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Alkoholbedingte Verletzungen: Diese Altersgruppe ist besonders gefährdet

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Von Alessio Dell'Anna & Damaso Jaivenois
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Ein neuer WHO-Bericht enthüllt alarmierende Geschlechter- und Altersunterschiede bei alkoholbedingten Todesfällen. Männer sterben fast sechsmal häufiger an selbstverursachten Verletzungen durch Alkohol als Frauen. Am stärksten gefährdet sind Menschen in den Dreißigern.

Einem neuen WHO-Bericht zufolge ist Alkohol in Europa für 31 Prozent der Todesfälle durch Verletzungen und Gewalt verantwortlich.

Nach Angaben der Organisation wird in Europa mehr getrunken als in jeder anderen Weltregion. Das kostete dem Bericht zufolge im Jahr 2019 rund 145.000 Menschen das Leben.

Die häufigste Todesursache ist dabei kein Unfall. Selbstverletzung ist die häufigste Ursache und führte allein 2019 zu 44.000 alkoholbedingten tödlichen Verletzungen. 83 Prozent der Fälle betrafen Männer.

An zweiter Stelle stehen alkoholbedingte Verkehrsunfälle mit 24.000 Todesfällen. Es folgen alkoholinduzierte Stürze mit 20.000 Toten.

Besonders gefährdet sind dem Bericht zufolge Menschen im Alter von 35 bis 39 Jahren. Die Prävalenz ist bei Männern (36,5 Prozent) deutlich höher als bei Frauen (19,4 Prozent).

„Männer sind für die meisten Todesfälle durch alkoholbedingte Verletzungen verantwortlich, weil sie häufiger trinken, größere Mengen konsumieren und eher an einer Alkoholkrankheit leiden“, so die Organisation.

Welche Länder in Europa sind am stärksten betroffen?

Obwohl der Alkoholkonsum seit Anfang der 2000er Jahre zurückgegangen ist, sieht die WHO weiterhin große Unterschiede zwischen den Ländern. Vor allem die Trinkmuster unterscheiden sich deutlich.

In osteuropäischen Ländern werden demnach mehr als 60 Prozent aller Todesfälle durch Verletzungen und Gewalt auf Alkohol zurückgeführt. In weiten Teilen West- und Südeuropas sind es hingegen weniger als 20 Prozent.

Besonders Lettland, Litauen und Russland weisen hohe Zahlen auf. Dort liegen die Raten alkoholbedingter tödlicher Verletzungen bei rund 23 Fällen pro 100.000 Einwohner.

Länder wie Aserbaidschan, Tadschikistan und die Türkei meldeten dagegen einige der niedrigsten Raten. Sie lagen häufig unter 2,9 pro 100.000 Menschen.

Anteil aller alkoholbedingten Todesfälle durch Verletzungen
Anteil aller Todesfälle durch alkoholbedingte Verletzungen WHO

Es werden jedoch Gegenmaßnahmen ergriffen. Litauen ist zum Beispiel das einzige baltische Land, das den Verkauf von Alkohol an Personen unter 20 Jahren verboten hat.

Auch der Verkauf vor 10.00 Uhr morgens oder nach 20.00 Uhr ist untersagt. Sonntags gilt das Verbot bereits ab 15.00 Uhr. Zudem betreffen die Vorschriften auch das Marketing: Alkoholwerbung ist vollständig verboten, auch in importierten Zeitschriften.

Im WHO-Bericht heißt es: „Evidenzbasierte Maßnahmen wie die Anhebung der Verbrauchssteuern, die Verringerung der Verfügbarkeit von Alkohol im Einzelhandel, die Einschränkung des Marketings, die Verschärfung von Maßnahmen gegen Alkohol am Steuer sowie die Ausweitung von Vorsorgeuntersuchungen und Kurzinterventionen können die durch Alkohol verursachten Schäden deutlich verringern und vermeidbare Todesfälle verhindern.“

Wie stark ist der Alkoholkonsum zurückgegangen?

Nach Angaben der WHO ist der Alkoholkonsum in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich gesunken.

In der erweiterten WHO-Region Europa – dazu zählt auch der frühere UdSSR-Block – sank der durchschnittliche jährliche Alkoholkonsum von 11,1 Litern im Jahr 2000 auf 9,1 Liter im Jahr 2022. Das entspricht einem Rückgang von 18 Prozent. Der Trend gehe zudem „mit einem bemerkenswerten Rückgang des schweren episodischen Alkoholkonsums bei Männern und Frauen einher“.

Nach Angaben der OECD liegt der Konsum in den meisten EU-Ländern dennoch über diesem Durchschnitt. Rumänien, Portugal und Lettland führen die Tabelle an.

Griechenland, Finnland, Schweden, Belgien, die Niederlande und Italien waren demnach die einzigen Länder mit weniger als 9,1 Litern pro Jahr.

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