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Streit um "Hallelujah": Cohen-Nachlass protestiert gegen Trump-Event

Präsident Donald Trump beendet seine Rede zur Eröffnung der Great American State Fair in Washington, USA, am 24. Juni 2026
US-Präsident Donald Trump beendet seine Rede zur Eröffnung der Great American State Fair in Washington, USA, am 24. Juni 2026 Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved.
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Von Sarah Miansoni
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Anfang Juni kündigte Donald Trump an, dass "Hallelujah" zur Eröffnung der Great American State Fair gespielt werden soll – und heizte damit den Dauerstreit mit Leonard Cohens Nachlass an.

Die Great American State Fair, ein Festival zum 250. Geburtstag der Vereinigten Staaten, ist am Mittwochabend in Washington, D.C., mit einem Eklat gestartet. Der Nachlass des verstorbenen Sängers Leonard Cohen protestierte gegen den Einsatz seines Songs „Hallelujah“ bei der Eröffnungsveranstaltung.

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Die Organisatoren strichen die ursprünglichen Pläne für das Freedom-250-Konzert auf der National Mall, nachdem mehrere Künstler wegen der Nähe der Messe zur MAGA-Bewegung ihre Teilnahme abgesagt hatten.

Donald Trump sagte das Konzert schließlich ganz ab. Doch auch die Kundgebung, die stattdessen stattfand, stieß wegen ihres Musikprogramms auf Kritik.

„Der Leonard-Cohen-Nachlass hat erfahren, dass das Lied ‚Hallelujah‘ bei einer Kundgebung von Donald Trump am 24. Juni aufgeführt werden soll“, hieß es in einer Erklärung in den sozialen Medien des Sängers. „Diese Nutzung ist nicht autorisiert, und der Nachlass unterstützt oder billigt diese oder ähnliche Verwendungen nicht.“

Die Mitteilung endete mit dem Satz „Thank you for your attention to this matter“ – eine Anspielung auf Trumps übliche Schlussformel auf Truth Social.

Der US-Präsident hatte drei Wochen zuvor angekündigt, dass bei der Kundgebung neben ‚Hallelujah‘ auch die klassischen Arien ‚Nessun Dorma‘ und ‚Ave Maria‘ sowie die patriotische Hymne ‚God Bless America‘ zu hören sein würden.

Christopher Macchio singt zur Eröffnung der Great American State Fair in Washington, 24. Juni 2026
Christopher Macchio singt zur Eröffnung der Great American State Fair in Washington, 24. Juni 2026 Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved

Trotz der Warnung des Cohen-Nachlasses trat Opernsänger Christopher Macchio gemeinsam mit Master Gunnery Sgt. Kevin Bennear von der United States Marine Band auf.

Ihre Version des Songs von 1984 hob sich aus der Flut vorhandener Cover vor allem durch einen völligen Mangel an Feingefühl ab.

„Seit dem legendären Luciano Pavarotti hat es keine solche Stimme mehr gegeben!“, schwärmte Trump Anfang Juni auf Truth Social über Macchio.

Viele sehen das anders. Macchio ist Wiederholungstäter: Er hatte den Cohen-Klassiker bereits beim republikanischen Parteitag 2020 gesungen.

Donald Trump selbst setzte das Lied bei zahlreichen politischen Kundgebungen weiter ein. Der Nachlass des Künstlers protestierte heftig und reiht sich damit in eine lange Liste von Musikerinnen und Musikern ein, die den republikanischen Präsidenten auffordern, die Finger von ihrem Werk zu lassen.

Im Oktober 2024 bat der Leonard-Cohen-Nachlass Sony Music sogar, der Trump-Kampagne ein Unterlassungsschreiben zuzustellen.

Als wäre ein Streit nicht genug, trat zur Eröffnungsnacht der Great American State Fair zudem die kaum bekannte Country-Sängerin Alexis Wilkins auf, die am Mittwoch die US-Nationalhymne sang. Sie ist ausgerechnet die Freundin des FBI-Direktors Kash Patel.

Die 27-jährige Künstlerin, die auf Spotify 5.620 monatliche Hörerinnen und Hörer zählt, wurde erst kurzfristig ins Programm der Kundgebung aufgenommen. Das nährte den Vorwurf der Vetternwirtschaft.

„Ich bin seit Jahren Country-Musikerin. Ich habe sowohl in der Musik als auch im Bereich Kommentar/Strategie eine erfolgreiche Karriere“, entgegnete Wilkins auf X. „Ich wurde allein wegen meiner Arbeit eingeladen, diese Hymne zu singen, so wie an vielen anderen Orten im Lauf meiner Karriere.“

Nach diesem turbulenten Auftakt läuft die Great American State Fair nun 16 Tage lang weiter. Mehrere US-Bundesstaaten verweigern ihre Teilnahme, weil sie das Ereignis als zu parteiisch empfinden.

Von einem UFC-Käfigkampf auf dem Gelände des Weißen Hauses bis hin zu Algen im Lincoln Memorial Reflecting Pool: Trumps Inszenierungen zum 250. Geburtstag der USA erweisen sich weiterhin als Mischung aus schlechtem Geschmack und Dauerstreit.

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