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Habeck beim Nachhaltigkeitsgipfel: Wer spürt die Kosten für erneuerbare Energien?

Habeck beim Nachhaltigkeitsgipfel: Zahlen am Ende die Ärmsten?
Habeck beim Nachhaltigkeitsgipfel: Zahlen am Ende die Ärmsten? Copyright  AP Photo
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Von Diana Resnik & Donogh McCabe
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Beim Nachhaltigkeitsgipfel in Berlin sprach Robert Habeck jetzt über Europas Energiezukunft zwischen Klima und Geopolitik. Viele Fragen zur sozialen Belastung durch hohe Energiepreise blieben dabei offen – besonders mit Blick auf einkommensschwache Haushalte.

In Berlin hat das Sustainable Energy Forum stattgefunden. Die Sperrung der Straße von Hormus, die Kriege in der Ukraine und im Iran - auch Deutschland steckt in einer Energiekrise. Auf der Suche nach der Wirtschaft der Zukunft haben sich führende Köpfe zum Nachhaltigkeitsgipfel getroffen - direkt am Brandenburger Tor.

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Die Themen: Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft, nachhaltige Mobilität. Mit dabei waren prominente Sprecher wie die Autorin Maja Göpel, TV-Star Eckart von Hirschhausen, dazu zahlreiche Politiker, Aktivisten und Unternehmer.

Auf der Veranstaltung traf Euronews auch Ex-Vizekanzler, Ex-Wirtschaftsminister und Grünen-Spitzenpolitiker Robert Habeck.

Habeck sprach zum Thema "Europas Energiezukunft zwischen Klima und Geopolitik." Was empfiehlt er den Deutschen, die unter explodierenden Spritpreisen leiden?

"Wenn Sie sich die Zahlen der globalen Zulassung von elektrischen Autos der letzten fünf Jahre anschauen, so ist das augenöffnend. Vor fünf Jahren war die Zulassung von elektrischen Fahrzeugen global bei ungefähr viereinhalb bis fünf Prozent. Letztes Jahr waren es knapp 30. Dieses Jahr werden über dreißig erwartet", so Habeck.

"Das heißt, wir haben eine exponentielle Steigerung. In fünf Jahren von unter fünf auf ungefähr 30. Das bedeutet, wenn die Kurve weitergezeichnet wird – Sie wissen, wie eine exponentielle Rechnung aussieht - dass wir in fünf Jahren nicht 60 Prozent der Zulassungen haben werden, sondern aller Schnelligkeit nach knapp unter 100."

Mehr E-Autos trotz Ölmangel und galoppierender Benzinpreise.

Der deutschen Wirtschaft geht es nicht gut, die Energiekosten sind so hoch wie lange nicht mehr. Zum Vergleich: In Polen, zum Beispiel, floriert die Wirtschaft. Gibt es einen Zusammenhang mit dem Ausstieg aus der Atomenergie?

"Das sehe ich nicht", so Habeck zu Euronews. "Die Atomenergie hat - glaube ich - 2022 noch fünf Prozent des Strombedarfs ausgemacht. Da gibt es auch Statistiken. Das ist nicht nichts, aber was das an Preissenkungen ausgemacht hat, kann man alles nachgucken."

Atomkraft habe keine Zukunft, auch fossile Energien seien zu unsicher, betonte Habeck, und führte die USA als Beispiel an: "Was wäre, wenn Donald Trump morgen entscheiden würde, dass die amerikanischen Lieferungen ausbleiben sollen? Weil wir uns nicht gefügig benehmen mit der Hilfe bei der Straße von Hormus." Zumal die USA selbst auf erneuerbare Energie setzten, während sie ihre fossilen Energien an Europa weiterverkaufen wollen.

Besonders in Kalifornien stünden erneuerbare Energien ganz oben. Doch dort gibt es Wüsten - Wind und Sonne sind im Übermaß vorhanden - ebenso wie große Flächen. Für Deutschland gelte dies nicht.

Zentral für eine künftige Energieversorgung bleiben erneuerbare Energien, das wurde in Habecks Rede klar hervorgehoben. Gleichzeitig blieb die soziale Dimension der derzeit hohen Energiepreise weitgehend unberücksichtigt.

Viele Haushalte in Deutschland leiden weiterhin unter steigenden Kosten für Energie und Wärme – besonders einkommensschwache Gruppen sind davon betroffen. Damit bleibt die Frage im Raum, wie die Energiewende so gestaltet werden kann, dass sie nicht nur klimawirksam, sondern auch sozial ausgewogen ist.

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