Trump hat damit gedroht, den Handel mit Spanien wegen des Zugangs zu seinen Luftwaffenstützpunkten im Iran-Krieg zu unterbinden. Doch wie bedeutend ist der Handel zwischen den beiden Ländern?
US-Präsident Donald Trump hat damit gedroht, den Handel mit Spanien abzubrechen, nachdem Madrid sich geweigert hat, den US-Streitkräften die Nutzung seiner Militärstützpunkte für die laufende Operation im Iran zu gestatten.
"Wir wollen nichts mit Spanien zu tun haben", sagte Trump Anfang März vor Reportern im Weißen Haus. Zwei Wochen später betonte der spanische Außenminister José Manuel Albares, die Beziehungen zwischen den USA und Spanien seien "normal". Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez bekräftigte erneut die entschiedene Haltung des Landes, keinen Krieg zu wollen.
Sollte Trump seine Drohungen gegen Spanien wahr machen: Wie gefährdet ist Madrid, und wie sieht es in anderen europäischen Ländern aus?
Handel zwischen Spanien und den USA in Milliardenhöhe
Nach Angaben des US Census Bureau exportierten die USA im Jahr 2025 Waren im Wert von rund 26 Milliarden Dollar (23 Milliarden Euro) nach Spanien und importierten im selben Jahr Waren im Wert von etwa 21 Milliarden Dollar (12 Milliarden Euro) aus Spanien.
Damit beläuft sich der gesamte Warenhandel zwischen den beiden Ländern im Jahr 2025 auf etwa 47 Milliarden US-Dollar (40,8 Milliarden Euro).
Spanien exportiert eine Reihe von Produkten in die USA, darunter Maschinen, Chemikalien, Pharmazeutika, Lebensmittel und Fahrzeuge.
Nach einer Analyse des in Valencia ansässigen Finanzdienstleisters CaixaBank sind bestimmte Sektoren jedoch stärker involviert als andere.
Mehr als die Hälfte der spanischen Ausfuhren in die USA entfallen auf Ausrüstungsgüter und Halbfertigprodukte wie Industriemaschinen und chemische Erzeugnisse, während Nahrungsmittel etwa 18 % ausmachen.
Innerhalb dieser Sektoren gehören Motorenexporte und Baumaterialien zu den am meisten nachgefragten spanischen Waren in den USA. Bei den Lebensmitteln machen Öle und Fette, einschließlich Olivenöl, etwa 14 % der spanischen Ausfuhren aus, die den Atlantik überqueren.
EU übertrumpft Washington im spanischen Handel
Trotz des milliardenschweren Handels zwischen den USA und Spanien ist Spanien wesentlich stärker auf den Handel mit europäischen Partnern angewiesen.
Daten des spanischen Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Unternehmen zeigen, dass drei Viertel der gesamten Exporte des Landes im Jahr 2025 in europäische Märkte gingen.
So entfielen auf die EU-Länder 62 % der spanischen Ausfuhren im Gesamtwert von 387 Milliarden Euro. Spanien ist demnach insgesamt viel stärker vom Handel mit europäischen Ländern abhängig als von dem mit den USA.
Zudem ist Spanien auch deutlich weniger von seinem Handel mit den USA abhängig als mehrere andere europäische Volkswirtschaften.
Nach den Handelsdaten von Eurostat gingen 2024 mehr als ein Viertel der irischen Ausfuhren in die USA, während der Anteil in Deutschland und Italien bei etwa 10 % und in Frankreich bei etwa 9 % lag.
Zwischen 2024 und 2025 stiegen die irischen Warenexporte in die USA um 34 %. Das ist vor allem auf die Arzneimittelhersteller zurückzuführen ist, die den Großteil ihrer Produktion in die USA exportieren.
Im Vergleich zu diesen Ländern gehen deutlich weniger – etwa 4-5 % – der Gesamtexporte Spaniens in die USA.
EU-Handelspolitik kompliziert
Jeder Versuch von Trump, den Handel mit einem EU-Land ins Visier zu nehmen, wäre mit rechtlichen Komplikationen verbunden. Da Spanien dem Binnenmarkt der Europäischen Union angehört, wird die Handelspolitik auf EU-Ebene ausgehandelt.
Zölle und Handelsabkommen, wie das im letzten Sommer geschlossene und derzeit eingefrorene Handelsabkommen zwischen der EU und den USA, fallen nicht in die nationale Zuständigkeit.
Infolgedessen würden etwaige US-Handelsbeschränkungen die EU als Ganzes betreffen und nicht nur die spanische Regierung.