Thronfolgerin Leonor absolviert gerade ihre militärische Ausbildung.
Am Dreikönigstag, dem 6. Januar, bekommen in Spanien nicht nur die Kinder Geschenke, sondern traditionell werden die Streitkräfte des Landes - anlässlich der sogenannten "Pascua Militar" - offiziell gefeiert. Eingeführt wurde dieser besondere Tag 1782 von König Carlos III. in Gedenken an die Rückeroberung Menorcas von den Briten.
An der Zeremonie, die jedes Jahr im Königspalast stattfindet, nehmen König Felipe VI., Königin Letizia, die spanische Verteidigungsministerin Margarita Robles und hochrangige Armeekommandanten teil. Der König hält eine Ansprache, die Verteidigungsministerin erläutert die Bilanz des vergangenen Jahres und es werden militärische Auszeichnungen verliehen. Und die 20-jährige Prinzessin Leonor ist mit dabei.
Sánchez bei Koalition der Willigen für die Ukraine
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez nimmt aufgrund der internationalen Beratungen zur Ukraine nicht an der diesjährigen Pascua Militar teil. Der Regierungschef ist nach Paris gereist - zu dem von dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron organisierten Treffen der Koalition der Willigen, bei dem Sicherheitsgarantien für die Ukraine besprochen werden.
Die von Frankreich und Großbritannien angeführte Koalition besteht aus mehr als 30 Ländern, die meisten davon aus Europa. Seit seinem Amtsantritt ist es das erste Mal, dass Sánchez diese Militärzeremonie verpasst, und Paris ist seine erste Auslandsreise im Jahr 2026.
Prinzessin Leonor nahm mit ihren Eltern 2025 an der Militärfeier teil, bevor sie sich auf dem Schulschiff Juan Sebastián Elcano zu einer mehrmonatigen Reise einschiffte.
Leonor ist keine Disney-Prinzessin
In Spanien hat sich die Wahrnehmung der Thronfolgerin stark verändert, seit Prinzessin Leonor ihre Marineausbildung absolviert hat.
Neben ihrem militärischen Dienstgrad als Fähnrich fliegt die 20-jährige Thronfolgerin inzwischen selbst Flugzeuge. Auf Bildern, die sowohl vom Königshaus als auch von den spanischen Luft- und Raumfahrtkräften verbreitet wurden, ist Leonor bei der Vorbereitung auf ihren ersten Flug und beim Training an Simulatoren zu sehen.
Die Prinzessin von Asturien hat im Rahmen ihrer militärischen Ausbildung an der Allgemeinen Luft- und Raumfahrtakademie in San Javier in der Region Murcia ihren ersten Alleinflug absolviert. Sie durchläuft seit etwa fünf Monaten eine theoretische und praktische Ausbildung als Fähnrich der Luftwaffe und steuert als Pilotin ein Turoprop-Trainingsflugzeug vom Typ Pilatus PC.21.
"Leonormania" in Spanien
Die sogenannte "Leonormania" in Spanien ist ein mediales und soziales Phänomen, das die wachsende Popularität und Faszinationum Prinzessin Leonor von Spanien beschreibt, insbesondere bei jungen Menschen.
Dieses Interesse hat sich vor allem seit Leonors 18. Geburtstag am 31. Oktober 2023 verstärkt, als sie auf die Verfassung vereidigt wurde.
Leonor begann ihre militärische Ausbildung an der Allgemeinen Militärakademie in Zaragoza in Nordspanien und folgte damit dem Beispiel ihres Vaters König Felipe VI.
Leonors militärische Laufbahn markiert einen Meilenstein in der spanischen Monarchie, denn sie wird die erste Frau sein, die den Oberbefehl über die Streitkräfte innehat, wenn sie den spanischen Thron besteigt.
Der "Influencer"-Effekt und Netzwerk-Betrug
Das Instagram-Konto @leonor_asturias_official hat 852 000 Follower, während das Konto @princesaleonorhd mit mehr als 800 Veröffentlichungen fast 73 000 Follower hat.
Doch in vielen sozialen Netzwerken gibt es inoffizielle Konten mit Namen wie @princesaleonordeasturias, @leonor.de.borbon, mit zahlreichen Veröffentlichungen unter dem Hashtag #PrincessLeonor und Zehntausenden Followern.
Wie die Stiftung Prinzessin von Asturien berichtet, wurde die Identität von Prinzessin Leonor in letzter Zeit mehrmals missbraucht, umin sozialen Netzwerken in betrügerischer Absicht Geld einzusammeln.
Die Stiftung Prinzessin von Asturien erklärt, dass "falsche Profile und betrügerische Mitteilungen in den sozialen Netzwerken entdeckt wurden", wobei die Identität sowohl der Stiftung Prinzessin von Asturien als auch die von Prinzessin Leonor fäschlich angegeben wurden..
Monarchie oder Republik?
Das staatliche Centro de Investigaciones Sociológicas (CIS) in Spanien hat zuletzt im April 2015 nach der Bewertung der Monarchie als Institution gefragt. Damals bekamen die Royals nur eine Note von 4,34 von 10. Es war das erste und einzige Mal, dass diese Umfrage mit Felipe VI. als Monarch durchgeführt wurde.
So war es nie möglich, die Meinung der Bevölkerung zu den Skandalen um die Herkunft des Vermögens der Königsfamilie zu erfahren. Das CIS hat auch nicht nach angeblichen steuerlichen Unregelmäßigkeiten des vorherigen Königs in den letzten Jahren seiner Regentschaft und nach seiner Abdankung gefragt..
Der Präsident des Centro de Investigaciones Sociológicas (CIS), José Félix Tezanos, hat es mehrfach abgelehnt, die Bürger in den Umfragen der öffentlichen Einrichtung zur Monarchie zu befragen, da dies seiner Meinung nach ein Thema sei, das die Spanier "nicht interessiert".
Bisher keine Umfrage zu Leonor
Das Fehlen offizieller Umfragen hat verschiedene private Medien und Meinungsforscher dazu veranlasst, eigene Umfragen zur Bewertung der spanischen Royals und des Staatsmodells (Monarchie oder Republik) durchzuführen, die unterschiedliche und oft polarisierende Ergebnisse liefern.
Während die Debatte und die privaten Umfragen darauf hindeuten, dass die Monarchie in Spanien mehrheitlich weiterhin befürwortet wird, gibt es auch anderslautende Ergebnisse.
Laut einer Umfrage der Tageszeitung "El Confidencial" überwiegen die Anhänger der Republik gegenüber den Monarchisten.
Eine Verfassungsänderung steht in Spanien derzeit nicht auf der Agenda - und auch eine Umfrage zur Popularität von Thronfolgerin Leonor ist nicht geplant, dabei sehen einige in Spaniens Kronprinzessin die "charismatischste Royal" in Europa.