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Kriegsschiffe und Minenräumer: Europa-geführte Koalition bereitet Hormuz-Mission vor

Macron und Starmer
Macron und Starmer Copyright  TOBY MELVILLE
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Von Shona Murray
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Sie wollen Kriegsschiffe, Personal und Minenräumgeräte entsenden. Eine Gruppe von mehr als 40 Ländern trifft sich in Paris, um Pläne für eine Wiederöffnung der Straße von Hormuz auszuarbeiten. Frankreich und Großbritannien führen die Koalition an.

Die Koalition aus hauptsächlich NATO-Ländern, darunter Südkorea, Australien und Japan, trifft sich am Freitag in Paris. Voraussichtlich werden die Grundzüge eines Plans zur Wiederaufnahme der Schifffahrt durch die Straße von Hormuz bekannt geben.

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Die Mission soll Militärschiffe, Eskorten, Streitkräfte, Nachrichtendienste, Minenräumung und Radarkapazitäten umfassen. Einige europäische Länder haben bereits Schiffe in die Region entsandt, wie Euronews bestätigt wurde.

Seitdem die USA und Israel am 28. Februar Luftangriffe auf den Iran geflogen haben und der Iran die wichtige Schifffahrtsstraße geschlossen hat, sind die europäischen Staats- und Regierungschefs in Bedrängnis geraten. Die Weltwirtschaft und insbesondere Europa sind von der Blockade betroffen.

Die fortgesetzte effektive Schließung der Straße von Hormuz, zunächst durch den Iran und nun durch die USA, wird noch mehr wirtschaftlichen Schaden anrichten, wenn es nicht gelingt, einen dauerhaften Waffenstillstand zu erreichen.

Indirekte Gespräche über eine Verlängerung der derzeitigen Waffenruhe sind im Gange. Es bestehen Hoffnungen, dass sie über den 22. April hinaus verlängert werden kann.

Das Weiße Haus "hat ein gutes Gefühl, was die Aussichten auf eine Einigung angeht", sagte US-Pressesprecherin Karoline Leavitt am Mittwoch vor Journalisten in Washington.

Merz: Deutschland erst nach Waffenstillstand dabei

Militärstrategen der NATO und anderer Koalitionsmitglieder haben in den vergangenen Wochen an dem Plan gearbeitet. Die Verantwortlichen für die Mission sind entschlossen, dass das Mandat "streng defensiv" sein wird. Sie seien nicht bereit, sich auf einen teuren, heißen Konflikt einzulassen.

Die Niederlande haben Fregatten und militärisches Personal entsandt, um den Start einer künftigen Operation vorzubereiten.

"Das Ziel ist, dass wir jetzt über die Planung hinausgehen und Schiffe in der Region vorbereiten, um handlungsfähig zu sein, wenn der Konflikt nachlässt", so eine NATO-Quelle gegenüber Euronews. "Aber es wird um die defensive Seite gehen, mit Schiffen, Sensoren, Radaren und Minenräumschiffen", fügte die Quelle hinzu.

Das Treffen wird in einem gemischten Format stattfinden. Die meisten Länder werden online teilnehmen, wobei der britische Premierminister Keir Starmer und der deutsche Bundeskanzler Frederich Merz den französischen Präsidenten Emmanuel Macron persönlich im Élysée-Palast treffen werden.

Bundeskanzler Merz sagte am Donnerstag, dass eine deutsche Beteiligung an einer Mission zur Sicherung der Meerenge erst nach einem "zumindest provisorischen Waffenstillstand" und der Zustimmung der Regierung in Berlin und des Parlaments erfolgen könne.

Merz: "Davon sind wir noch weit entfernt"

Die NATO-Länder betonen, dass der Krieg nicht in ihrer Verantwortung liegt, weil sie nicht im Voraus konsultiert worden waren. Allerdings wurden dazu gedrängt, einen Plan vorzulegen, der die Meerenge wieder "zum Laufen bringt." US-Präsident Donald Trump hatte den NATO-Verbündeten ein Ultimatum gestellt, einen solchen Plan "innerhalb weniger Tage" vorzulegen.

Trump machte seinen Standpunkt gegenüber NATO-Generalsekretär Mark Rutte während seines offiziellen Besuchs in Washington vergangene Woche deutlich.

"Man kann mit Sicherheit sagen, dass der Generalsekretär aus seinem Gespräch mit Trump während des Besuch im Weißen Haus bestimmte Schlussfolgerungen gezogen hat", so die NATO-Quelle zu Euronews. "Trump war wirklich frustriert, und es wurde deutlich gemacht, dass wir aktiv werden müssen", so die Quelle.

Streng defensiver Einsatz

Die Blockade hat spürbare Folgen für die Weltwirtschaft: Sowohl der internationale Schiffsverkehr als auch die globalen Öl- und Gaspreise sind deutlich gestiegen. Rund 20 Prozent der weltweiten Ölproduktion passieren die strategisch entscheidende Meerenge zwischen Iran und Oman – eine zentrale Verbindung vom Persischen Golf zum Golf von Oman.

Während Teheran die Passage für den eigenen Ölexport weiterhin zulässt, bleibt sie auch für ausgewählte Partner wie China und die Türkei offen.

Am Montag reagierte Donald Trump mit einer US-Blockade gegen den Schiffsverkehr von und zu iranischen Häfen. Ziel ist es, den Druck auf Irans Verbündete zu erhöhen und Teheran dazu zu bewegen, seine eigene Blockade aufzugeben. Gleichzeitig soll verhindert werden, dass der Iran weiterhin von Ölexporten profitiert.

Das genaue Mandat der geplanten Mission ist bislang unklar. Eine Zustimmung durch die NATO gilt als unwahrscheinlich – insbesondere, weil die beteiligten Staaten darauf bestehen, dass die USA als Konfliktpartei nicht Teil der Operation sind.

„Die Koalition will sicherstellen, dass die Mission nicht mit den Kriegsparteien – also den USA und Israel – in Verbindung gebracht wird“, sagte eine mit den Planungen vertraute Person gegenüber Euronews.

Auch Emmanuel Macron betonte auf X, es handle sich um eine „streng defensive Mission“, die klar von den Konfliktparteien getrennt sei.

Als mögliche Grundlage werden derzeit ein Mandat der Vereinten Nationen oder eine Ausweitung der EU-Mission Operation Aspides diskutiert. Eine Einigung im UN-Sicherheitsrat gilt jedoch als schwer erreichbar.

Trotz der grundsätzlichen Bereitschaft vieler Staaten, sich zu beteiligen, warnen Experten vor erheblichen Risiken. „Es besteht immer die Gefahr, in einen größeren Konflikt hineingezogen zu werden“, sagte Ed Arnold, Sicherheitsexperte beim Royal United Services Institute.

Seine Einschätzung: „Wenn man nicht bereit ist, einen Krieg zu führen, sollte man vielleicht gar nicht erst den ersten Schritt gehen – denn dem Iran ist bewusst, dass Europa über erhebliche Abschreckungskraft verfügt.“

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