Drohen Ihre Urlaubspläne wegen des Iran-Kriegs zu scheitern? Diese europäischen sind diesen Sommer auch mit dem Zug erreichbar.
Die durch den Iran-Krieg ausgelöste Ölkrise könnte den Urlaub vieler Europäer gefährden. Wegen möglicher Fugausfälle werden viele Urlauber stattdessen auf eine Zugreise ausweichen müssen.
Europe in Motion hat die Preisunterschiede auf einigen Strecken in Europa untersucht.
Beim Reisecomfort kommt es auf die richtige Mischung an. Deshalb wurden direkte Züge mit dem niedrigsten Preis und einer angemessenen Reisedauer analysiert. Der Zeitunterschied zwischen der billigsten und der teuersten Option darf dabei nicht mehr als eine Stunde pro Strecke betragen.
Außerdem muss die Abfahrtszeit es den Reisenden ermöglichen, den Bahnhof von der Stadt aus ohne Auto zu erreichen, d. h. die öffentlichen Verkehrsmittel müssen in Betrieb sein.
Zug gegen Flugzeug: Was ist auf ähnlichen Strecken am günstigsten?
Britische Züge sind nach wie vor sündhaft teuer. Auf der Strecke London-Edinburgh, die in der Regel zwischen vier und viereinhalb Stunden dauert, können Fahrkarten (153 €) bis zu dreimal so viel kosten wie ein einstündiger und 20-minütiger Billigflug (53 €) im gleichen Zeitraum.
Auch der Durchschnittspreis pro Kilometer ist etwa doppelt so hoch wie bei anderen europäischen Strecken mit ähnlicher Länge.
Italien liegt mit großem Abstand an zweiter Stelle, und zwar auf der Strecke zwischen den beiden größten Städten, Rom und Mailand - in der Regel eine dreistündige Fahrt mit dem Hochgeschwindigkeitszug.
Hier halten sich Bahn- und Flugtickets in der Regel die Waage, wobei Flüge manchmal etwas teurer sind als Züge (93 € gegenüber 127 €), vor allem am Wochenende.
Das drittplatzierte Deutschland bietet auf der Strecke Berlin-München, die in der Regel etwas mehr als vier Stunden dauert, einen günstigen Preis von 0,15 € pro Kilometer.
Wenn man etwa einen Monat im Voraus bucht, sind Züge immer noch etwas billiger als Flugzeuge (91 € gegenüber 137 €).
Für diejenigen, die es nicht eilig haben, scheint Frankreich sogar noch günstiger zu sein. Auf der Strecke Paris-Bordeaux (ca. zwei Stunden und 15 Minuten) kostet ein Kilometer 0,14 €, während ein Flug am selben Wochenende mindestens dreimal so viel kosten kann.
Auch auf anderen wichtigen Strecken wie Paris-Lyon oder Paris-Marseille sind die Preise wettbewerbsfähig, da private Anbieter wie Ouigo oder Trenitalia auf dem Schienennetz eine starke Konkurrenz darstellen.
Allerdings kommt es auf das Timing an. Die Preise können schwanken, und eine Buchung im Voraus bedeutet nicht immer günstigere Tarife. Die gleiche Strecke Paris-Bordeaux kann bei einer Buchung drei Monate im Voraus 50 € mehr kosten.
Die Strecke Madrid-Barcelona (drei Stunden und 15 Minuten) ist mit einem Preis von nur 0,13 € pro Kilometer die günstigste von allen. Wer im gleichen Zeitraum fliegt, muss mehr als das Doppelte bezahlen.
Auch auf der Nord-Süd-Verbindung Thessaloniki-Athen sind die Preise wettbewerbsfähig: 69 € für eine 500 km lange Strecke, die etwas mehr als fünf Stunden dauert.
Wie einfach ist es, in Europa mit dem Zug zu reisen und sich fortzubewegen?
Wer sich fragt, wie effektiv es ist, sich in Europa mit dem Zug fortzubewegen, findet die Antwort im jüngsten Bericht von Eurostat über den europäischen Verkehr - und ja, Zugfahren ist relativ einfach.
Die Eisenbahndichte auf dem Kontinent beträgt etwa 58 km Schienenwege pro 1.000 Quadratkilometer.
Besonders einfach ist die Fortbewegung in der Schweiz, der Tschechischen Republik, Belgien, Deutschland und Luxemburg, den europäischen Ländern mit dem dichtesten Schienennetz in Europa, das mehr als 100 km Schienen pro 100.000 Quadratkilometer umfasst.
Deutschland ist auch eines der Länder, in denen das Netz in den letzten zehn Jahren am stärksten gewachsen ist, nämlich um 6 km pro 1.000 km² Landfläche.
Norwegen, Griechenland und Finnland liegen dagegen mit weniger als 20 km am Ende der Skala. Daher ist es vielleicht keine Überraschung, dass Griechenland das EU-Land ist, das am wenigsten mit dem Zug reist und nur etwa 70 km pro Jahr im Inland zurücklegt.
Welche europäischen Bürger nutzen die Züge am meisten?
In der EU werden 95 % des Verkehrs auf den inländischen Eisenbahnen abgewickelt.
Das Herz des Schienennetzes schlägt auf einer Mittel-West-Achse, denn laut Eurostat legen österreichische, ungarische und französische Fahrgäste die meisten Kilometer zurück, zwischen 1.400 und 1.500.
Der durchschnittliche EU-Bürger legt pro Jahr etwa 1.000 km zurück. Die Gesamtzahl der zurückgelegten Kilometer beläuft sich auf 443 Milliarden. Würde man diese Strecke im Weltraum zurücklegen, könnte man 500 Hin- und Rückflüge zwischen Erde und Jupiter machen.
Die Daten des Vereinigten Königreichs sind in dem Eurostat-Bericht nicht enthalten, aber der Durchschnitt ist dem der EU sehr ähnlich. Nach Angaben des Office of Rail and Road 2025 konzentriert sich der Schienenverkehr dort jedoch hauptsächlich auf London und den Südosten.