Die beiden wurden unter den Trümmern eines verlassenen Hauses im Acquedotti-Park in Rom gefunden. Sie waren der Polizei bereits bekannt.
Möglicherweise bereiteten sie eine Bombe vor: Sara Ardizzone und Alessandro Mercogliano, die am Freitagmorgen in einer Hütte im Parco degli Acquedotti in Rom tot aufgefunden wurden.
Die Leichen wurden unter den Trümmern des „Casale del Sellaretto“ entdeckt, einem ehemaligen Kantonshaus im Süden der Hauptstadt. Ermittler gehen davon aus, dass die beiden mit einem Sprengsatz hantierten, der vermutlich versehentlich explodierte und den Einsturz des Dachgeschosses verursachte.
Anwohner berichteten, am Donnerstagabend ein lautes Dröhnen aus dem Gebäude gehört zu haben. Das Haus gilt als verlassen und wird gelegentlich von Obdachlosen genutzt.
Am Freitagmorgen rückten Polizei, Feuerwehr und Gerichtsmediziner an und fanden die beiden Toten. Identifiziert wurden sie anhand ihrer Tätowierungen.
Hinweise auf mögliche Anschlagsvorbereitung
Die Explosion, der Zustand der Leichen und die Tatsache, dass der Mann einen Arm verloren hatte, verstärkten den Verdacht, dass es sich um die Vorbereitung eines Sprengsatzes handelte.
Ermittler schließen nicht aus, dass das Eisenbahnnetz Ziel eines möglichen Anschlags gewesen sein könnte. Anarchistische Gruppen hatten sich bereits im Februar des Vorjahres zu Sabotageakten an einer Hochgeschwindigkeitsstrecke bekannt und dabei Parolen gegen die Olympischen Winterspiele Mailand–Cortina 2026 verbreitet.
Nach Angaben des Innenministeriums hat die Sabotage von Eisenbahninfrastruktur durch anarchistische Gruppen zwischen 2024 und 2025 um 450 Prozent zugenommen. Ermittlungen deuten zudem auf vernetzte Strukturen innerhalb europäischer anarchistischer Kreise hin.
Auch ein Zusammenhang mit Kampagnen zur Unterstützung des inhaftierten Anarchisten Alfredo Cospito wird geprüft.
Nicht ausgeschlossen wird zudem, dass die Tat im Kontext einer Mobilisierung vor einer geplanten Demonstration am 28. März in Rom steht, die sich auf das geräumte soziale Zentrum „Askatasuna“ in Turin bezieht.
Verbindungen zur anarchistischen Szene
Sara Ardizzone und Alessandro Mercogliano bewegten sich in anarchistischen Kreisen und standen im Umfeld von Alfredo Cospito, der wegen eines Anschlags zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt wurde.
Mercogliano war Angeklagter im Verfahren „Scripta Manent“, das sich gegen mutmaßliche Zellen der „Informellen Anarchistischen Föderation“ richtete. Ihnen wurden unter anderem Bombenanschläge und der Versand von Sprengstoffpaketen vorgeworfen.
2019 war er erstinstanzlich zu fünf Jahren Haft wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung verurteilt worden, wurde jedoch in der Berufung freigesprochen.
Auch gegen Ardizzone wurde im Rahmen des „Sibilla“-Verfahrens ermittelt – unter anderem wegen Anstiftung zu Straftaten mit terroristischem Hintergrund. In der Vorverhandlung erklärte sie, sie sei „Feind dieses Staates wie jedes anderen Staates“. Alle Angeklagten wurden im Januar 2025 freigesprochen.