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Belgien: Kampf gegen Impfangst unter Armen

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Von Méabh Mc Mahon
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Eine Impfstation in Brüssel-St. Josse
Eine Impfstation in Brüssel-St. Josse   -   Copyright  Euronews

Belgien hat eine der höchsten Impfraten der Welt. Doch hinter dieser Statistik verbergen sich große Unterschiede. In St. Josse, einem der ärmsten Brüsseler Stadtteile, ist der Bezirksvorsteher auf einer Sondermission: die Menschen zu überzeugen, sich impfen zu lassen.

Von einer 25-Euro-Prämie bis zu kostenlosen PCR-Tests, Emir Kir hat alles im Gepäck. Man arbeite mit allem. Man spreche gezielt Minderheiten an und alle Altersgruppen sowie Menschen, die vor einer Impfung Angst hätten, sagt er.

St. Josse ist nur ein Spaziergang vom Europäischen Viertel entfernt. Der Stadtvorsteher macht in erster Linie Armut und soziale Abgrenzung für die niedrige Impfrate verantwortlich. Nur jeder fünfte Erwachsene ist einmal geimpft worden, dagegen sind es mehr als 80 Prozent in reicheren Stadtteilen wie Woluwe-Saint-Pierre.

Er wisse nicht, warum viele dächten, dass in Europa jeder reich sei. In seinem Stadtteil gebe es viele arme und alte Leute. Menschen, die keinen Zugang zu sozialen Medien hätten.

Online-Anmeldungen für Impfungen wie auch Sprachbarrieren waren eine Hürde für die Impfkampagne.

Emir Kir will beweisen, dass eine erfolgreiche Kampagne nur ganz unten geführt werden kann. Seit Beginn der Krise hätten die Antworten auf lokaler Ebene gelegen, nicht auf nationaler und regionaler. Es sei besser, die Menschen hätten es mit Ansprechpartnern zu tun, denen sie vertrauten - und nicht mit anonymen Beamten.

Der Bezirksvorsteher ist eine lokale Berühmtheit. Er hofft, das Rennen gegen Covid mit Entschlossenheit zu gewinnen.

Journalist • Stefan Grobe