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Zur Abschreckung und gegen Drohungen: Spaniens Außenminister Albares will EU-Armee

Spaniens Außenminister José Manuel Albares im Interview mit Maria Tadeo in Davos
Spaniens Außenminister José Manuel Albares im Interview mit Maria Tadeo in Davos Copyright  Euronews
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Von Lauren Walker & Maria Tadeo
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Der spanische Außenminister Juan Manuel Albares hat am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos mit Euronews gesprochen - über den Grönland-Deal der NATO mit Trump, über die europäische Verteidigungspolitik, über Venezuela und Nahost.

Spaniens Außenminister José Manuel Albares erklärt im Interview mit Euronews, dass der Deal zwischen Rutte und dem US-Präsidenten Donald Trump eine bilaterale Vereinbarung sei, es ist "nicht die NATO, (...) es ist der Generalsekretär der NATO, der mit einem der Verbündeten spricht."

Einzelheiten des Deals waren zunächst nicht bekannt. "Das einzige, was ich weiß, ist die Ankündigung, die gestern gemacht wurde", sagte Albares am Donnerstag in Davos.

Der Sozialist Juan Manuel Albares berät Spaniens Ministerpräsidenten Pedro Sánchez seit 2018.

"Ich habe mit den Außenministern all dieser verbündeten Länder gesprochen, und sie haben die gleichen Informationen wie ich, nur die Ankündigung. Und ich bin sicher, dass alles, was besprochen wurde, dem NATO-Rat vorgelegt wird."

Trump und Rutte: Sicherheitsrahmen für Grönland erarbeitet

Am Mittwoch kündigte US-Präsident Trump eine Vereinbarung zwischen seiner Regierung und dem NATO-Generalsekretär über die Sicherheit Grönlands an, die es Washington ermöglichen würde, seine militärische Präsenz in der Arktis zu erhöhen und die Zahl der US-Stützpunkte auf der Insel nach wochenlangen Spannungen zu erhöhen.

Der spanische Außenminister betonte, dass nur die Bevölkerung Grönlands und Dänemarks über die Zukunft des arktischen Territoriums entscheiden könne, "und die Menschen haben ganz klar gesagt, dass sie Teil Dänemarks bleiben wollen".

Zuvor hatte Trump gedroht, acht europäische Länder, darunter Dänemark, Frankreich und Deutschland, mit Strafzöllen zu belegen, bis ein Abkommen über den "vollständigen und totalen Verkauf" Grönlands besiegelt sei. Der US-Präsident begründete dies damit, dass der Besitz des Territoriums für Washington eine nationale Sicherheitsnotwendigkeit darstelle, um den Ambitionen Chinas und Russlands in der Region entgegenzuwirken.

Auf dem Weg zu einer europäischen Armee

Albares kritisierte im Gespräch mit Euronews-Journalistin Maria Tadeo das Verhalten der USA als inakzeptabel, die EU werde nicht unter Zwang verhandeln.

Er rief auch dazu auf, dass Europa für seine Werte eintreten solle, vor allem für den Frieden. Dazu brauche Europa Sicherheit und Abschreckung und müsse sich "in Richtung einer europäischen Armee" bewegen.

"Wenn wir weiterhin ein Ort des Friedens sein wollen, in dem niemand Krieg führen oder Zwang auf uns ausüben kann, sei es die Androhung von Gewalt oder wirtschaftlicher Zwang, müssen wir die Abschreckung selbst in der Hand haben", forderte der spanische Außenminister.

"Wir brauchen erstens eine Koalition der Willigen für die europäische Sicherheit und zweitens eine Integration unserer Verteidigungsindustrien und schließlich eine europäische Armee", erläuterte Albares.

Zu Venezuela und Gaza

Nach Trumps Militäroperation in Venezuela, um Präsident Nicolás Maduro zu entmachten, bekräftigte der Minister Spaniens Unterstützung für eine interne Verhandlungslösung. "Was wir uns von Venezuela wünschen, ist ein umfassender Dialog zwischen der Regierung und der Opposition, der zu einer friedlichen und demokratischen Lösung innerhalb der venezolanischen Gesellschaft führen wird".

Auf die Frage, ob Washingtons Fokus auf Venezuelas Ölvorkommen ein Grund zur Sorge sei, zeigte sich Albares entschlossen: "Das Öl und die natürlichen Ressourcen Venezuelas gehören dem venezolanischen Volk", sagte er. "Das ist ein Teil ihrer Souveränität".

Albares bekräftigte auch die entschiedene Haltung Spaniens zum Gazastreifen und seine langjährige Unterstützung für eine Zweistaatenlösung im Nahost-Konflikt.

"Wenn wir Frieden, Stabilität und Sicherheit für alle im Nahen Osten - einschließlich der Israelis - wollen, müssen wir die Zweistaatenlösung umsetzen", erklärte der Diplomat. "Es ist höchste Zeit. Zu viel unschuldiges Blut ist seit Jahrzehnten vergossen worden."

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