Spaniens Wirtschaft wuchs im vergangenen Jahr um 3 %, weit über dem Durchschnitt der Eurozone von 0,8 %. Einen großen Anteil daran haben laut Experten auch die Arbeitskräfte aus dem Ausland.
Spaniens Wirtschaft ist 2024 so schnell gewachsen wie keine andere in Europa. Experten führen den Boom größtenteils auf den Zustrom ausländischer Arbeitskräfte zurück. In den kommenden Jahren will die spanische Regierung fast eine Million weitere ausländische Arbeitskräfte legalisieren, die schon bislang im Lande arbeiteten und damit die Zahl der Erwerbstätigen erhöhten.
Beispiel BonÀrea
In einer Fleischfabrik im Nordosten Spaniens arbeiten Menschen aus Dutzenden Ländern Seite an Seite für den Agrar- und Lebensmittelkonzern BonÀrea. Victor Razuri, Techniker bei BonÀrea, schätzt die kulturelle und sprachliche Vielfalt, die er in der neuen Heimat erlebt: "Ich bin Peruaner. Und in Peru lernt man keine Menschen aus der ganzen Welt kennen. Als ich hier ankam, traf ich Menschen aus der Ukraine, aus Marokko, einige Latinos, aber vor allem Menschen aus Europa und aus Afrika. Menschen aus verschiedenen Kulturen und mit verschiedenen Mentalitäten und Sprachen."
Der Personalchef des Unternehmens, Xavier Moreno, stellt klar: "Diese Leute kommen hierher, um bestimmte Aufgaben in der fleischverarbeitenden Industrie zu übernehmen. Und das sind Jobs, die die Einheimischen aus verschiedensten Gründen nicht machen wollen."
Neue Jobs für eine halbe Million ausländische Arbeitskräfte
Ausländische Arbeitskräfte haben dazu beigetragen, dass Regierungen in anderen Industriestaaten mit Neid auf Spaniens Wirtschaft blicken. Nach Angaben der spanischen Regierung wurde fast die Hälfte aller seit 2022 in Spanien geschaffenen Arbeitsplätze mit einer halben Million Menschen besetzt, die aus dem Ausland stammen.
Auch Diana Maria Pagu ist eine von ihnen. Sie arbeitet als Büroangestellte bei BonÀrea und erklärt voller Überzeugung und in bestem Spanisch: "Dies ist wie meine zweite Heimat. Es stimmt, dass Rumänien immer mein Heimatland sein wird, da wir jedes Jahr dorthin fahren. Aber hier fühlen wir uns trotzdem zu Hause, weil die Einheimischen uns sehr gut aufgenommen haben."
Wie viele andere Länder kämpft aber auch Spanien mit der illegalen Einwanderung übers Mittelmeer und unterstützt EU-Abkommen mit Marokko, um die Migrationsströme einzudämmen. Doch legale Migration ist der Regierung unter dem Sozialisten Pedro Sánchez hoch willkommen - schon wegen der positiven wirtschaftlichen Auswirkungen.