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Wal "Timmy" - Grünes Licht für letzten Rettungsversuch mit Luftkissen

Ein gestrandeter Wal wird mit Wasser besprüht, nachdem er am Donnerstag, dem 9. April 2026, auf einer Sandbank in Kirchdorf auf der Insel Poel in Deutschland feststeckte.
Ein gestrandeter Wal wird mit Wasser besprüht, nachdem er am Donnerstag, dem 9. April 2026, auf einer Sandbank in Kirchdorf auf der Insel Poel in Deutschland feststeckte. Copyright  AP Photo
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Von Nela Heidner
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Ursprünglich war vorgesehen, den vor der Ostseeküste gestrandeten Wal ohne weiteres Eingreifen sterben zu lassen. Nun folgt jedoch eine überraschende Wende: Eine private Initiative startet einen letzten Rettungsversuch.

Seit rund zwei Wochen hält sich der geschwächte Buckelwal in der Wismarbucht vor der Insel Poel auf. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hatte eine Rettung zunächst für aussichtslos erklärt, weshalb die offiziellen Maßnahmen vor Kurzem beendet wurden.

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Nun hat er jedoch den Rettungsversuch einer privaten Initiative genehmigt: Wie Backhaus auf einer Pressekonferenz in Schwerin mitteilte, hätten die Behörden das Konzept geprüft und zugestimmt.

Der Plan sieht vor, das lebende Tier zu bergen und in die Nordsee, gegebenenfalls sogar in den Atlantik, zu bringen. Dafür soll der Wal mithilfe von Luftkissen angehoben, anschließend auf einer Plane zwischen zwei Pontons (quasi schwimmende Bausteine) gelagert und transportiert werden.

Nach Angaben von Backhaus gehört unter anderem der MediaMarkt-Gründer Walter Gunz zu den Initiatoren. Weitere Einzelheiten sollen sie in Kürze bekannt geben. Die Maßnahmen sollen zeitnah beginnen, wobei die Verantwortung bei den Initiatoren liege.

Das Tier sei nach wochenlangem Aufenthalt und vier Strandungen in der Ostsee weiter "in schwierigem Zustand" und nach allen bekannten Informationen "sicher schwer krank". Er habe aber immer gesagt, dass nach allen gangbaren "Lösungen im Sinn des Tiers" gesucht werden solle, so Backhaus.

Mit den am Dienstag und Mittwoch von der Initiative vorgelegten Plänen habe sich nun "eine neue Situation" ergeben. Das Konzept sei von behördlicher Seite durch Fachleute umfassend auf technische, veterinärmedizinische und tierschutzrechtliche Aspekte geprüft und nach einigen Anpassungen angenommen worden. Es stehe im Einklang mit den Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes und biete "eine Chance".

Umgehender Start

Der neue Rettungsversuch am Donnerstagmorgen gegen 6:00 Uhr starten.

Zunächst werden Taucher der privaten Initiative ins Wasser geschickt, um Kontakt zu dem Tier aufzunehmen und es zu beruhigen. Wie Backhaus weiter erklärte, seien dabei "tierwohlstützende und leidlindernde Maßnahmen" vorgesehen. Zudem werde auch der Untergrund untersucht.

Dann sollen Luftkissen unter dem Tier platziert werden, um es behutsam anzuheben. Dafür soll der unter dem Wal liegende Schlick weggespült werden. Anschließend soll das Tier auf einer Plane zwischen zwei Pontons gesichert und transportiert werden. Wenn alles planmäßig verläuft, könnte der Abtransport aus der Region am Freitag beginnen.

Das kranke und geschwächte Tier befindet sich seit dem 31. März weitgehend an derselben Stelle an der mecklenburgischen Küste und ist dabei immer wieder zu hören. Der Buckelwal hatte sich zuvor über mehrere Wochen in der Ostsee außerhalb seines natürlichen Lebensraums aufgehalten.

Laut Augenzeugen stößt das rund zwölf Meter lange Tier regelmäßig Luft aus. Installierte Wassersprinkler halten ihn dabei kontinuierlich feucht.

Geplant und finanziert wird der Rettungsversuch von den Unternehmern Karin Walter-Mommert und Walter Gunz.

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