Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Warum Europa ein eigenes Zahlungssystem ohne Mastercard und Visa braucht

Euronews
Euronews Copyright  Euronews.com
Copyright Euronews.com
Von Mert Can Yilmaz & Evi Kiorri
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare
Teilen Close Button

Europa gibt jedes Jahr Billionen für Kartenzahlungen und Onlinekäufe aus, doch die meisten Transaktionen laufen über US-Systeme. Mit Wero will die EU die Abhängigkeit verringern und den Zahlungsverkehr zurück nach Europa holen. Wird die neue Digital-Wallet zur echten Alternative? Mehr dazu im Video.

Die meisten Kartenzahlungen und Onlinekäufe in Europa laufen über Visa oder Mastercard. Beide Konzerne stammen aus den USA und dominieren den weltweiten Zahlungsverkehr. In Brüssel wächst deshalb die Sorge: Europa mache sich abhängig von ausländischer Infrastruktur. Das Risiko will die EU nicht länger hinnehmen und reagiert.

WERBUNG
WERBUNG

Wero ist eine digitale Geldbörse, entwickelt von europäischen Banken und Zahlungsdienstleistern. Sie soll die Abhängigkeit von den großen Kartennetzwerken verringern. Der Dienst setzt auf Echtzeitüberweisungen von Konto zu Konto. Dadurch entfallen Zwischenhändler, die Gebühren können sinken, und Zahlungsdaten bleiben in Europa.

In Deutschland, Frankreich und Belgien nutzen bereits Dutzende Millionen Menschen Wero. Die Zahl der Nutzer steigt schnell.

Hinter der Initiative stehen vor allem zwei Motive: Kontrolle und Kosten. Die Europäische Zentralbank warnt, dass Europa durch die Abhängigkeit von ausländischen Bezahlsystemen anfällig wird. Etwa für politischen Druck oder plötzliche Störungen. Ein Beispiel liefert das Jahr 2022: Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine kappten Visa und Mastercard innerhalb kurzer Zeit die Verbindungen nach Russland. Das Land verlor damit praktisch den Zugang zum globalen Zahlungsverkehr.

In Deutschland nutzen Wero derzeit knapp zwei Millionen Menschen.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde betont, dass ein großer Teil der digitalen Zahlungen in Europa über Systeme aus den USA oder aus China läuft. Das sei eine Schwachstelle, an der Europa schrauben müsse.

Ein zweiter Streitpunkt sind die Kosten. Händler berichten, dass die Gebühren der Kartennetzwerke in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind. Direkte Zahlungen von Konto zu Konto könnten den Wettbewerb stärken. Davon könnten Unternehmen und Verbraucher profitieren.

Für die EU-Spitze geht es dabei um mehr als eine neue Bezahl-App. Zahlungen seien "Infrastruktur", heißt es in Brüssel. Und Infrastruktur bedeute Macht.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Wie Europa versucht sich aus der Abhängigkeit von Visa und Mastercard zu lösen

Wie die EU ihre Zahlungshoheit zurückerobern kann – Fragen Sie die KI

Warum Europa ein eigenes Zahlungssystem ohne Mastercard und Visa braucht