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Viele fiebern mit gestrandetem Timmy: Jetzt wurde in der Ostsee offenbar ein Beluga-Wal gesichtet

Normalerweise leben Beluga-Wale in arktischen Meeren. Das Foto stammt aus Manitoba in Kanada
Normalerweise leben Beluga-Wale in arktischen Meeren. Das Foto stammt aus Manitoba in Kanada Copyright  AP Photo
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Von Kirsten Ripper & Euronews
Zuerst veröffentlicht am
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Eigentlich leben Belugas oder Weißwale in arktischen Meeren. Nur sehr selten kommt ein Beluga in die Ostsee, doch nun wurde ein Weißwal erst in Dänemark gesichtet und hat sich offenbar in die Flensburger Förde verirrt. Oder sind alle nur wegen Timmy im Wal-Fieber?

Wale sind faszinierende Tiere. Das Schicksal von Buckelwal Timmy, der in der Wismarer Bucht gestrandet ist und sich von dort wohl nicht mehr freischwimmen kann, bewegt die Gemüter vieler Menschen. Noch niedlicher wirken die deutlich kleineren - erst im Erwachsenenalter weißen Belugas, die immer zu lächeln scheinen und für den Airbus A300 Modell standen. Ein solcher Weißwal wurde nun ebenfalls in der Ostsee gesichtet, wie dänische und norddeutsche Medien berichten.

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Belugas leben eigentlich in arktischen Gewässern - in Europa vor allem im Norden von Norwegen und vor Grönland. Doch im Lokalblatt "Der Nordschleswiger" erinnert sich der dänische Walforscher Carl Christian Kinze daran, dass zuletzt 2012 ein Beluga in der engen Flensburger Förde beobachtet wurde.

Im Sommer 2022 hielt ein in der Seine in Paris gestrandeter Beluga die Menschen in Frankreich in Atem. Doch der abgemagerte Wal starb beim Versuch, ihn ins freie Meer zurück zu transportieren. 2018 hatte sich auch ein Beluga in die Themse verirrt.

Weißwale sind gesellige Tiere, und sie halten sich gerne in der Nähe der Küste auf, obwohl sie bis zu 1.000 Meter tief tauchen können und Packeis zu ihrem Lebensraum gehört.

Der Beluga bewegt sich munter

Schon vor etwa einem Monat wurde der Beluga weiter nördlich in Aarøsund gefilmt, wie der dänische Sender tvSyd berichtete. Auf dem Video bewegt sich der Meeressäuger fast wie ein Delfin.

Zuletzt soll sich der Weißwal vor der dänischen Region Egernsund aufgehalten haben - direkt gegenüber der deutschen Halbinsel Holnis.

Die Polizei Flensburg und die Mitglieder lokale Wassersportclubs haben den Beluga laut NDR bisher nicht gesichtet.

Der Walexperte Carl Christian Kinze ist zuversichtlich, dass der Beluga alleine den Weg zurück ins offene Meer findet - über den Kattegat in die Nordsee. Gefahr droht in Form von Fischernetzen, die sehr wahrscheinlich schon Buckelwal Timmy zum Verhängnis wurden.

Sind Belugas gefährdet?

Belugas gelten derzeit nicht als akut vom Aussterben bedroht. Schlagzeilen machten zuletzt vor allem Weißwale, die wie Delfine in Freizeitparks gehalten wurden, was aber nicht nur von Tierschutz-Organisationen inzwischen abgelehnt wird.

Der sogenannte "Spionage-Wal Hvaldimir" - auch ein Beluga - wurde 2024 tot in Norwegen aufgefunden.

Neben Fischernetzen und dem Klimawandel stellen Schadstoffen in den Ozeanen eine Gefahr für Wale dar. Blei, Cadmium, Quecksilber und das Insektizid DDT wurden in den Körpern von Belugas nachgewiesen. Forschende führen die hohe Rate an Krebserkrankungen bei Weißwalen beispielsweise in Kanada auf die verschmutzen Meere zurück.

Auch die zunehmende Lärmbelastung der Meere kann dazu führen, dass Wale an den Küsten stranden, weil die Meeressäuger ein sehr empfindliches Gehör haben und über Schall miteinander kommunizieren. Deshalb warnen Umweltschutz-Organisationen vor der Erkundung von Erdöl- und Erdgasvorkommen unter dem Meeresboden.

Weitere Quellen • Nordschleswiger, NDR

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