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Grönland: NATO-Militärplaner warten auf politische Weisung

Dänische Streitkräfte nehmen an einer Übung mit Hunderten von Soldaten aus mehreren europäischen NATO-Mitgliedsstaaten im Arktischen Ozean in Nuuk, Grönland, teil, 15. September 2025.
Dänische Streitkräfte nehmen an einer Übung mit Hunderten von Soldaten aus mehreren europäischen NATO-Mitgliedsstaaten im Arktischen Ozean in Nuuk, Grönland, teil, 15. September 2025. Copyright  AP Photo/Ebrahim Noroozi
Copyright AP Photo/Ebrahim Noroozi
Von Alice Tidey
Zuerst veröffentlicht am
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Bisher ist noch wenig über das Abkommen bekannt. Trump hat es jedoch offenbar so weit zufrieden gestellt, dass er seine Zolldrohung gegen acht europäische Länder zurückgenommen hat.

NATO-Militärplaner bestätigten am Donnerstagnachmittag, dass bislang keine Weisungen zu dem zwischen den USA und Dänemark vereinbarten Rahmenabkommen für Grönland vorlägen. Man sei jedoch bereit, mit den Planungen zu beginnen, sobald entsprechende Anweisungen erteilt würden.

"Wir befinden uns noch in einem sehr frühen Stadium", sagte Giuseppe Cavo Dragone, Vorsitzender des Militärausschusses der NATO, nach einer Sitzung der Generalstabschefs im NATO-Hauptquartier in Brüssel. "Wir warten noch auf eine politische Richtung. Sobald diese vorliegt, werden wir mit unserer eigentlichen Arbeit beginnen – der militärischen Planung", erklärte er weiter.

Über das Rahmenabkommen, das US-Präsident Donald Trump und NATO-Generalsekretär Mark Rutte am Mittwochabend in Davos vereinbart haben, ist bislang nur wenig bekannt.

Für den US-Präsidenten war die Einigung jedoch offenbar zufriedenstellend genug, um von seiner Drohung abzurücken, ab dem 1. Februar zusätzliche Zölle von zehn Prozent auf acht europäische Staaten zu verhängen, die in der vergangenen Woche Truppen nach Grönland entsandt hatten.

Sowohl Rutte als auch die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen betonten, der Rahmen wahre die Souveränität und territoriale Integrität der weitläufigen Insel, die zum Königreich Dänemark gehört.

Frederiksen erklärte am Donnerstag, sie wolle den "konstruktiven Dialog" mit den NATO-Verbündeten darüber fortsetzen, wie die Sicherheit in der Arktis gestärkt werden könne – auch im Zusammenhang mit dem von den USA vorgeschlagenen mehrschichtigen Raketenabwehrsystem Golden Dome, sofern dies "unter Wahrung unserer territorialen Integrität" geschehe.

"Niemand sollte an unserer Bereitschaft zweifeln"

Der Oberste Alliierte Befehlshaber Europa (SACEUR) der NATO erklärte unterdessen, dass bislang auch keine Planungen für einen möglichen Einsatz in der Arktis aufgenommen worden seien.

"Wir haben keine politische Weisung erhalten, auszurücken. Natürlich sind wir uns der laufenden Diskussionen bewusst, und deshalb überlegen wir, wie man ein solches Vorgehen organisieren könnte", sagte Alexus G. Grynkewich vor Reportern.

"Aber nein, mit konkreten Planungen haben wir noch nicht begonnen", fügte er hinzu.

Die Gespräche über eine mögliche Mission hatten eingesetzt, nachdem Donald Trump seine expansionistische Rhetorik mit Blick auf Grönland verschärft hatte. Ziel der Überlegungen war es demnach, den US-Präsidenten durch ein Signal zu beruhigen, dass das Bündnis die Sicherheit des hohen Nordens und der Arktis ernst nehme.

Der SACEUR verwies zugleich darauf, dass in den kommenden Monaten mehrere NATO-Übungen in der Arktis geplant seien – allerdings keine ausdrücklich in Grönland. Frankreich forderte die NATO am Mittwoch auf, eine gemeinsame Übung in Grönland zu prüfen, und erklärte, bereit zu sein, sich daran zu beteiligen.

Gleichwohl bemühte sich der SACEUR um einen beruhigenden Ton und betonte, dass "niemand an unserer Bereitschaft" im hohen Norden und in der Arktis zweifeln solle.

"Die Schweden, die Finnen, alle nördlichen Länder – Norwegen und Dänemark – verfügen über erhebliche Fähigkeiten, die sie dort oben tagtäglich einsetzen", sagte Grynkewich.

Die Streitkräfte der beiden jüngsten Bündnismitglieder, Finnland und Schweden, befänden sich zudem"„in einer einzigartigen Position, um die Nordflanke der NATO und die Sicherheit der Arktis zu stärken".

Mit Blick auf die Fähigkeiten, die für eine weitergehende Absicherung der Region erforderlich seien, erklärte der SACEUR, das Bündnis müsse langfristiger denken.

"Einige der Maßnahmen, die wir in der Arktis ergreifen müssen, um unsere Sicherheit zu verbessern, haben lange Vorlaufzeiten – darunter die Installation neuer Sensoren und Detektionsfähigkeiten", so Grynkewich.

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