Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Portugal: Greg Bovino Überraschungsgast bei Remigrationsgipfel

Greg Bovino, früherer Chef der US-Grenzschutzpatrouille
Greg Bovino, ehemaliger Chef der US-Grenzschutzpatrouille Copyright  Erin Hooley/AP
Copyright Erin Hooley/AP
Von Ricardo Figueira
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare
Teilen Close Button

Unter Bovinos Leitung führte die Grenzschutzpatrouille gemeinsam mit der von Donald Trump stark ausgebauten Einwanderungspolizei ICE Ende vergangenen Jahres und Anfang dieses Jahres eine Reihe umstrittener Einsätze durch. Dabei kamen Zivilpersonen ums Leben.

Der frühere Chef der US-Grenzschutzbehörde Greg Bovino ist als Überraschungsgast beim rechtsextremen „Remigrationsgipfel“ des Bewegungsnetzwerks Reconquista in Figueira da Foz in Portugal aufgetreten, der am Samstag stattfand.

WERBUNG
WERBUNG

Unter Bovinos Leitung führte die Grenzschutzpatrouille gemeinsam mit der von Donald Trump stark ausgebauten Einwanderungspolizei ICE Ende vergangenen Jahres und Anfang dieses Jahres eine Reihe umstrittener Einsätze durch. Dabei kamen Zivilpersonen ums Leben, und Kinder von Migrantinnen und Migranten wurden festgenommen.

Der breite Protest zwang Trump schließlich, Bovino aus dem Amt zu entlassen.

Der Gipfel war ursprünglich in Porto geplant. Wegen Schwierigkeiten, einen Veranstaltungsort zu finden, verlegten die Organisatoren ihn jedoch in letzter Minute nach Figueira da Foz. Neben dem umstrittenen ehemaligen US-Kommandanten nahmen auch der Italiener Andrea Ballarati teil, der den ersten Gipfel in Mailand organisiert hatte, sowie Martin Sellner, Kopf der Identitären Bewegung in Österreich, einer Gruppierung mit Verbindungen zu Neonazis.

Sellner machte den Begriff „Remigration“ populär, als er in Potsdam in Deutschland ein Treffen organisierte, bei dem er Massendeportationen von Einwanderergemeinschaften in Europa forderte. Damals löste die Tagung heftige Kritik aus, weil Mitglieder der rechtsradikalen AfD, die im Bundestag und im Europäischen Parlament vertreten ist, sowie der CDU, der Partei des amtierenden Kanzlers Friedrich Merz, mit am Tisch saßen.

Ein auf der Plattform X veröffentlichtes Foto zeigt Sellner, Ballarati und Bovino zusammen mit dem Kopf von Reconquista, Afonso Gonçalves. Eine weitere Figur der identitären Szene, der Deutsche Maximilian Märkl, Leiter der deutschen Schwesterorganisation, wollte ebenfalls anreisen, wurde jedoch von den deutschen Behörden festgenommen und am Boarding gehindert.

Carlos Quero, Abgeordneter der spanischen Partei VOX, und Milan Mazurek, Europaabgeordneter der slowakischen Partei Republika, waren die einzigen Vertreter von Parteien mit Parlamentsmandaten, die anwesend waren.

Die Bewegung Reconquista wurde durch die Videos von Afonso Gonçalves in den sozialen Netzwerken bekannt, in denen er Migrantinnen und Migranten regelmäßig öffentlich bloßstellt. Der Kopf der Bewegung forderte zudem, Frauen das Wahlrecht zu entziehen, da sie „biologisch zum Kinderkriegen bestimmt“ seien und „weniger intelligent als Männer“.

Offiziell hat sich Chega, die Partei von André Ventura, von Reconquista distanziert. Bei einer der jüngsten öffentlichen Veranstaltungen der Bewegung traten jedoch mehrere Mitglieder von Chega auf, darunter der Abgeordnete Pedro Frazão.

In mehreren aktuellen Videos beklagt Gonçalves, die Justiz entziehe ihm finanzielle Mittel, indem sie seine Bankkonten sperre oder einfriere. Die Reise von Greg Bovino und anderen internationalen Szenegrößen wirft daher viele Fragen auf: Wer finanziert diese Bewegungen – und auf welchem Weg?

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Einreiseverbote in Großbritannien: Schutz vor Hassrede oder Angriff auf Redefreiheit?

Vom Jäger zum Gejagten: Diese neue Drohne fängt feindliche Drohnen ein

Magyar erhöht Druck auf Ungarns Präsidenten: Rücktrittsfrist läuft ab